»Death Note« Box Vol. 1 – DVDonTest

Vor elf Jahren feierte Death Note als Manga in Shueishas Shonen Jump-Magazin sein Debüt. Insgesamt zwölf Bände umfasst die Geschichte um das Notizbuch des Todes, geschrieben von Tsugumi Oba und illustriert von Takeshi Obata. Hierzulande publiziert TOKYOPOP das Print-Werk und veröffentlicht diesen September sogar eine Komplettbox für 79,95 Euro. Es erschien zudem die 37-teilige Anime-Serie, welche ab Oktober 2006 auf NipponTV ausgestrahlt und von Madhouse produziert wurde. Des Weiteren kamen noch Ableger in Form von Realfilmen, Videogames sowie anderen Medien auf den Markt. In Deutschland sicherte sich Publisher Panini erstmals 2008 die Rechte zur Anime-Serie und veröffentlichte diese hierzulande ab Herbst desselben Jahres auf DVD. Am 25. Juli 2014 erschien das erste Volume des Kultanimes mit vier Discs als Neuauflage bei Kazé. Wir verraten euch, ob sich diese lohnt.

Der siebzehnjährige Light Yagami ist ein unauffälliger Oberstufenschüler und bringt regelmäßig die besten Noten mit nach Hause. Eines Tages findet er auf dem Schulgelände das in Schwarz gehüllte »Death Note«. Beim näheren Betrachten denkt Light, es sei ein übler Streich vo jemandem. Doch das soll sich ändern – der Musterschüler steckt das Notizbuch ein und weiß noch nicht, welche Macht er ab sofort in Händen hält.

Zu Hause untersucht Light das »Death Note«, in dem Anleitungen zur Verwendung niedergeschrieben sind. So heißt es im Leitfaden, dass ein Mensch stirbt, sobald jemand dessen Namen in das Buch schreibt. Weiterhin empfindet der Heranwachsende das Ganze als makabren Scherz, trotzdem packt ihn seine Neugier. Im Fernsehen läuft nebenher eine Liveschaltung zu einem Geiseldrama in unmittelbarer Nähe. Der Nachrichtensender veröffentlicht ein Foto und den Namen des Kriminellen, woraufhin der Jugendliche diesen notiert. Nach 40 Sekunden heißt es plötzlich, der Geiselnehmer sei zusammengebrochen und vermutlich durch einen Herzstillstand umgekommen.

Fassungslos, aber nach wie vor misstrauisch, unternimmt Light einen weiteren Versuch, um die Echtheit des »Death Note« zu prüfen. Nach einem zweiten Anlauf weiß der Schüler ab sofort, dass jener eine mächtige Waffe besitzt, welche ihm helfen wird, die Gesellschaft von allem Übel zu befreien, denn der intelligente Heranwachsende ist gelangweilt sowie angewidert von der Welt und den Verbrechern. Deshalb setzt er es sich zum Ziel, den Planeten radikal davon zu säubern. Kurz darauf erscheint ihm Ryuk, ein Shinigami (Todesgott), welcher in der Menschenwelt sein »Death Note« angeblich verloren hat. Aber insgeheim sehnt sich die Kreatur ebenfalls wie Light nach etwas Nervenkitzel, den die beiden haben werden.

So führt der Jugendliche ab dem Moment ein Doppelleben: Zum einen spielt er die Rolle des begabten und fleißigen Schülers, auf der anderen Seite tötet das Genie mit Hilfe des »Death Note« Kriminelle. Diese Todesfälle bleiben natürlich nicht unbemerkt, da jene in den Medien publik werden, was zur Folge hat, dass Light von den Menschen weltweit zu Kira (Killer) getauft und als Befreier allen Übels betitelt wird. Zudem schaltet sich Interpol ein, welche den berüchtigten Ermittler L anheuert, um diese mysteriösen Vorkommnisse zu lösen. Ein rasantes Duell zwischen dem selbst ernannten Gott sowie dem Detektiven entbrennt.

