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»Ein wirklich schlimmer Sommer« – Manga-Test

In Japan ist Chiyori noch ein sehr frisches Manga-Talent. Bisher wurden dort lediglich zwei Oneshots von der Mangaka herausgegeben: im Oktober 2012 Jinja no mori no Noraneko-kun  und im Dezember 2014 Kitsune no Yomeiri. Aktuell arbeitet Chiyori an ihrem neuen Manga Shinomiya-kun no Sekai ga Owatte mo. Mit Jinja no mori no Noraneko-kun erschien im Februar 2015 hierzulande ihr Erstlingswerk unter dem deutschen Titel Ein wirklich schlimmer Sommer bei TOKYOPOP. Was euch darin erwartet, das verrät euch diese Review.

Nagi Kanzaki soll über die Sommerferien zu ihrem Onkel, um diesem im Tempel zu helfen. Das passt dem Mädchen gar nicht, zumal es eine öde Gegend ist und es aktuell mal wieder zwischen ihren Eltern kriselt. Die Scheidungspapiere bereiten Nagi ein mulmiges Gefühl, dennoch bleibt sie guter Dinge, dass die beiden sich wie immer wieder vertragen werden.

Das muntere Mädchen lernt bei ihrem Onkel den gleichaltrigen Satsuki kennen, der ihr gegenüber eine scharfe Zunge beweist. Schnell wird klar, dass auch er aus familiären Gründen dort wohnt. Nagi stellt nun fest, dass die Trennung ihrer Eltern endgültig ist und muss sich entscheiden, bei wem sie künftig leben möchte. Doch das fällt dem Mädchen schwer, schließlich hat sie beide sehr lieb. Ausgerechnet Satsuki spendet ihr in dieser Situation Trost. Letztendlich holen ihn seine Probleme aber auch wieder ein. Gelingt es Nagi den Jungen wieder aufzubauen?

Die drei Kapitel starke Hauptgeschichte Ein wirklich schlimmer Sommer stellt eine angehende Romanze zwischen zwei Jugendlichen dar. Nagi und Satsuki verbindet die Tatsache, dass beide familiäre Probleme bewältigen müssen. Der Leser erhält mit Nagi und Satsuki zwei Protagonisten, die sich shojotypisch verhalten und auch annähern. Der coole sowie reif wirkende Satsuki hat sich zunächst mit der optimistischen und kindlichen Nagi in der Wolle. Schnell wird klar, dass der Funke zwischen den beiden übergesprungen ist.

Der Handlungsablauf wirkt an manchen Stellen leider etwas aufgesetzt, um das Geschehen noch gefühlsbetonter darzustellen, als es ehe schon ist. Um ein Beispiel zu nennen, Satsuki erzählt Nagi seine Probleme und im selben Moment beginnt es plötzlich zu regnen – nahezu symbolisch, um die traurige Stimmung hervorzuheben. Diese Herangehensweise wäre meiner Meinung nach unnötig gewesen, weil die Story dadurch stark in Richtung Kitsch abdriftet. Der überaus positive Ausgang der Handlung macht in diesem Punkt leider auch keinen Unterschied. Ansonsten erwartet dem Leser eine süße angehende Romanze, die sich allerdings in keiner Weise von anderen ähnlichen Vertretern abhebt.

Neben drei Kapiteln zu Ein wirklich schlimmer Sommer und einem dreiseitigen Extra enthält der Einzelband die zwei Bonuserzählungen Verirrt im Geisterhaus und Antwortsuche nach der Schule. Letztere besitzen eine unabhängige Story mit eigenen Protagonisten, kommen aber mit demselben Package wie die Haupterzählung. So erhaltet ihr ebenso zwei seichte Romanzen mit Happy End. Des Weiteren legte TOKYOPOP die übliche SHOCO CARD bei, auf der ein Profil zur Mangaka steht.

Man merkt an den Zeichnungen, dass dieser Einzelband Chiyoris Erstlingswerk ist. Antwortsuche nach der Schule ist ihr Debütmanga. Dem Leser fallen hier definitiv Unterschiede im Charakterdesign auf. So sind die Proportionen noch nicht ganz so ideal und Chiyori arbeitete weniger detailliert. Verbesserungen erkennt man aber bereits in Verirrt im Geisterhaus und Ein wirklich schlimmer Sommer. Der Fokus liegt in Chiyoris Zeichnungen wie in vielen Shojo-Titeln auf die Ausarbeitung der Charaktere und deren Ausdruck von Emotionen. Dies ist der Mangaka gelungen, wobei mir persönlich der gewisse Wiedererkennungswert in ihren Bildern fehlt.

Chiyoris Ein wirklich schlimmer Sommer bietet dem Leser sicherlich nichts Neues: Euch erwarten Liebeserzählungen, deren Ausgang vorhersehbar ist. Familiäre Probleme stehen in der Hauptgeschichte im Mittelpunkt und diese versuchen die zwei Protagonisten gemeinsam zu bewältigen. Das Geschehen spielt zwar im Slice-of-Life-Bereich, dennoch driftet die Mangaka leider gerne mal in überzogenen Kitsch ab. Da der Einzelband Ein wirklich schlimmer Sommer allerdings das Erstlingswerk von Chiyori ist, bleibt abzuwarten, ob sich die Mangaka erzähltechnisch in Folgetiteln weiterentwickeln wird. Wer seichte Romanzen mit positivem Ausgang mag, der dürfte sich mit diesem Oneshot keinen Fehlkauf leisten. 

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Ein wirklich schlimmer Sommer.

Details

Titel: Ein wirklich schlimmer Sommer
Originaltitel: 神社の杜のノラ猫君 (Jinja no mori no Noraneko-kun)
Mangaka: Chiyori
Erscheinungsjahr: 2012 (JP), 2015 (DE)
Verlag: Shogakukan (JP), TOKYOPOP (DE)
Genre: Romance, Slice of Life
Altersempfehlung: 15-17
Preis: 6,50 €
Bestellen: [amazon text=ISBN 3842011318&chan=animey&asin=3842011318]

Jinja no mori no Noraneko-kun © 2012 by Chiyori/Shogakukan Inc.
Ein wirklich schlimmer Sommer © TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2015

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