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Eindrücke von der Japan Expo 2016

Vom 7. Bis zum 10. Juli 2016 fand in Paris die Japan Expo statt, die größte Convention zur japanischen Popkultur in ganz Europa. Wir waren für euch dabei und haben ein paar Eindrücke von der Veranstaltung eingefangen.

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Die Japan Expo in Paris gilt als die größte Anime und Manga Convention außerhalb Japans – nicht nur einheimische, sondern auch viele internationale Aussteller sind dort vertreten. Sie findet bereits seit 1999 statt und verzeichnete im letzten Jahr fast 250.000 Besucher.

Auf den ersten Blick wirkte es auf uns gar nicht mal SO groß, umfasst der Hallenplan doch lediglich zwei Hallen. In der Tat ist es auch durchaus möglich, alles an einem Tag abzuarbeiten. Wir selbst haben allerdings dann doch die Erfahrung gemacht, dass wir auch am Folgetag immer noch wieder auf Stände gestoßen sind, die uns zuvor nicht aufgefallen waren.

Interessant waren besonders die zahlreichen Bühnen (acht große und noch weitere unzählige kleine Bühnen), die über die beiden Hallen verteilt aufgebaut waren und auf denen alle vier Tage hindurch diverseste Events stattfanden, von Paneltalks, Signierstunden und Showeinlagen bis hin zu ganzen Konzerten. Trotz der vielen Bühnen boten die Hallen dennoch ausreichend Platz für haufenweise aufregende Stände.

Auch Cosplayer waren natürlich vor Ort, wenn auch im Verhältnis weit weniger, als man es von unseren Conventions in Deutschland gewohnt ist. Dafür haben aber einige sogar den weiten Weg aus Japan auf sich genommen, um in Paris ihre Kostüme zeigen zu können.

Bühnenprogramm

Japan Expo Sea Sirens
© sumikai / Runeko
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Den Höhepunkt der Japan Expo stellten vermutlich die vielen Konzerte dar, die über die vier Tage hinweg auf den großen Bühnen stattfanden: Neben den Sea Sirens – bekannt aus Nintendos Erfolgstitel Splatoon – trat zum Beispiel auch die japanische Band Man With A Mission auf und sorgte im größten Konzertsaal für randvolle Zuschauerränge. Als Überraschungsgast auf einem Event zum neuen Spieletitel Dragonball Xenoverse 2 performte außerdem Sänger Hironobu Kageyama das erste Opening von Dragonball Z live auf der Bühne. Sogar eine typisch japanische School-Idol Gruppe war extra für ein Konzert nach Paris geflogen.

Des Weiteren gab es verschiedenste japanische Showeinlagen, sowohl traditionell als auch modern, von Taikō-Gruppen über Yosakoi bis hin zu Kabuki-Theater. Auch konnte man an den kleineren Bühnen bei diversen traditionellen Kampfsportarten wie Aikidō und Kenjutsu zuschauen und zum Teil sogar selbst mitmachen.

Games

Japan Expo God Eater 2
© sumikai / Runeko

Einen weiteren großen Teil der Expo machten die gewaltigen Stände von namhaften Spieleproduzenten aus, allen voran Nintendo, Square Enix und Bandai Namco, die in ihrem Aufbau sehr stark an die Gamescom erinnerten.

Besonders beindruckend waren hierbei die zahlreichen Events und Möglichkeiten, die den Spielern geboten wurden, darunter viel Bühnenpräsenz, bei der auch Goodies an die Fans ausgegeben wurden, oder die Möglichkeit, selbst auf der Bühne Games vor Zuschauern anspielen zu können. The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Dragonball Xenoverse 2, Final Fantasy XV und Monster Hunter Generations waren hierbei wohl die Spiele mit dem größten Andrang.

Verkaufsstände

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Natürlich gab es auch unzählige Stände, in denen über Merchandise bis hin zu neuen Manga allerhand verkauft wurde, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. Eine Zeichnermeile sowie eine Fashion-Area gehörten natürlich ebenfalls dazu. Einige Händler hatten zudem ganze Lotterien im Angebot, wie man sie aus japanischen Gamecentern und Convenience Stores kennt. Wohingegen auf deutschen Conventions meist lediglich die importierten japanischen Lotteriepreise verkauft werden, wurde hier wortwörtlich das ganze Paket importiert, sodass man als Fan für etwa 10-12€ wie in Japan auch die Chance hatte, mit etwas Glück an die großen Preise zu kommen. Definitiv mehr Nervenkitzel als einfach nur das Merchandise zu kaufen.

Essen

Japan Expo Gyudon
© sumikai / Runeko

Auf der kulinarischen Seite gab es viele verschiedene japanische Gerichte zu probieren – neben den obligatorischen Onigiri z.B. Gyūdon (eine Reisschale mit Rindfleisch-Auflage), Dorayaki, Takoyaki und vieles Weiteres.

Das Essen ließ sich zwar an Vielfalt nicht lumpen, die Preise waren dafür allerdings nochmal eine ganze Nummer härter, als man es von den hiesigen Conventions gewöhnt ist. Allein für einen Hotdog konnte man hier gerne schonmal 10€ lassen und auch die Gyūdon Portion war für 8€ doch relativ mickrig. Ein Onigiri kostete immerhin „nur“ 4€ und war dafür sogar frisch zubereitet.

Unser persönliches Fazit von der Japan Expo

Begeisterung pur. Man merkt der Veranstaltung durchaus die langjährige Erfahrung an und nicht zuletzt auch die Tatsache, dass Anime und Manga bereits viel früher in Frankreich Fuß gefasst haben als hierzulande und somit wesentlich tiefer verankert sind. Neben den bereits angesprochenen Punkten lief besonders die Koordination der Menschenmassen im Eingangsbereich unglaublich gut ab, auch wenn die erhöhte Alarmbereitschaft angesichts der Terrorgefahr durchaus spürbar war. Auch in den Hallen hatte man trotz der hohen Besucherzahlen nur selten das Gefühl, dass es zu voll war. Wir sind überzeugt, dass unsere Szene noch eine ganze Menge von den Franzosen lernen kann, um in der Zukunft für ein noch besseres Erlebnis auf deutschen Conventions zu sorgen.

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