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Detektiv Conan – 18. Film: Der Scharfschütze aus einer anderen Dimension – Blu-ray Test

Nach knapp einjähriger Durststrecke erschien am 25. September der 18. Detektiv Conan-Film Der Scharfschütze aus einer anderen Dimension (Meitantei Conan : Ijigen no sunaipa) sowohl auf DVD und Blu-ray als auch online bei Anime on Demand. Wer die kleine Spürnase gern mal knuddeln möchte, hat die Möglichkeit, dies seit dem 6. November zu tun, denn seitdem ist die Collector´s Edition mit Conan-Plüschi erhältlich. Nach dem Filmstart am 19. April 2014 konnten in Japan 3,29 Millionen Besucher in die Kinosäle gelockt werden. Mit einem Einspielergebnis von 4,09 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 29,71 Millionen Euro, war dieser der bis dahin erfolgreichste Movie aus der Detektiv Conan-Reihe. Inzwischen wissen wir, dass der nachfolgende Titel Detektiv Conan: Gouka no Himawari (Die Sonnenblumen des Höllenfeuers) die Messlatte erneut höher packen konnte. Ob der Film wirklich so ein Volltreffer ist, wie die japanischen Zahlen versprechen, werden wir in nachfolgender Rezension für euch ergründen.

In Tokio wird der »Bell Tree Tower« feierlich eröffnet, welcher von der Familie Suzuki erbaut wurde. Sonoko lässt es sich nicht nehmen, zu diesem Anlass sowohl Ran als auch Conan und die Detective Boys einzuladen. Während alle die Aussicht genießen, wird knapp neben ihnen der zwielichtige Immobilienmakler Hiroaki Fujinami von einem Scharfschützen erschossen. Conan nimmt umgehend die Verfolgung auf, wobei er unerwartet Hilfe von der Oberschul-Detektivin Masumi Sera erhält. Als es für die beiden richtig brenzlig wird, erscheinen die drei FBI-Agenten James Black, André Camel sowie Jodie Sterling auf der Bildfläche, woraufhin sich der in Bedrängnis geratene Täter durch einen Hechtsprung in den Sumida-Fluss erst einmal aus dem Staub macht.

Die Agenten des Federal Bureau of Investigation haben gleich den passenden Verdächtigen im Gepäck, Timothy Hunter. Dieser galt als einer der besten Sniper der Neavy Seals und hat nach diversen Rückschlägen sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld offensichtlich begonnen, einen gezielten Rachefeldzug zu starten. Während in Amerika bereits ein Todesopfer durch ihn zu beklagen ist, schafft es der Schütze in Japan innerhalb kürzester Zeit, die Liste seiner Opfer auf vier zu verlängern. Rätsel geben allerdings die Würfel mit verschieden hohen Augenzahlen auf, die an jeden Tatort zurückgelassen werden. Bis eines dieser Objekte neben dem toten Hunter liegt. Wird es Conan und Sera gelingen, das Rätsel zu lösen, um so zu verhindern, dass noch weitere Menschen sterben?

Das Produktionsteam hat auf altbekannte Namen zurückgegriffen, so führt Kobun Shizuno erneut Regie, wohingegen Kazunari Kouchi wieder das Drehbuch verfasste. Während Takeharu Sakurai im letzten Teil diese Position innehatte und dabei eher schwächer abschnitt, wie wir bereits berichteten, kehrt nun mit Kouchi ein erfahrener Conan-Autor zurück. Dies ist dem Film durchaus positiv anzumerken, gelingt es ihm recht gut, dem zur Mitte hin leicht abflachenden Handlungsbogen durch das unerwartete Abtreten des angeblichen Täters erneut Auftrieb zu geben und die Zuschauer zum aktiven Miträtseln zu motivieren.

