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Home Popkultur Australischer Politiker fordert Überprüfung aller Anime auf Darstellungen von "Kindesmissbrauch"

Die Serie zeige Darstellungen von Kindern in Schuluniformen, die explizite Handlungen ausführen

Australischer Politiker fordert Überprüfung aller Anime auf Darstellungen von „Kindesmissbrauch“

Als Anime anfingen, international bekannter zu werden, mussten sich die Serien mit einigen Vorurteilen auseinandersetzen. Auf der einen Seite hieß es, die animierten Filmen seien etwas für Kinder und müssten nicht ernst genommen werden. Auf der anderen Seite kam bald das Gerücht auf, dass darin „perverse Praktiken“ zu sehen seien. Vor allem in den USA kochte diese Debatte hoch, aber auch hierzulande gab es die eine oder andere kritische Stimme, was den Inhalt der Serien angeht.

Dass sich solche Vorurteile nicht abnutzen, zeigt der australische Politiker Stirling Griff. Der Senator repräsentiert seit 2016 die Bundesstaaten Südaustraliens im Parlament. In einer Rede äußerte er seine Bedenken bezüglich des Inhaltes von Anime und dessen Verkauf innerhalb Australiens.

Der Senator erklärte, dass es eine dunkle und ekelhafte Seite an Anime und Manga gebe, wobei ein beträchtlicher Anteil der Medien Material über Kindesmissbrauch enthalte. Er bezieht sich darauf, dass viele Darstellungen Kinder mit großen Augen in Schuluniformen zeigen, die explizit sexuellen Aktivitäten nachgehen und erotische Posen ausführen. Dies stelle in seinen Augen oft einen sexuellen Missbrauch dar.

I Chose to Leave Because I Was Threatened with Expulsion from the Party Unless I Became the Sex Slave of the Female Hero für Frauen
erotische Manga für Frauen und Männer.

Anime und Manga unter Generalverdacht

Griffs Behauptung, dass Anime und Manga Kindesmissbrauch zeigen, verärgert viele Fans, nicht nur in Australien. Diese argumentieren, dass eine Menge an Anime keine Elemente aufweisen, die auch nur in diese Richtung gehen. Viele westlichen Produktionen stellen Figuren anders dar, sodass es zu solchen Gedanken erst gar nicht kommen kann. Anime und Manga deswegen aber unter Generalverdacht zu stellen, geht den meist Fans zu weit.

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Vor allem die Serie „Eromanga Sensei“ dürfte Griff dabei im Hinterkopf gehabt haben. Das Franchise geht offensiv mit dem Thema Erotik bei jungen Leute um. Immerhin geht es in dem Anime und Manga um einen 15-jährigen Schüler der erotische Romane schreibt, die von seiner 12-jährigen kleinen Schwester entsprechend illustriert werden. Gleichzeitig bringt die Serie immer wieder Hinweise auf Inzest in die Handlung ein. Allerdings handelt es sich bei der Serie eigentlich nur um die Spitze des japanischen Erotik-Eisbergs.

Prüfung aller Anime wird diskutiert

Wenn man bedenkt, dass Anime lange Zeit nur als Medium für Kinder galten, sind allein solche Anspielungen natürlich ausreichend, damit besorgte Eltern, oder Politiker, vorsichtig werden, was sie ihre Kleinen sehen lassen. Auch die Behauptung es gebe schlimmere Serien als „Eromanga Sensei“ ist an dieser Stelle nicht wirklich hilfreich.

Nach Angaben einer großen australischen Zeitung ist es dort illegal, Materialien herzustellen, zu besitzen oder zu verteilen, die den Missbrauch einer Person zeigen, die offenbar jünger als 18 Jahre ist. Griff ist der Meinung, dass viele Anime gegen diese Vorschrift verstoßen und ist deswegen verärgert, weil sie trotzdem seitens der zuständigen Behörden für den Verkauf freigegeben wurden. Er wirft dem Ausschuss, der diese Freigaben erteilt sogar vor, mit ihren Genehmigungen gegen das Strafrecht in Australien zu verstoßen.

Eromanga Sensei
Vorurteile leben länger Bild: Eromanga Sensei

Um diese Freigabe widerrufen zu können, fordert Griff eine sofortige Überprüfung jedes einzelnen Anime, der derzeit in Australien zum Streamern zur Verfügung steht oder im Verkauf ist. Es wird erwartet, dass das Parlament den Antrag am kommenden Mittwoch weiter diskutiert.

CT

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