Das neue Sera Myu zur »Infinity Arc«: ein erstes Fazit

Nun neigt sich Un Nouveau Voyage – eine neue Reise (AnimeY berichtete) – bereits ihrem Ende: Das dritte Sailor Moon-Musical der fünften Stage (man misst jeder Sailor-Moon-Darstellerin eine Stage zu) lässt bald den letzten Vorhang fallen und somit schließt auch der fünfte Arc ab. Zusammen mit Hauptdarstellerin Satomi Okubo verlassen auch Momoyo Koyama (Sailor Mercury), Kanon Nanaki (Sailor Mars), Yu Takahashi (Sailor Jupiter) und Shiori Sakata (Sailor Venus) den Cast, womit wohl eine der stimmigsten Inner-Senshi-Gruppen in der Geschichte (immerhin seit 1993) die Bühne verlässt. Gestreamt wird die letzte Osaka-Show am 4. Oktober!

Mit diesem Musical treffen wir zum ersten Mal die restlichen Outer Senshi! Mikako Ishii als Sailor Pluto ist uns ja seit letztem Jahr und Petite Étrangère bekannt. Sie stellt die Hüterin von Zeit und Raum nicht nur gekonnt dar, sondern liebt diese Figur von Herzen. Kein Wunder also, dass sie auch ihre Senshi-Ziehtochter Hotaru Tomoe, also Karin Takahashi, in die Arme schloss. Per Twitter wünschte Mikako ihr viel Glück in der Schule. Doch eigentlich steht für Karin schon längst etwas anderes an erster Stelle. Die Sängerin der Girlgroup Prizmmy wünscht sich nämlich nichts mehr, als Schauspielerin zu werden! Zumindest als Sängerin hat sie schon Erfolg – und sogar als Animefigur. Primmzy steuerte nämlich die Musik zu Pretty Rhythm bei und die drei Mitglieder Karin, Mia und Reina waren sogar Figuren in der 51 Episoden umfassenden zweiten Staffel. Dazugehöriger Manga inklusive. Sayaka Fujioka präsentierte sich aber auch in bester »Michiru-mama«-Manier: Sie schenkte Karin einen kleinen Saturn-Schlüsselanhänger! Beide Neudarstellerinnen einte die frühe Leidenschaft für Sailor Moon. Mit ihrer Musicalpartnerin Shuu Shiotsuki trank sie viel Nachmittagstee und lernte fleißig Text. Shuu machte ihnen beiden sogar Hausschuhe im Uranus- und Neptunedesign, sehr zur Freude ihrer Fangirls. Denn es galt gegen die einzige Variante im gesamten Sailor-Moon-Kosmos anzukommen, die als »HaruMichi« bis dato sogar einen Kuss teilen konnten – Nao Takagi und Yuuka Asami.

Shuu erklärte im Vorfeld auf der offiziellen Homepage, dass der Unterschied zwischen ihr und Haruka Tenoh groß sei. Sie empfinde den Charakter der – sich oft selbst belügenden, in die Mission verbissenen – Blonden perfekt. Vor allem Nao spielte Haruka stets einen Hauch »dorky«, also weniger ernst – außer in ihrem letzten Auftritt in Mugen Gakuen – Mistress Labyrinth. Da Shuu selbst zugab, voller Komplexe zu sein, waren die Voraussetzungen somit eigentlich gut, doch halten sich die aktuellen Sera Myus sehr stark an den Manga. Und dort küssen sich Haruka und Usagi! Zum Kuss wird es nicht kommen, das tatsächlich sinnlose Geflirte hat man aber leider nicht rausgestrichen. Denn eigentlich sollte Haruka ihre Michiru doch ohne Fremdgehgedanken lieben! Zudem wird – Spoileralert! – Tuxedo Mask vorm spartanischen Bühnenbild verletzt und Venus, die sich als großer Haruka-Fan positioniert, muss wohl als Moon-Double durchgehen.

Die Death Busters lernten wir bereits in früheren Produktionen kennen, doch Doktor Tomoe war stets männlich. Mit der Neuauflage der Sera Myus beschloss man aber, alle Rollen mit Frauen zu besetzen. Dies entspricht dem Takarazuka-Style, was nicht nur die Darstellerinnen Yuuga Yamato (Mamoru Chiba), Shuu und Sayaka erklärt, sondern ebenso zuletzt die Besetzung von Rubeus und Co., die sich ebenfalls aus der traditionsreichen Schule des Takarazukas rekrutierten. Leider kommen diese Nebencharaktere schon immer etwas zu kurz in rund zwei Stunden Gesamtspielzeit, doch vor allem Kaolinite (Kei Oogi) scheint die Zuschauer beeindruckt zu haben.

In Tokio lief das Stück vom 18. bis 27. September! Dank einer Brille konnten Zuschauer das Musical mit englischen, französischen und chinesischen Untertiteln genießen. Übrigens: Laut der allerersten Myu-Moon ANZA wog das Eternal-Sailor-Moon-Kostüm damals zumindest acht Kilo. ANZA selbst holte im Juli für einen Abend ihre Weggefährten wieder auf die Bühne, um Myu-Songs zu covern. Mit dabei waren aber auch Darsteller, die sie später nur als Zuschauerin kennenlernte – wie eben Yuuka und Nao. Die beiden sangen Destined Couple und waren auch ganz ohne Perücken perfekt in der Rolle. Doch egal, ob man alt oder neu bevorzugt – es ist großartig zu sehen, dass Sailor Moon nach über zwanzig Jahren die Fans noch so begeistert, neue dazu gewinnt und die Geschichte neu erzählt. Und vielleicht bekommen die Anhänger dadurch bald auch ein völlig neues Abenteuer dazu? Das Mädchen mit den beiden Zöpfen ist noch lange nicht zu alt für den Kampf gegen die Finsternis.

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