Bayonetta: Bloody Fate
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Mit Bayonetta: Bloody Fate publizierte Universum Anime im November 2014 den Animationsfilm zum Videospiel im deutschsprachigen Raum auf DVD und Blu-ray. Geschichtlich hält sich dieser an seine Vorlage. Ob Bayonetta: Bloody Fate aber insgesamt zu überzeugen weiß, dem gehen wir in diesem Bericht auf dem Grund.

Nach einem langen Schlaf auf dem Grund eines Sees erwacht die Umbra-Hexe Bayonetta wieder zum Leben. Sie hat zwar keine Erinnerungen mehr an ihre frühere Vergangenheit, doch welche Bestimmung ihr auferlegt wurde weiß die selbstbewusste Frau sehr wohl: So bekämpft Bayonetta täglich auftauchende Engel und gigantische Ungeheuer, die für den normalen Menschen nicht sichtbar sind.

Ihr stets auf den Versen ist ein junger Kerl namens Luka, der das Geheimnis um Bayonetta herausfinden will, welche scheinbar seinen Vater auf dem Gewissen hat.

Zu Bayonettas Erzfeind wird der Lumen-Weise Balder. Dieser wartet schon förmlich auf ihre Begegnung, um seinen verrückten Plan in die Tat umzusetzen: mit Bayonetta eine neue Welt zu erschaffen. Ob ihm dies gelingt, das erfahrt ihr in diesem Film.

Hexen, Engel, fiktive religiöse Gruppierungen – klingt alles sehr fantasievoll, ist allerdings nicht der grundsätzliche Fokus in  Bayonetta: Bloody Fate. Recht schnell erschließt sich dem Zuschauer das Geheimnis um die Heldin der Geschichte sowie deren Verbindungen zum vermeintlichen Feind Balder und selbst um das rätselhafte Auftauchen des Kindes, während Bayonetta im Geschehen immer noch dabei ist, ihre Erinnerungen zusammen zu puzzeln. Allein diese zu schnellen Offenbarungen machen den Film nach nur kurzer Zeit uninteressant.

Der größte Fokus wird in der Geschichte auf Bayonettas Kampfeinlagen gelegt. Ganz nach dem Motto: Heißer Feger pustet die bösen Jungs vom Platz. Dabei stellt sich die Heldin mächtig in Pose. Vulgäre Ausdrücke sind keine Seltenheit und natürlich darf Bayonetta auch gerne mal sehr freizügig daherkommen. Die Kampfsequenzen fallen mit knalligen und blutigen Effekten sowie extravaganten Waffen auf, wurden noch dazu mit einem tollen Soundtrack untermauert. Bei dem Anblick der Monster beziehungsweise Engel bekam ich oftmals das Gefühl mir animierte Yu-Gi-Oh-Kartenduelle anzuschauen. Insgesamt betrachtet fegt Bayonetta ihre Gegner ziemlich schnell vom Platz. Immerhin fällt der Showdown gegen Balder etwas länger aus, wenn auch dessen Ausgang den Zuschauer kaum überraschen wird. Zu guter Letzt fehlt es der Geschichte an Emotionen. Die Hintergründe von Bayonetta, Luka und selbst Balder berührten mich leider in keiner Weise, weil sie nebensächlich erschienen.

Disc

Universum Anime publizierte Bayonetta: Bloody Fate im November hierzulande auf Blu-rayDer Film verfügt über eine Laufzeit von 90 Minuten. Das Bildformat 16:9 (1.77:1) bietet zudem scharfe Grafiken in High Definition. Zusammen mit der Toneinstellung DTS-HD Master Audio 5.1 sollte das Ansehen für euch zum Vergnügen werden.

Ein paar Mankos muss ich allerdings in Studio Gonzos Animation hervorheben. Die Hintergründe fallen detailliert mit scharfen Farben aus, dies ist aber nicht durchgängig der Fall. So bekommt der Zuschauer auch gerne mal etwas plastisch wirkende Gegenstände zur Sicht, die im Kontrast zu den Charakteren unpassend sind – beispielsweise die seltsam aussehende Bank, auf der Luka vor Bayonettas Wohnung schläft. Des Weiteren greift das Studio ab und zu auf Wiederholungssequenzen zurück. Die Szenenübergänge wurden auch nicht immer sauber gestaltet, diese erfolgen manchmal zu sprunghaft.

Der Zuschauer kann zwischen japanischer und deutscher Tonspur wählen. Für erstere Variante stehen euch Untertitel in unserer Sprache zur Verfügung. Insgesamt macht die deutsche Vertonung einen guten Eindruck. Sehr positiv möchte ich hier Natascha Schaff hervorheben, die Bayonettas verführerische Art sehr gut zum Ausdruck bringt.

Freigegeben ist Bayonetta: Bloody Fate zu Recht ab 16, da der Film blutige Gewalt enthält und eine vulgäre Umgangssprache verwendet.

Bonus & Verpackung

Die Blu-ray-Disc kommt in einer standardisierten Amaray-Hülle, auf dessen Rückseite sich sämtliche technische Details zum Movie befinden.

Ansonsten enthält die Scheibe keinerlei Extras. Lediglich eine Trailerauswahl aus dem Sortiment von Universum Anime ist beigefügt.

Man muss es klar sagen: Die Story und Charaktere aus dem Bayonetta: Bloody Fate-Animationsfilm sind flach. Ihr solltet mit keinen großen Erwartungen an die Geschichte herangehen. Vieles wird dem Zuschauer zu schnell offenbart oder ist einfach voraussehbar. Die Erzählung hat mich persönlich emotional gar nicht mitgerissen. Das Geschehen kam insgesamt schnell heruntergerasselt rüber. Kleinere Defizite sind in Studio Gonzos Animation erkennbar, die aber nicht ins Gewicht fallen. Enttäuschend mag ebenso sein, dass die Veröffentlichung mit keinerlei Extras aufwartet. Wer Geschichten mag, die einen starken Fokus auf gut gebaute, kämpfende Frauen legt, welche stets einen coolen Spruch auf Lager haben, der kann einen Blick in Bayonetta: Bloody Fate riskieren.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu Bayonetta: Bloody Fate von Universum Anime zur Verfügung gestellt.

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