Nach einer knappen Einleitung, in der die Gruppe um Conan und Ran die Aussicht bewundern, wird der Betrachter relativ schnell auf das erste Opfer Hiroaki Fujinami aufmerksam, dessen Auftritt sehr kurz ausfällt. Kaum fünf Minuten später bricht er, von einer Kugel getroffen, zusammen, wodurch Conan mitsamt seines Skateboards eine rasante Verfolgungsjagd startet. Allerdings wird bei dieser schon ein wenig zu sehr in die Trickkiste gegriffen. Ich meine, die Erfindungen von Professor Agasa sind nicht unbedingt für ihre Authentizität bekannt, bloß was Conan hier an Stunts bei der Verfolgung des Täters hinlegt, ist dermaßen übertrieben, dass jeder, der ansatzweise etwas von physikalischen Grundsätzen versteht, nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Außerdem fällt auf, dass Professor Agasa die Detective Boys mit neuen Kommunikatoren ausstattet, welche genau über jene Funktionen verfügen, die diese zum Ende hin brauchen, ohne überhaupt erklären zu können, wieso er sie gerade so modifiziert hat.

Gut gefällt mir im Gegenzug die Vorstellung der Figuren. Während Shin’ichi die wichtigeren, also Masumi Sera, Subaru Okiya sowie das Team des FBI, bereits im Vorspann beleuchtet, werden die weiteren, außer die Charaktere der Serie, später durch die Agenten vorgestellt. Dies ist für die Verständlichkeit der weiteren Handlung unerlässlich, zumal innerhalb des Films auf jene größtenteils nicht weiter eingegangen wird. Bei dieser Einführung durch Dritte bleiben die Handlungsgründe von bestimmten Beteiligten selbstverständlich im Dunklen. Deswegen fallen die meisten Charaktere, die nur im Film auftauchen, bedauerlicherweise sehr eindimensional aus. Nur auf die Person des angeblichen Täters, Timothy Hunter, geht man näher ein, während seine ehemaligen Kollegen beziehungsweise Freunde, die keine potentiellen Ziele darstellen, sich dafür aber seltsamerweise gerade in Tokio niedergelassen haben, nur nebenbei eingeführt werden, was ihrer Bedeutung für die Handlung überhaupt nicht gerecht wird.

Ebenso unklar bleibt die Verbindung zwischen dem kleinen Meisterschnüffler und den Leuten vom FBI. Wer also die Serie nicht kennt, könnte deshalb auf die Frage stoßen, wieso gerade ein Dreikäsehoch wie Conan zu einer internen Besprechung zwischen Polizei und Geheimdienst eingeladen wird, unabhängig davon, ob er zu Kôgoro Mori, dem selbst ernannten großen Genie, gehört. Ebenfalls die Verbindung zwischen dem jungen Detektiv sowie seinem weiblichen Pendant muss sich der Zuschauer selber denken, denn auch hier wird auf Erklärungen weitestgehend verzichtet.

Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gruppen klappt für mich etwas zu reibungslos. Dienstvorschrift oder Handlungsanweisungen scheint es nicht zu geben, sodass alle von Anfang an als eine Einheit funktionieren. Wobei eher Conan, Sera und Jodie Sterling die Hauptarbeit übernehmen, während die Polizei die Rollen des Helfershelfers zugewiesen bekommt. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, haben Takagi sowie Sato doch nichts Besseres zu tun, als bei jedem Problem zu Kôgoro zu rennen und sich von ihm »helfen« zu lassen. Wobei seine Thesen erfahrungsgemäß wieder ziemlich an den Tatsachen vorbeigehen, von diesen allerdings als die Offenbarung schlechthin gehalten werden.

Insgesamt kann man die Handlung in zwei Stränge teilen, wobei der erste aus einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Scharfschützen beziehungsweise seinen Verfolgern besteht. Obwohl der angebliche Täter schon früh bekannt ist, erscheint meist nur eine schwarze Gestalt, was den Zuschauer darauf hinweist, dass sich die Lösung nicht so offensichtlich präsentiert, wie die ausländischen Agenten diese anbieten. Die Suche nach dem wahren Sniper stellt den zweiten Part der Geschichte dar, wobei der Betrachter an dieser Stelle bis zum Showdown hingehalten wird, was die tatsächliche Identität des Schützen angeht.

