»BTOOOM! – Vol.3« – DVDonTest

Mit dem dritten Volume von BTOOOM! veröffentlicht Kazé die Episoden 7 bis 9 auf DVD und Blu-ray. Während Ryota noch nach einem Schlupfloch sucht, dem wahrgewordenen Albtraum zu entfliehen, fordert das tödliche Spiel seine nächsten Opfer. Bald schon kann sich Ryota nicht mehr länger dem moralischen Konflikt entziehen und muss für das eigene Überleben sich bewusst in den Kampf stürzen. Das brisante Action-Spektakel von Madhouse dreht noch mal richtig auf.

Nicht gewillt sich den irrsinnigen Spielregeln der realen Variante von BTOOOM! zu fügen, geht für Ryota, Himeko und Taira der Überlebenskampf auf der abgeschiedenen Insel weiter. Ein Kontrahent namens Masashi heftet sich Ryota an die Fersen. Dieses Mal ist der Junge unterlegen und verliert bei der Auseinandersetzung seine ganzen BIMs.Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen. Dabei vergewissert sich Ryota mehrfach auf dem Radar, die Gegner wirklich abgeschüttelt zu haben und kehrt erleichtert wieder zurück ins Lager. Unwissend begeht er einen schweren Fehler, denn bei Masashi handelt es sich um einen ehemaligen Söldner mit Erfahrung im Fährtenlesen. So lockt Ryota die Feinde direkt zur Gruppe und das Unglück nimmt seinen Lauf. In dem Getümmel stürzt Ryota in die Tiefe und überlebt nur um Haaresbreite. Taira wird schwer verwundet und Himeko von den beiden Kerlen entführt. Um das Mädchen nun zu retten, muss sich Ryota den Gegner unbewaffnet stellen. Doch was treibt ihn überhaupt noch an, für die Fremde sein eigenes Leben zu riskieren? Dieses Mal wird Ryota nicht umhin kommen, seine Hände mit Blut zu besudeln. Wenn der Junge erst mal den Schritt gewagt hat, wie weit wird er noch in den Sumpf sinken und was für Grausamkeiten erwarten ihn auf dem vorausliegenden Pfad?

Auch wenn man schon sagen muss, dass die Anime-Umsetzung von Madhouse sich ganz getreu an Junya Inoues Manga-Vorlage hält, eine große Änderung wurde doch vorgenommen. Theoretisch würde ein Zuschauer erst ab der Hälfte der Serie von Himekos Vorgeschichte erfahren und sie bis dahin des Mordes bezichtigen. Stattdessen wurde das Ganze ziemlich früh für uns als Notwehr aufgeklärt, obgleich der Protagonist sich davon noch überzeugen muss. Sicherlich wollte man es dem Zuschauer neben dem Sammelsurium an Freaks, Psychopathen und kaltblütigen Killern nicht noch schwerer machen, Sympathie zu den übrigen Figuren aufzubauen. Hatten die ersten Folgen noch einführenden Charakter, geht es nun ans Eingemachte. Mehr als zuvor wandeln die Teilnehmer auf der Schwelle des Todes. Eben weil die Geschichte sich traut, die Figuren sterben zu lassen, stellt man sich als Zuschauer stets die Frage, wen es als Nächstes trifft. Nicht nur das Können, manchmal entscheidet auch das schiere Glück über Leben und Tod. Und auf welche Weise die Charaktere dann drauf gehen, kann etwas ekelerregend sein, auch wenn es für die TV-Serie gemildert wurde. Schonunglos bleibt BTOOOM! in diesem Punkt alle Mal, außerdem trägt die Vorstellung seinen Teil dazu.

