»Brynhildr in the Darkness, Episode 1« – Anime-Preview

Seit Elfen Lied im japanischen TV lief, sind bereits zehn Jahre vergangen. Mit Brynhildr in the Darkness, auch bekannt unter dem Originaltitel Gokukoku no Brynhildr, bekommt Lynn Okamoto, der Autor beider Werke, eine weitere Anime-Adaption. Der früher bei Bandai angestellte Mangaka zeichnet seit 2012 an dem Manga, welcher als Vorlage für die TV-Serie, die seit dem 6. April in Japan läuft, dient. Voraussichtlich wird die Umsetzung 13 Episoden bekommen. Einen kleinen Einblick in die erste Folge des Titels findet ihr in folgendem Bericht.

Ryota Murakami hat sich ein großes Ziel gesetzt. Er lernt wie besessen, um später ein Forscher bei der NASA zu werden und erkundet täglich in einem alten Observatorium die Weiten des Universums auf der Suche nach Aliens. Dies war jedoch nicht immer so. Als kleiner Junge verbrachte er viel Zeit mit seiner Freundin Kuroneko. Gemeinsam starrten sie jeden Abend mehrere Stunden mit ihrem Teleskop in den Sternenhimmel, um zu beweisen, dass Aliens wirklich existieren. Ryota konnte sich damals allerdings selbst nicht wirklich überzeugen, an solche Wesen zu glauben und war mehr oder weniger nur daran interessiert, Zeit mit seiner Freundin zu verbringen. Als er Kuroneko eines Tages nach dem Grund für diese verzweifelte Suche fragt, antwortet das Mädchen ihm, dass sie einem Alien begegnet wäre. Um die letzten Zweifel des Jungen auszulöschen, beschließt Kuroneko ihn zu diesem Wesen zu bringen. Auf dem Weg dorthin geschieht allerdings ein fürchterliches Unglück. Die beiden Kinder stürzen von einem Staudamm. Ryota wacht schwer verletzt in einem Krankhaus wieder auf. Nach der Entlassung erfährt der Junge, dass für Kuroneko jede Hilfe zu spät kam, sie verstarb noch direkt am Unfallort.

Zehn Jahre später ist Ryota der Klassenbeste in der Mittelschule. In Gedenken an seine Freundin setzt er die Suche nach Aliens auf eigene Faust fort und möchte dafür sogar zu NASA. Eines Tages taucht eine mysteriöse Austauschschülerin in seiner Klasse auf. Die Fremde sieht seiner Kindheitsfreundin verblüffend ähnlich. Sofort erwacht neue Hoffnung in Ryota. Hat er etwa seine lange verlorene Kuroneko zurück? Auch der Name Kuroha Neko würde mit dem seiner verstorbenen Bekannten übereinstimmen. Kurz nach dem Auftauchen der neuen Schülerin geschehen seltsame Dinge während des Unterrichts. Am ersten Tag sieht Kuroha bereits zwei Tode von Klassenkameraden voraus. Wer ist die seltsame Fremde, warum sieht sie Kuroneko so ähnlich und wo kommt das Mädchen so plötzlich her?

Bereits zu Beginn der Serie ist eine gewisse Ähnlichkeit zum Vorgänger Elfen Lied zu erkennen. Ein Mädchen mit übernatürlichen Kräften trifft auf einen Jungen, welcher seine Kindheitsfreundin verloren hat. Jedoch ist das neben den aus dem Opening zu entnehmenden blutigen Szenen schon die einzige Gemeinsamkeit der beiden Werke. Ryota, der männliche Hauptcharakter des Animes, ist ein äußerst intelligenter, aber ziemlich depressiv wirkender Junge. Er macht sich selbst für den Tod von Kuroneko verantwortlich und kommt deshalb nicht darüber hinweg. Tief im Inneren hofft er immer noch, dass seine Freundin überlebt hat, schließlich hat Ryota nie eine Leiche zu Gesicht bekommen. Als Kuroha dann in seiner Klasse auftaucht, platzt der Junge beinahe vor Aufregung. Er sieht eine reale Chance, seine alte Freundin nach zehn Jahren wieder zu treffen. Kuroha dagegen behauptet fest Ryota nicht zu kennen und nie gekannt zu haben. Das Mädchen wirkt anfangs sehr kalt, was jedoch schon in wenigen Momenten später widerlegt wird. Im Sportunterricht kurz darauf zeigt sie bereits ihre niedliche Seite beim Versuch zu schwimmen, was ihr offensichtlich schwerfällt.

Wie bereits bei Elfen Lied übernimmt auch hier wieder das Studio Arms die Animation. Die Story, welche aus dem gleichnamigen Manga genommen wird, zeigt gewisse Ähnlichkeiten zu seinem Vorgänger, was keinesfalls schlecht ist. Man erkennt, dass die Handlung beider Serien aus der gleichen Feder kommt, ohne den Eindruck zu erhalten, dass Szenen oder Inhalte wiederverwendet werden. Die Synchronsprecher leisten hier abermals hervorragende Arbeit. Risa Taneda, welche vor Kurzem als Mirai Kuriyama in Beyond the Boundary zu hören war, schlüpft perfekt in die Rolle von Kuroha und Ryota Ohsaka, bekannt aus Blood Lad als Blood Charlie Staz, spendiert dem Charakter Ryota seine Stimme. Nao Tokisawa gibt der Serie ein passendes Opening in Dubstepp-Akustik, während Shigeo Komori, unter anderem zuständig für Insert Songs aus K-On!, gemeinsam mit der Seiyuu von Kuroha das Ending des Animes performen.

Was zu Beginn schon mit einem emotionalen Start anfängt, wirft dem Zuschauer in der zweiten Hälfte mehrere Fragen an den Kopf ohne ihn dabei zu verwirren. Wie kann Kuroha die Zukunft sehen, woher kommt die ungewöhnliche Kraft und weshalb taucht das Mädchen bei Ryota auf, obwohl sie behauptet ihn nicht zu kennen? Brynhildr in the Darkness überzeugt bereits in der ersten Episode mit emotionalen Szenen, Aktion reichem Inhalt sowie einem interessanten Plot, welcher zum Weitersehen verleitet. Eigentlich macht die Serie (bisher) alles richtig und darf ohne schlechtes Gewissen weiter empfohlen werden.

© 2014 Lynn Okamoto/SHUEISHA • Brynhildr in the Darkness production committee

Trailer