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First View: Holmes of Kyoto – Der Meisterdetektiv der Antiquitäten

Die Sommerseason bei den Streamingplattformen ist im vollen Gange, da entführt Crunchyroll die Zuschauer mit der Serie Holmes of Kyoto in die Vergangenheit. Wir warfen einen Blick auf die erste Folge der Animeadaption von Mai Mochizukis Novel und kommen zu dem Ergebnis: Absolut sehenswert!

Die junge Aoi zog aus Saitama ins entfernte Kyoto. Zu Hause ließ sie neben ihrer besten Freundin ihren festen Freund zurück. Nachdem der sich von ihr trennt, hat er nichts Besseres zu tun als gleich mit Aois Freundin anzubandeln. Die beiden werden ein Paar. Die Schülerin ist deswegen stocksauer. Sie möchte zurück nach Saitama und den beiden die Meinung geigen. Dafür braucht sie Geld und zwar schnell.

Aois Großvater sammelte Antiquitäten und um sich ein Zugticket zu kaufen, plant sie, einige Stücke seiner Sammlung zu verkaufen. Im Einkaufsviertel von Kyoto, dem Teramachi Sanjo, findet sie ein Antiquitätengeschäft. In diesem trifft sie auf den Angestellten Kiyotaka Yagashira, dem Holmes aus Kyoto. Warum der junge Mann diesen Namen trägt, erfährt sie bald. Ehe sich Aoi versieht, nimmt sie die spezielle Atmosphäre des Ladens gefangen. Und ehe das Mädchen richtig weiß, wie ihr geschieht, bekommt sie einen Job als Hilfskraft angeboten …

Bares für Rares meets Sherlock

Bei dem Titel Holmes of Kyoto denken viele erst einmal an eine klassische Krimigeschichte. Kyōto Teramachi Sanjō no Holmes bietet allerdings einiges mehr als die wilde Jagd auf irgendwelche Straftäter. Die Geschichte kommt zu Anfang ruhig daher und lässt den Charakteren viel Raum, um sich und ihre Welt vorzustellen. Selbstverständlich zeigt Kiyotaka in der ersten Folge direkt, warum er den Namen Holmes aus Kyoto zu Recht trägt. Die Mischung aus detektivischer Erklärung und persönlichem Drama sorgt für Abwechslung und einen spannenden Grundton innerhalb der Folge.

Kyoto Teramachi Sanjo no Holmes Artikelbild
Bild: Studio Seven

Die Idee eines historischen Genies in einem Antiquitätenladen erweist sich als ebenso passend, wie die Umsetzung als gelungen. Die Startepisode lebt vor allem von dem Zusammenspiel von Aoi und Kiyotaka, liefert aber auch einige interessante Einblicke in die Welt der japanischen Antiquitäten. Selbst jemanden, der normalerweise mit alten Gegenständen nicht viel anzufangen weiß, nehmen die Erklärungen und Anekdoten rund um die vorgestellten Stücke gefangen.

Die persönliche Geschichte Aois, die den Aufhänger für das besondere Kennenlernen darstellt, fügt sich gut in den gesamten Kontext der Folge ein. Selbst wenn Kiyotakas Auftritt ein wenig an die Vorlage eines gewissen Meisterdetektivs erinnert, erhält sie durch die historischen Fakten, die er meist in seine Erklärungen einfließen lässt, einen eigenen Charakter. So bleibt die Story rund um Aoi, die ein paar alte Stücke veräußert und eine völlig neue Welt für sich entdeckt, in Erinnerung und macht neugierig darauf, welche Abenteuer die beiden grundverschiedenen Figuren noch erleben.

Erinnerung zum Anfassen

Kiyotaka und Aoi wirken auf den ersten Blick grundverschieden. Die fröhliche und einfühlsame junge Frau stellt den krassen Gegensatz zum kühl denkenden und meist emotionslos wirkenden Kiyotaka dar. Gerade diese Gegensätze machen das Paar interessant. Ihre Liebe zu antiken Gegenständen und deren Geschichte sorgt für eine besondere Verbindung. Einerseits fungiert Kiyotaka für Aoi als eine Art Lehrer, der ihr viele Dinge beibringt. Aoi ist dagegen in der Lage, positiv auf den Angestellten einzuwirken.