Wo meistens die Figuren nur einzelne Begegnungen haben, entfaltet sich bei dem Battle-Royale-Szenario erst so richtig das Action-Freudenfest, wenn mehre Kontrahenten zeitgleich aufeinandertreffen. Dies geschieht insbesondere, wenn die Flugzeuge Fallschirme mit neuen Rationen abwerfen und es gilt, den anderen Teilnehmer die Stirn zu bieten. Zumal die Vorräte zu Neige gehen, müssen die Gruppen sich gut überlegen, ob man eine Konfrontation riskiert oder sich lieber zurückzieht. Es macht großen Spaß beim Zuschauen, wie die unterschiedlichen Arten von BIMs gegeneinander ausgespielt werden, um den Gegner in die Enge zu treiben. Ebenso gilt es sich die Umstände taktisch zunutze zu machen, um die Feinde möglichst auszutricksen. Wo neue Bündnisse geschmiedet werden, um sich zu behaupten und gegenseitig zu unterstützen, geht man ein gewisses Risiko ein. Jedes weitere Gruppenmitglied bedeutet sieben zusätzliche Chips und damit verbundene Morde, welche für die Freiheit erkämpft werden müssen. Kein Wunder, dass ein Teilnehmer, wenn sich die Chance bietet, dazu neigt, seine Kameraden zu verraten. Zumal jeder der entführten Personen gleichzeitig Dreck am Stecken hat, eben weil sie etwas Unverzeihliches in der Vergangenheit begangen haben müssen, um überhaupt auf dieser Insel zu landen. Selbst wenn man sich schwört, bis zum bitteren Ende zusammenzuhalten, wenn sich erst einmal genügend Chips in ihren Besitz befinden, beginnt ein kleiner Dämon an die innere Schädeldecke zu klopfen. Es macht einen Reiz aus zu wissen, dass eine Figur ein falsches Spiel treibt und zu sehen, ob der Rest auch durch diese Fassade blicken kann. Dabei weiß der Zuschauer oft mehr als die Protagonisten selbst und bekommt durch die Rückblicke einen besseren Überblick, wer hier auf die Bildfläche tritt oder was seine Absichten sind.

Wo Ryota mehrfach gezwungen ist, den Gefahren ins Auge zu schauen, entwickelt er einen unglaublichen Überlebenswillen. Da kann der Videospiele-Nerd regelrecht überraschen, wobei sein körperliches Geschick nicht unbedingt zu dem präsentierten Charakter passt. Durch seine Rettungsaktion taut die Distanz zwischen Himeko und Ryota etwas auf. Zumal das Mädchen sich oft schon aufgegeben hat, und ohne ihn längst das Zeitliche gesegnet hätte, beginnt sie trotz ihrer Männerphobie Vertrauen zu dem Jungen zu fassen. Dabei sei auch erwähnt, dass Himeko durch ihren Einsatz, die beiden ebenso aus der Klemme geholfen hat. Kitschig und aufgesetzt ist die Tatsache, dass die zwei Figuren eine Online-Beziehung in dem Spiel geführt hatten und wie es der Zufall so will, treffen sie unter diesen Umständen wieder zusammen, wobei Himeko diese Sache noch Ryota verheimlicht. Nachvollziehen kann man ihre Angst, ihn noch näher an sich zu lassen. Erfrischend ist dabei wie barsch manchmal Ryota reagiert, wo er nun glaubt zu wissen, dass sie eine andere Himeko ist. Große Charakterentwicklung sollte ein Zuschauer sich generell von dem Anime abschminken, denn auch wenn die Figuren sehr viel durchgemacht haben, die Geschehnisse ereignen sich tatsächlich über einen Zeitraum von nur drei Tagen. In dem Punkt sollte man lieber schon mal seinen Blick auf den Manga richten.

Disc

Kazé hat die zwölfteilige Serie in vier Volumes aufgeteilt und bringt sie sowohl auf DVD als auch Blu-ray auf dem Markt. Dementsprechend fällt der Preis pro Ausgabe von BTOOOM! teuer aus. Auf dem dritten Volume befinden sich die Episoden 7 bis 9 in deutscher und japanischer Synchronisation. In der DVD-Variante kommt der Ton wie gehabt in Dolby Digital 2.0 und das Bild in einem 16:9-Format. Die Qualität hält sich auf einem guten Level, wobei sich der Griff zur blauen Scheibe bei dieser Serie schon lohnt. In Sachen Animation und Perspektive schafft Madhouse gekonnt die Action in Szene zu setzen. Bei der Darstellung der Umgebung wurde sehr viel auf Realismus gesetzt, sodass man sich selbst gut in die gefährliche Situation hineinversetzen kann. Genügend Variation bietet das Charakterdesign, wobei diezum Teil verzerrten Visagen die Antipathien schon aufdringlich verschieben. In puncto Brutalität wird bei dem Survival-Szenario nicht gehapert, die FSK-Freigabe von 16 Jahren trägt der Titel zurecht. Grundsätzlich wurde die Serie sehr auf den westlichen Geschmack zugeschnitten, eben das, was man aus Kino-Blockbustern gewohnt ist.

