Kigurumi Planet – Manga-Test

Mit der zwei Bände umfassenden Manga-Reihe Kigurumi Planet debütiert Ellie Mamahara im deutschsprachigen Raum. CARLSEN MANGA! publizierte das erste Volume im März 2014, das zweite erscheint voraussichtlich im Juli. 2008 debütierten die Einzelkapitel des Werks unter demselben Titel in Tokuma Shotens Chara-Magazin in Japan. Was euch im Startband alles erwartet, lest ihr in diesem Review.

Daisuke Narumi ist Student und liebt Videospiele. Beim Kauf von »Games World War III 2nd« trifft er auf ein Kigurumi. Beide greifen nach dem letzten Exemplar des Spieles. Doch weil Daisuke dieses schon vorbestellt hat, überlässt er es dem Kigurumi und macht noch ein gemeinsames Foto.

Auf seiner Uni ist Daisuke mit seinen Freunden Kajiwara, Indy und Makkori einem archäologischen Zirkel beigetreten. Der Professor Arakawa sucht nach Beweisen für seine Theorie von einem Unterirdischen Reich. Und seine Studenten müssen ihm helfen. Dabei stürzt Daisuke in ein Erdloch und sieht, bevor er bewusstlos wird, merkwürdige Gestalten.

Als der Junge wieder zu sich kommt, liegt Daisuke an einem unbekannten Ort. Schließlich begegnet er dort dem Kigurumi von neulich und erfährt, dass dieser Arita heißt. Es dauert nicht lange, da offenbart sich Arita Daisuke auch noch als Unterirdischer. Zwischen den beiden Jungen bahnt sich eine kleine Romanze an, die allerdings mit Schwierigkeiten verbunden ist. Denn aufgrund der Forschungen von Professor Arakawa ist die Energiebehörde ihm und seinen Studenten stets auf den Versen – immerhin scheint sich dessen Theorie zu bewahrheiten.

Skurril, witzig und fantasievoll ist Ellie Mamaharas Idee schon, über ein unterirdisches Volk zu schreiben, das in einem süßen Tierkostüm an die Erdoberfläche kommt, um unerkannt zu bleiben. Ein wenig Abenteuer kommt durch die Forschungsarbeiten von Daisuke und seinen Freunden dazu. Es ist kurios, aber die Geschichte von Kigurumi Planet weiß den Leser zu unterhalten. Die Protagonisten sind attraktiv, großartig entwickeln tun sie sich im ersten Band allerdings nicht. Des Weiteren dürfen sich Leser auf lustige Konversationen freuen, die beispielsweise daraus resultieren, dass Arita nach den Regeln Unterirdischen im Bezug auf einer Liebesbeziehung handelt.

Ellie Mamaharas Zeichnungen sind typisch für das Boy-Love-Genre. Ihr Fokus liegt klar auf das Design der Charaktere und deren Aktionen. Die Kulisse wird eher zur Nebensache, was ein bisschen schade ist, im Bezug auf ihre Erzählung. Daisukes Begeisterung für das Unterirdische Reich kann der Leser nicht wirklich teilen, da der Umgebung der Feinschliff fehlt.

Neben sechs Kapiteln zu Hauptgeschichte enthält der erste Band von dem zweiteiligen Kigurumi Planet-Manga ebenso das Special Super-Kigurumi-Brothers. CARLSEN MANGA! schenkt euch darin ebenso zwei Farbseiten, wobei allerdings nur eine davon mit einem schicken Artwork bedruckt wurde.

Ellie Mamaharas Kigurumi Planet ist ein Boys-Love-Manga mit einer unterhaltsamen, skurrilen sowie fantasievollen Liebesgeschichte, die ebenso mit ein bisschen Abenteuer verknüpft wurde. So ganz ausgeschöpft hat die Mangaka das Potenzial der Erzählung jedoch nicht. Es gibt kaum Entwicklung seitens der attraktiven Protagonisten. Des Weiteren geht Mamahara-sensei zwar textlich viel auf die Gegebenheiten des Unterirdischen Reiches ein, bildlich wird der Leser jedoch nicht mitgerissen, da sie ihren Kulissen künstlerisch keine Beachtung schenkte. Mag sicherlich beides eine Platzfrage gewesen sein, das Werk umfasst nur zwei Volumes, aber vielleicht hätte ein Band mehr der Story gut getan. Dennoch punktet Kigurumi Planet mit seinen sympathischen Charakteren, dem Humor und dem ungewöhnlichen Storyansatz. Auch sollte erwähnt werden, dass im ersten Band keine sexuellen Szenen vorkommen. Wer Fantasy-Erzählungen mit Boys-Love-Elementen mag, wird sicherlich Freude an dem Titel finden.

Wir bedanken uns bei CARLSEN MANGA! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Kigurumi Planet, Band 1.

Kigurumi Planet © 2010 Ellie Mamahara / Tokuma Shoten
© Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2014