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Popkultur First View: Dropkick on my Devil! – Die Monster von nebenan

First View: Dropkick on my Devil! – Die Monster von nebenan

Mit schräger Comedy zwischen süß und skurril beglückt Amazon Prime zurzeit seine Zuschauer. Dropkick on my Devil! polarisiert als Serie zwischen Kunst und Klamauk. Der Anime findet hierzulande gewiss ihre Liebhaber. Wir warfen einen Blick auf die erste Folge.

Nach einem kurzen Vorspann geht es direkt zur Sache. Jashin-chan, ihres Zeichens mächtiger Schlangendämon, gibt eine Party, im Zuge derer sie ihre Beschwörerin Yurine Hanazono erneut um die Ecke zu bringen versucht. Dies stellt für die Schlangenfrau die einzige Möglichkeit dar, wieder in die Unterwelt zu kommen. Damit es nicht auffällt, lädt Jashin ein paar Freundinnen ein. Bleibt die Fragen offen, was macht ein Engel auf einer Dämonen-Party?

Das ist eine der Fragen des Anime, über deren Antwort der Zuschauer nicht zu viel nachzudenken braucht. Dies ist bei Dropkick on my Devil! generell nicht groß von Nöten. Die Geschichte dreht sich um Jashins verschiedene Mordversuche, die Yurine vereitelt. Letzten Endes fallen diese auf Jashin zurück, die meist einen Teil ihres Schwanzes verliert. Erfreulicherweise lassen ihre Selbstheilungskräfte diesen nachwachsen.

Mensch oder Monster – Wer stellt die größere Gefahr dar?

Die Handlung von Dropkick on my Devil! entwickelt sich rasant. Insgesamt besteht die Folge aus zwei Miniepisoden, die jeweils eine andere Seite der Persönlichkeit Jashins beleuchtet. Den Anfang macht eine Mordsparty, im wahrsten Sinne des Wortes. Was als nettes Zusammensitzen zwischen Freundinnen beginnt, entwickelt bald ein lebensgefährliches Eigenleben. Yurine spendiert ihren Monster-Freundinnen einen kleinen Snack und die gehen direkt wieder aufeinander los. Beim Aussehen der Figuren erwartet der Zuschauer eine kleine Kissenschlacht.

Janshin aus Dropkick on my Devil!
Bild: Jashin-chan Doroppukikku

Anstatt von Kissen oder ähnlichen Kleinigkeiten fliegen Klingen durch die Luft. Das Ergebnis sieht am Ende gleich aus. Jashin liegt schwer mitgenommen in der Ecke, während die anderen ohne sie weiterfeiern. Alle Miniepisoden folgen diesem Aufbau, der beim ersten Mal noch überrascht, sich beim zweiten Mal aber schnell abnutzt. Ebenso einfach wie klischeehaft präsentieren sich die Figuren. Eine Lolita, eine Schlangenfrau, ein Mädchen im Kuhcosplay, eine Ägypterin mit Kulleraugen und ein Engel zwischen all diesen Teufelsweibern. Eine innovative Charakterpalette sieht anders aus.

Was bei Dropkick on my Devil! in Erinnerung bleibt, sind die krassen Szenen. Spritzendes Filmblut, das nicht einmal ansatzweise echt aussieht, wechselt sich mit niedlichen Figuren mit Kulleräuglein, die kein Wasser trüben würden, ab. Der Anime lebt von dieser Fallhöhe, die auf den ersten Blick überrascht, bald allerdings an Spannung verliert. Es läuft immer wieder auf dasselbe hinaus. Damit lassen sich die Zuschauer nicht lange ködern, so süß die Mädels daherkommen.

Der Tod kommt krass

Die Story lebt von kaum versteckter Gewalt, die den Figuren anfangs kaum zuzutrauen ist. Die Figuren erweisen sich als ebenso überzogen, wie die Handlung nach dem ersten Teil vorhersehbar. Außer bei Jashin erhält der Zuschauer weder Informationen über ihre Rolle in der Welt noch über ihre Beweggründe. Obwohl die meisten Mädchen wie Jashin zu den Dämonen gehören, scheinen sie keine Anstalten zu machen, ihrer Kollegin bei der Ermordung Yurines zu helfen.

Wieso das Mädchen den Schlangendämon überhaupt rief, bleibt ein Geheimnis. Ebenso wie die Tatsache, welchen Gedanken Mangaka Yukiwo bei der Vorlage hatte. War das Ziel mit kleinen Mädchen, die sich wie Furien gebärden, seicht zu unterhalten? Dann erreicht der Anime dieses Ziel. Eine tiefere Botschaft zu suchen, diesen Aufwand spart sich der Zuschauer am besten.

Dropkick on my Devil! in Nett
Bild: Jashin-chan Doroppukikku

Die Sprecherinnen bringen dem Anime keinen wirklichen Mehrwert. Mit Marina Yamada holten die Verantwortlichen ein ehemaliges HKT48-Idol in den Cast, das sich passabel verkauft. Für sein Sprecherdebüt einen Anime wie Dropkick on my Devil! zu wählen, erweist sich als mutige Entscheidung. Yamada bemüht sich, kommt über eine 0815-Leistung, wie diverse Male vorher gehört, nicht hinaus.

Die Cuty Horror Picture Show

Die Animationen ordnen sich der einfachen Grundidee unter. Obwohl Dämonen in den meisten Serien als echte Monster oder heiße Vamps daherkommen, erweisen sie sich in vorliegender Reihe als kleine Mädchen mit Cosplay-Touch. Solange sie ruhig dasitzen, lässt sich dieser Eindruck aufrechterhalten.

Die Bilder changieren zwischen Chibi und Grusel, ohne hervorzustehen. Den Gipfel an Kreativität erklimmen die Schöpfer, wenn sie Jenshin nach einem missglückten Wiederherstellungsprozess als Pixelwesen zeigen. Ansonsten bleiben die Szenen austauschbar, weil sie in ähnlichen Kombinationen in zig anderen Serien erhalten waren. Eine solide Arbeit ohne große Aufreger.

Ähnlich wie die bekannten Streaming-Anbieter stellt sich die deutsche Übersetzung von Amazon Prime als verständlich heraus. Wer sich die Serie ausschließlich im Originalton ansieht, verpasst nicht viel. Die Bilder sprechen für sich und der nicht vorhandene Inhalt kommt gut ohne Worte aus.

Teufelsweiber unter sich

Dropkick on my Devil! entpuppt sich als nette Serie, bei der beim Anschauen der Kopf in die Pause geht. Eine rudimentäre Handlung unterlegen die Macher mit skurriler Komik, die in den seltensten Fällen zieht. Die Figuren sehen niedlich aus, bleiben allerdings im jeder Beziehung hohl.

Fans von Serien wie Die Monster Mädchen machen bei Dropkick on my Devil! wenig falsch, wenn sie auf Brüste verzichten. Anstatt Oberweite liefert der Anime massenhaft schwarzen Humor.

Jashin-chan Dropkick
Bild: Jashin-chan Dropkick

Info
Dropkick on my Devil!
Original Name: 邪神ちゃんドロップキック
Transkription: Jashin-chan Doroppukikku
Studio: Nomad
Deutscher Anbieter: Amazon Prime Video
Regisseur: Hikaru Sato
Drehbuch: Kazuyuki Fuadeyasu, Momoko Muramaki
Musik: Yuuki Kurihara, Yuzuru Jinma
Erschienen am: 9. Juli 2018
Länge: ? Episoden, ca. 24 Minuten
Genre: Comedy
Medium: VoD

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