Disc

Passend zum Thema erscheint die Blu-ray zu Detektiv Conan: Der Scharfschütze aus einer anderen Dimension im Format 1920 x 1080 p, was für eine optimale Darstellung der detailreichen und aufwendigen Gestaltung des Tokioter Stadtteils Asakusa sorgt. Dies ist ein weiterer Punkt, der den Film zu einem Hingucker macht. Es fällt auf, welche große Bedeutung der realistischen Darstellung der örtlichen Begebenheiten eingeräumt wird. Wer sich für Tokio interessiert, erhält hier viele schöne Einblicke, was den »Sky Tree Tower«, hier in »Bell Tree Tower« umbenannt, den Fluss Sumida sowie deren Umgebung anbelangt.

Ebenso wenig wie an der Animation gibt es am Ton zu beanstanden, welcher sowohl auf der deutschen als auch der japanischen Spur in 5.1 DTS-HD MA vorliegt. Die Sprecher des Hauptcasts kehren alle in ihre Rollen zurück und liefern im Allgemeinen eine fundiert gute Leistung. Tobias Müller schafft es, wie gewohnt, sowohl dem kleinen Conan als auch dem erwachsenen Shin’ichi eine glaubhafte Stimme zu geben. Nur während der Verfolgungsjagd am Anfang tut Müller sich mit der Vertonung etwas schwer, was aber schnell verfliegt, sodass er zu alter Form zurückfindet. Das Gleiche gilt für die anderen Sprecher, wobei in diesem Bereich zwischen der deutschen sowie der japanischen Variante kein großer qualitativer Unterschied erkennbar ist. Ebenso positiv sind mir die Sprecher in Erinnerung geblieben, welche ihren ersten Auftritt in größeren Rollen erleben, also die Seiyuu der Amerikaner sowie Masumi Sera. Letztere erhält im japanischen Original von Noriko Hidaka ihre Stimme, wohingegen im Deutschen Esra Vural diese Rolle übernimmt. Beide gefallen mir sehr gut. Sie transportieren sowohl Seras weiche, liebevolle als auch ihre schalkhafte Seite durchaus überzeugend.

Selbiges gilt für den Teil des Casts, welcher für die drei FBI-Agenten verantwortlich ist. Jodie Sterling erhält ihre Stimme erneut von Victoria Sturm, welche bereits in der Serie diese Figur übernommen hat. Wobei hier eine erfahrene Sprecherin durchaus angebracht war, hat sie doch sprachlich den Löwenanteil ihres Teams. André Camel sowie James Black aka Kiyoyuki Yanada (Hans-Eckart Eckhardt) und Iemasa Kayumi (Dieter Memel) sind zwar seltener zu hören, lassen allerdings ebenso wenig zu wünschen übrig wie die anderen Sprecher.

Die größten Unterschiede zwischen den Vertretern der deutschen beziehungsweise der japanischen Charaktere zeigen sich bei den Darstellern der Nebenrollen. Während an dieser Stelle in Japan aus dem Vollen geschöpft wird, wobei oftmals Prominente verpflichtet werden, geschieht dies im Deutschen nicht. Die Originalsprecher von Kevin Yoshino als auch Jack Waltz, Sôta Fukushi beziehungsweise Patrick Harlan, können amerikanische Wurzeln vorweisen, was vor allem in den englischsprachigen Teilen der Dialoge positiv auffällt. Fukushi ist ein in Japan sehr beliebter Jungschauspieler, während Harlan zum berühmten Comedy-Duo Pakkun Makkun gehört. Obwohl seine Figur im Movie eigentlich gar nicht zu seiner Person passt, überzeugt er dennoch sowohl in den japanischen als auch englischen Passagen seiner Auftritte. Selbiges vermisst man bei den deutschen Vertretern. Während David Turba als Yoshino noch eine ordentliche Leistung abliefert, fällt Christian Gaul als Jack Waltz extrem unangenehm auf. Er erreicht weder beim deutschen noch beim englischen Teil die Leistung Harlans, wobei seine Aussprache bei Letzterem so extrem daneben klingt, dass dies den ganzen, eigentlich sehr wichtigen Dialog akustisch empfindlich stört.