Disc

Die Neuauflage zur ersten Hälfte der Serie beinhaltet vier Discs mit 18 Episoden und einer Gesamtspielzeit von knapp 450 Minuten. Im Gegensatz zur Panini-Veröffentlichung besticht die Tonqualität nicht mit einem 5.1 Sound, sondern lediglich mit Dolby Digital 2.0, was so manchen unter euch enttäuschen könnte. Als auswählbare Sprachen sind der Originalton mit Untertiteln und Deutsch vorzufinden. Da die Story rund um das Notizbuch des Todes sowieso durch entsättigte Farben den Charme der Serie aufgreift, gibt es beim Visuellen nichts auszusetzen. Auch das Bildformat kommt, wie heutzutage schon fast Standard, mit einem 16:9-Verhältnis daher. Bei der deutschen Synchronisation, welche aus dem Studio G & G stammt, hat sich seit der Erstveröffentlichung von 2008 nichts verändert.

Bonus und Verpackung

Bei einem Wert von circa 50 Euro sind abgesehen von den Discs, welche in vier einzelnen Slim-Hüllen verstaut wurden und auf deren Cover jeweils die Protagonisten von Death Note posieren, weder Goodies, noch ein Booklet oder Extras auf den DVDs enthalten. Das ist bei einer Neuauflage und dem Preis ziemlich enttäuschend. Selbst die Verpackung, in welcher sich die DVD-Hüllen befinden, besteht lediglich aus einem einfachen, festen Karton, der insgesamt mit einer Folie kaschiert wurde, um der Box etwas mehr Wertigkeit zu geben. Auf der Frontseite sind Light Yagami und L zu sehen, welche auf einem blau-schwarzen Hintergrund platziert sind sowie, durch ein goldenes, verziertes Kreuz getrennt, symbolisch auf ihren Seiten stehen. Darüber scheint das Gesicht des Shinigamis Ryuk durch, welcher mit dem Notizbuch für Aufregung in der Menschenwelt sorgt und Lights Leben komplett verändert. Unterhalb des Bildes befindet sich der Death Note-Schriftzug mit einem blauen Glow-Effekt.

Da mir bereits die japanische sowie englische Fassung bekannt war, hatte ich dieses Mal die Möglichkeit, den deutschen Ton näher unter die Lupe zu nehmen. Die Sprecherwahl ist gut gelungen, da sich auch einige alte Hasen hinter Ryuk und Co. verbergen, wie etwa Kim Hasper, Julien Haggége sowie Magdalena Turba. Jedoch empfand ich die japanische sowie englische Synchronisation, vor allem letztere, authentischer. Insgesamt klangen die Protagonisten erwachsener, was aber auch Geschmackssache ist und keine große Kritik an der deutschen Vertonung sein soll. Denn trotz allem geben sich die Sprecher hinter den Hauptfiguren große Mühe, den Charakteren Leben einzuhauchen. Besonders gut hat mir Ryuks Stimme und sein hämisches Lachen gefallen. Da er etwas zwielichtig daherkommt, passt Bernd Kuschmann wie die Faust aufs Auge. Anfangs fand ich Light aufgrund seiner etwas flacheren Tonart ein wenig gewöhnungsbedürftig, die aber mit den Folgen und analog zu seiner Wesensveränderung, aufblüht. L hingegen hat von Beginn an eine leicht mysteriöse Aussprache, welche dem Charakter eine angemessene, düstere Ausstrahlung verleiht. Misas verspieltes und heiteres Gemüt spiegelt sich in Magdalena Turbas Stimme wider, wobei jene im Gegensatz zur japanischen Version nicht ganz so übertrieben fröhlich wirkt.

