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»Übel Blatt« Band 1 – Manga-Test

Etotouji Shionos Dark-Fantasy-Reihe Übel Blatt begann in Deutschland bereits im Oktober 2014 mit dem »Band 0« genannten Prequel. Nun folgen die restlichen Ausgaben des Erstlingswerks in zweimonatigem Abstand bei Kazé und nehmen uns mit in eine blutige sowie magische Welt voller Intrigen und Kriege. Die Reihe gehört in Japan mittlerweile zu den 30 populärsten Reihen und ist mit bisher 17 Bänden noch nicht abgeschlossen. Sumikai nimmt den Titel für euch ganz genau unter die Lupe.

Das Land wird geprägt durch die Geschichte von vierzehn Helden: Als das Königreich Saalandien von der dunklen Armee Wischtechs angegriffen wurde, entsandte der König vierzehn Krieger mit heiligen Lanzen, um die Bedrohung abzuwenden. Drei starben währenddessen und vier als »Betrügerische Lanzen« bezeichnete verrieten die Unternehmung, wofür sie von ihren Kameraden niedergestreckt wurden. Die verbleibenden Sieben kehrten ruhmreich aus dem Todwald zurück und sorgen seither für Frieden sowie Ordnung im Reich. Dass diese Legende, auf der sich seit mehreren Jahrzehnten ein gesamtes Königreich stützt, nichts weiter als ein einziges Lügengebilde ist, erfahren wir gleich zu Beginn. Während der Verrat der Unternehmung im Prequel detailliert geschildert wurde (Leseempfehlung!), wird zu am Anfang dieses Bandes die verdrehte Tat der Sieben gegenüber der vier eigentlichen Helden kurz aus der Sicht von Ascheriit gezeigt.

Zwanzig Jahre nach der Einkehr des Friedens in Saalandien treffen wir ein kleines Mädchen in der Grenzstadt Rielde Velem, das im Güterwagen einer Karawane als blinder Passagier versucht die Grenzmauer zu durchqueren. Auf der anderen Seite beginnt das von den Sieben beherrschte friedliche Königreich. Ihr Plan fliegt jedoch schnell auf und man will das Mädchen gerade zum Schafott bringen, als ein junger Mann mit langen blonden Haaren und Elfenohren sie als seine Schwester bezeichnet und retten will. Das funktioniert jedoch auch nicht besonders gut, wonach eine dritte erwachsene Person vortritt und die Henker mit Bestechungsgeldern bestückt wegschickt.

Die kleine Dreiergruppe hat sich kaum untereinander vorgestellt, da kehren schon die Handlanger der Henker zurück und wollen noch mehr Geld. Keinzell, wie unsere blonde Schönheit heißt, räumt die Gefahr mit seinem Schwert weg, was ihm die Bewunderung des schwarzhaarigen namens Wid einbringt. Um weiteren unangenehmen Begegnungen aus dem Weg zu gehen, tauchen die Männer mit Piepsi, wie sie das Mädchen nennen, ab. Ihr Ziel ist eine Gaststätte voller Schlepper genannter Menschenschmuggler, die mit dem Erwachsenen eine Überfahrt ins Königreich organisiert haben. Die tatsächliche Abreise wird abermals unterbrochen, als die Henker erneut auftauchen. Unser Dreiergespann türmt zusammen mit Althea, der Besitzerin der Bar, über einen unterirdischen Gang, der ebenfalls einige Hürden bereithält …

Im Aufbau behält Kazé das Format von ihrem aktuellen Superhit Tokyo Ghoul mit 13,1 x 1,7 x 18,4 cm bei. Alle acht Kapitel des Storyabschnittes »Durchbruch« werden auf 226 Seiten abgedruckt. Das einzige inhaltliche Extra im Band ist eine Infoseite am Schluss, auf der die Grenzstadt Rielde Velem und das Kloster näher beschrieben werden. Eine Farbseite ziert den Anfang des Bandes, darauf abgebildet ist Keinzell mit Peepi und den Henkern der Grenzstadt.

Bereits der erste Band legt gewaltig vor: Ein unbekanntes Königreich, komisch zu lesende Namen von undefinierten Wesen, eine Heldengruppe, die aus Verrätern besteht, einiges an weiblichen Rundungen sowie herumfliegende Körperteile und literweise Blut füllen die Panels. Am Anfang mag man von dem Tempo etwas aus dem Sattel geworfen sein, findet sich jedoch sehr schnell in die Geschichte ein. Keinzells wahre Persönlichkeit, sollte sie einem nicht schon auf den ersten vier Seiten klar geworden sein, ist für uns keine Überraschung. Auch dessen Beweggründe und die seiner Partner sind sofort klar, was leider für keinerlei geheimnisumwobene Atmosphäre sorgt (lediglich Pieps Name ist uns nicht bekannt …).

Womit die Reihe dafür aufwartet, ist jede Menge Action. Sei es spannende Verfolgungsjagden, blutige vom Schwert zerstückelte Körper oder das erotische Bettgeflüster – es ist alles vorhanden. Diese hohe qualitative Mischung an Emotionen, gepaart mit spannenden hochgesteckten Zielen aller Charaktere ist kaum zu übertreffen. Dass der Band zudem exquisit gezeichnet wird, unterstreicht das Genie von Shiono-sensei nur noch. An Rasterfolie sparte man hier nicht, was eine wunderbar passende düstere Atmosphäre generiert. Selbstverständlich sind die Charaktere gut proportioniert, sauber gezeichnet und ansehnlich. Doch selbst die Gebäude und Umgebungen werden hier sauber ausgearbeitet.

Insgesamt ist der erste offizielle Band von Übel Blatt eine absolute Kaufempfehlung für alle, die Action lieben. Jeglicher Fanservice wird mit Blut, Körperteilen und Brüsten zusätzlich bedient. Ich selbst habe mit Band null, dem Prequel, zu lesen begonnen, was ich jedem wärmstens empfehlen würde. Es spoilert die folgenden Volumes in keinster Weise, da bereits die ersten Seiten von Ausgabe eins alles aufdecken, was in null detailliert behandelt wurde. Die Reihe hat auf jeden Fall Suchtpotential – ich konnte die Bände selbst gar nicht mehr weglegen.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Übel Blatt Band 1.

Details

Titel: Übel Blatt Band 1
Originaltitel: ユーベルブラット (yuberu buratto)
Mangaka: Etorouji Shiono
Erscheinungsjahr: 2005 (JP), 2014 (DE)
Verlag: SQUARE ENIX (JP), Kazé (DE)
Genre: Action, Fantasy, Gore, Mystery
Altersempfehlung: 16+
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-2-88921-569-0
Format: 13,1 x 1,7 x 18,4 cm
Seiten: 226
Bestellen: [amazon text=ISBN 2889215695&chan=animey&asin=2889215695]

Übel Blatt © 2005 Etorouji Shiono/SQUARE ENIX CO., LTD
© 2014 VIZ Media Switzerland SA

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