Unterm Strich würde ich allen Zuschauern den Originalton ans Herz legen, auch wenn die gelbe Schrift nicht optimal ist. Da relativ viele bedeutende Gespräche in englischer Sprache stattfinden, ist der Untertitel jedoch bei beiden Tonspuren unvermeidlich. Wer bei allen Dialogen Wert auf eine passende Aussprache legt, wird bei den deutschen Sprechern teilweise schwer enttäuscht.

Bonus und Verpackung

Auch beim 18. Fall des kleinen Detektivs bleibt Kazé seiner Linie treu. Die Bluy-ray erscheint in einer einfachen Hülle. Das Cover mit dem FSK-12-Logo wartet mit einem Bild aller wichtigen Protagonisten auf, wobei sich der Großteil derselben eine Ecke am unteren linken Rand teilen muss. Wer sich für die andere Seite entscheidet, erhält Conan auf seinem Skateboard in Großaufnahme, während die Rückseite einen Screenshot der Verfolgungsjagd des Filmanfangs darstellt. Das Coverbild wird auf dem beiliegenden 20- seitigen Booklet verwendet, welches nicht nur die neuen Charaktere des Movies vorstellt, sondern auch Einblicke in die aufwendige Marketing-Maschinerie gibt, welche vor jedem Kinostart von neuem anläuft. Ebenfalls bekommt Professor Agasas kleines Wortspiel einen eigenen Absatz zugestanden, wobei Ai ihn diesmal eiskalt aussticht. Wer hingegen gern einmal einen Blick hinter die Kulissen eines Synchronstudios werfen möchte, sollte auf den ebenfalls enthaltenen Flyer achten. Mit dem Smartphone einfach den QR-Code einscannen und schon könnt ihr Tobias Müller bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.

Wer aufgrund des Titels eine Mysterygeschichte erwartet, wird enttäuscht. Während das Team um James Black seinen ersten Auftritt auf der großen Leinwand feiern darf, treten die kriminalistisch begabten Serienfiguren in den Hintergrund. Der Fall wird  in erster Linie von Conan, Sera und den FBI-Leuten bearbeitet. Fans von Kôgoro, Inspektor Megôre und seinem Team müssen sich mit sporadischen Auftritten derselben begnügen. Alle, die sich an einer rasanten abwechslungsreichen Story erfreuen können, in denen auch die Knalleffekte nicht zu kurz kommen, sind bei Detektiv Conan: Der Scharfschütze aus einer anderen Dimension gut aufgehoben. Auch wenn vielen schon zu Beginn klar sein dürfte, dass das Offensichtliche kaum der Wahrheit entspricht, schafft es das Ende durchaus zu überraschen. Wer sich eher zu den passionierten Manga-Liebhabern zählt, welche die Abenteuer der kleinen Spürnase mit dem scharfen Verstand lieber selber lesen, kann sich bei EMA mit dem gleichnamigen Lesestoff eindecken.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Detektiv Conan – 18. Film: Der Scharfschütze aus einer anderen Dimension.


Details

Titel: Detektiv Conan – 18. Film: Der Scharfschütze aus einer anderen Dimension
Originaltitel: 名探偵コナン 異次元の狙撃手 (Meitantei Konan Ijigen no Sunaipā)
Produktionsjahr: 2014
Genre: Krimi, Action, Drama
Animationsstudio: TMS Entertainment
Regisseur: Kobun Shizuno
Publisher: Kazé
Länge: 110 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Ton: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
FSK: 12
Preis: circa 23,99 Euro

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