Musikalisch wird Death Note von einem sehr atmosphärischen Soundtrack unterlegt, welcher von härteren Gitarrenriffs bis hin zu von Chorgesang begleiteten Orchesterarrangements reicht. Auch durch die jeweiligen Themes, welche situationsbedingt im Hintergrund ertönen und der Szene dadurch noch mehr Ausdruckskraft verleihen, gelingt es der akustischen Untermalung, die düstere Story verstärkt hervorzuheben. Sowohl das Opening als auch das Ending stammen von der japanischen Visual-Kei-Band Nightmare, die vor allem in den Genres Melodic Metal, Rock sowie Hardcore Punk zu Hause ist.

Kein Geringerer als Tetsuro Araki führte bei der Anime-Serie Regie, welcher für die meisten durch Shingeki no Kyojin (Attack on Titan) oder Highschool of the Dead ein Begriff sein sollte. Für das Charakterdesign war Masaru Kitao verantwortlich, der schon jahrelange Erfahrung in Keyanimation sammelte. Im Vergleich zum Manga erscheint die Gestaltung der Figuren im Anime etwas zurückhaltender, aber dennoch realistisch, was sich auch auf die Hintergründe bezieht. Insgesamt trägt die etwas gedrückte Farbgebung zur Atmosphäre der Geschichte bei, die von Beginn an ziemlich düster ist und im Laufe der Episoden dichter wird. Zudem erkennt der Zuschauer, dass Light mit der Zeit durch seine zweite Persönlichkeit als Kira vermehrt ein Shinigami-Aussehen erhält, zum Beispiel durch ein breites Grinsen, wie Ryuk es hat. So als ob der Schüler sich buchstäblich durch das »Death Note« in einen Todesgott verwandeln würde.

Death Note begleitet mich nun schon seit 2007. Seitdem habe ich die Serie einige Male gesehen sowie den Manga gelesen. Immer wieder muss ich feststellen, dass die Story mich neu fesselt, was wirklich selten passiert. Deshalb kann ich das Werk von Tsugumi Oba und Takeshi Obata jedem empfehlen, der sich für Mystery-Thriller mit einer guten Portion Krimi interessiert. Eines sei gesagt, Death Note schafft es, kontroverse Diskussionen auszulösen, die auf die Nutzung des Notizbuches Bezug nehmen, denn wer hat nicht schon einmal daran gedacht, jemanden darin niederzuschreiben?

Wer jetzt denkt, 50 Euro für die erste Box auszugeben, der sollte sich die Anschaffung gut überlegen. Denn Death Note an sich ist nach wie vor eine Kultserie, die man gesehen haben muss. Jene besticht durch eine spannende Geschichte, Charakterentwicklung und bringt einem die menschlichen Abgründe näher. Diese Mischung ist mit kaum einem anderen Titel vergleichbar. Jedoch fällt das neue Gesamtpaket von Kazé mager aus, was den Preis nicht begründet. Somit ist jedem selbst überlassen, ob er sich die zweiteilige Box holt und mit ungefähr 100 Euro kein Extra bekommt oder Ausschau nach der Panini-Fassung hält. Diese ist mit insgesamt knapp 120 Euro etwas teurer, aber sowohl mit einer besseren Soundqualität als auch Ausstattung versehen. Wer allein auf die Serie Wert legt, der wird mit der Neuauflage gut bedient.

Wir bedanken uns bei Kazé für ein Rezensionsexemplar zu Death Note Box Vol. 1.

Details

Titel: Death Note Box, Vol. 1
Originaltitel: デスノート (Desu Noto)
Produktionsjahr: 2006
Genre: Drama, Krimi, Mystery, Thriller
Animationsstudio: Madhouse
Regisseur: Tetsuro Araki
Publisher: Kazé
Länge/Episoden: 18 Folgen je 25 Minuten
Sprachen: Japanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Ton: Dolby Digital 2.0
FSK: 12
Preis: circa 49,99 €
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© 2003 Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha Inc.
© 2006 DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse
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