Die Animationen unterstreichen den bisher feinen und einfühlsamen Charakter der Serie. Die Zeichnungen wirken weich und insgesamt ein wenig träumerisch. Anders als bei anderen Serien, wo die Rückblenden meist etwas verschwommen daherkommen, erfolgt die Reise in die Vergangenheit bei Holmes of Kyoto in klaren Linien und harten Kontrasten. Währenddessen präsentiert sich der Alltag mit kleinen Details und viel Liebe zum Zauber des Antiken.

Holmes of Kyoto bei der Arbeit
Bild: Studio Seven

Vor allem die Hintergründe und Kleinigkeiten bleiben bei dem Anime in Erinnerung. Die ersten Bilder entführen in die Zeit der Hanami. Die dort herrschende Stimmung fingen die Verantwortlichen äußerst überzeugend ein und legen die Messlatte für die weitere Entwicklung am Anfang hoch an. Ein Niveau, das die Animatoren die gesamte Episode über halten. Die obligatorische Vorschau kommt am Ende von Holmes und Zen Meister Hakuin erweist sich als kleiner Chibi, der eine süße Seite von Holmes zeigt, was die Folge mit einem Schmunzeln ausklingen lässt.

Einzig die Augen der Figuren stören den insgesamt herausragenden Eindruck von Holmes of Kyoto ein wenig. Während ein emotionsloser Ausdruck bei Kiyotaka seinen Charakter verdeutlicht, wirken die Augen Aois für einen solchen emotionalen Menschen zu einheitlich. Die meisten Emotionen transportiert das Mädchen über seine Mimik, ohne dass die Augen eine Rolle spielen.

Lass hören, wir lauschen …

Beim Sprechercast ließen sich die Produzenten ebenfalls nicht lumpen. Vor allem Kaito Ishikawa leistet als Kiyotaka Yagarashi überzeugende Arbeit. Ihm gelingt es hervorragend, die verschiedenen Aspekte von Holmes‘ Charakter darzustellen. Als kühler Beobachter und Bewerter überzeugt er ebenso wie als leicht spitzbübischer junger Mann, der Aoi gern in Verlegenheit bringt, was ihn sympathisch macht.

Rikiya Koyama liefert als Seiji Yagarashi ebenfalls eine herausragende Vorstellung, selbst wenn sein Auftritt bisher kurz ausfiel. Ein älterer Mann, der sich gern mal an jüngere Mädchen heranmacht, kommt in einigen anderen Anime ebenfalls vor. Die Herausforderung liegt darin, nicht zu übertreiben oder ins Sexistische abzugleiten. Diesen schmalen Grat wandelt Koyama entlang, ohne zu straucheln und sorgt damit am Ende für einen weiteren äußerst amüsanten Moment.

Crunchyroll liefert bei den deutschen Untertiteln ebenfalls ein überzeugendes Ergebnis ab. Obwohl Kiyotaka einiges zu den verschiedenen Werken erklärt, sind die Texte so aufgeteilt, dass der Zuschauer den Erläuterungen folgt und gleichzeitig die Bilder genießt. Insgesamt eine ansprechende Auftaktfolge.

Aoi aus Homes of Kyoto
Bild: Studio Seven

In den Fußstapfen des Meisters …

Holmes of Kyoto erweist sich als ein Anime, der für Jungen und Mädchen interessante Aspekte enthält. Die männlichen Zuschauer lassen sich von Kiyotakas cooler und durchdachter Art beeindrucken. Die Frage, ob zwischen ihm und Aoi beziehungstechnisch etwas geht, dürfte die weiblichen Zuschauer interessieren. Die Animationen befinden sich auf einem Niveau, das wenig zu wünschen übrig lässt. Die Startfolge holt den Zuschauer direkt am Anfang ab und entführt ihn in die Welt der Antiquitäten.

Liebhaber abwechslungsreicher Unterhaltung, bei der der Zuschauer noch etwas lernt, sollten sich den Anime auf jeden Fall ansehen. Fans spannender und abwechslungsreicher Geschichten sollten Holmes eine Chance geben. Das Ende deutet weitere spannende Verwicklungen an, die auf die beiden sympathischen Hauptfiguren warten.

Holmes at Kyoto Teramachi Sanjō Artwork
Bild: Studio Seven

Info
Holmes of Kyoto
Original Name: 京都寺町三条のホームズ
Transkription: Kyōto Teramachi Sanjō no Holmes
Studio: Seven
Deutscher Anbieter: Crunchyroll
Regisseur: Noriyoshi Sasaki
Drehbuch: Kenichi Yamashita
Erschienen am: 9. Juli. 2018
Länge: 25 Minuten
Genre: History, Drama
Medium: VoD

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