Die Soundkulisse ist gelungen abgestimmt worden. Weiterhin bewegt sich die deutsche Synchronisation auf einem guten Level. Neu zum Sprechercast hinzugekommen sind unter anderem die beiden Berliner Stimmen Arne Stephan als Nobutaka Oda und Sebastian Christoph Jacob (Code Geass) als Masahito Date. Ersterer ist ein eindrucksvoller Badass-Typ und letztererschafft es, den verschlagenen Charakter von Date überzeugend rüberzubringen. Eine Steigerung kann man besonders bei den Sprechern der Hauptfiguren Ryota und Himeko feststellen, welche sich inzwischen richtig gut in ihren Rollen eingefunden haben. Wer trotzdem unzufrieden ist, kann immer noch zur japanischen Fassung schalten. Diese kommt wie gehabt mit deutschen Untertiteln im gelben Schriftzug und schwarzen Outlines.

Bonus

Neben den drei Episoden befindet sich nur eine Trailer-Vorschau auf der DVD. Sonstige Extras sowohl auf physischer als auch digitaler Form fehlen komplett. Bei dem Preis wäre eine bessere Ausstattung vom Publisher angemessen.

Verpackung

Das dritte Volume kommt wie zuvor in der gängigen Plastik-Hülle. Das Cover zeigt im gleichen Stil und grünem, schwarzem Farbschema die beiden Figuren Oda sowie seine Partnerin Kinoshita, wobei das coole Duo erst in Folge 9 so richtig auf die Bildfläche tritt. Zudem wurde das Motiv für das Menü und als Silhouette für die Disc verwendet. Dank des Wendecovers lässt sich das störende FSK-Logo verbergen.

Aufgepasst und angeschnallt, die packende Achterbahnfahrt namens BTOOOM! ist auf seinem Höhepunkt angelangt. Es kommt zum Aufeinandertreffen der Teilnehmer und es stellt sich die entscheidende Frage, wer es lebend hier herausschafft. Wo gehobelt wird, fallen auch Späne, die Serie bleibt in Bezug auf Verluste schonungslos. Der Gefahr ausgesetzt und von den Zweifeln genährt, sprießt Misstrauen unter den Gruppen. Welchen verwerflichen Mitteln bedient man sich, um das eigene Überleben zu sichern? Mit ein paar eigenen Features wie dem unterschiedlichen Einsatz der Bomben wartet das reizvolle Battle-Royale-Szenario auf. Charaktertiefe sollte man dabei nicht unbedingt erwarten. BTOOOM! gehört zu den Action-Trips, bei denen ihr am besten das Hirn abschaltet und einfach die Tour genießt. Wenn ihr mit dem teuren Preis sowie den fehlenden Extras leben könnt, erwartet euch zweifellos ein spaßiges, kurzweiliges Vergnügen.

Wir bedanken uns herzlich bei Kazé für das Rezensionsexemplar zu BTOOOM! Vol. 3.

Details

Titel: BTOOOM! – Vol.3
Originaltitel: ブトゥーム (BTOOOM!)
Produktionsjahr: 2012
Genre: Action
Animationsstudio: Madhouse
Regisseur: Kotono Watanabe
Publisher: Kazé
Länge/Episoden: 75 Minuten, Folge 7-9
Sprachen: Japanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Ton: Dolby Digital 2.0
FSK: 16
Preis: 23,99 €
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© Junya Inoue / Shinchosha • BTOOOM! Committee
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