First View: Asobi Asobase – Das ganze Leben ist ein Spiel

Crunchyroll holt mit Asobi Asobase einen Anime der skurrilen Art nach Deutschland, der nicht den Geschmack jedes Zuschauers trifft. Die Mischung aus traditionellen Animationen und überzogener Slapstick-Comedy bleibt jedoch auf jeden Fall in Erinnerung.

Die kleine Hanako spielte früher immer Gesellschaftsspiele mit ihrer älteren Schwester, die sie gnadenlos abzockte. Seitdem verspürt das Mädchen eine starke Abneigung gegen jede Art von Spielen. Die ruhige Schülerin gehört zu den Besten ihrer Klasse, nur in Englisch hält sie nicht mit den anderen mit. Da kommt ihr die neue amerikanische Austauschschülerin Olivia gerade recht.

Olivias Eltern kommen aus dem Ausland, das Mädchen selbst wuchs allerdings in Japan auf. Das erzählt sie in ihrer Klasse selbstverständlich niemanden, sodass alle davon ausgehen, dass sie fließend Englisch spricht. Das Mädchen liebt jede Art von Spielen und sucht immer wieder nach neuen Herausforderungen. In Hanako findet sie ihre Meisterin. Als sie Hanako zu einem Spiel herausfordert, stellt die ihr ein Ultimatum. „Wenn ich gewinne, bringst du mir Englisch bei.“ Jetzt braucht Olivia schnell eine gute Idee …

Spielst du mit mir? Wehe wenn nicht!

Die erste Folge Asobi Asobase teilt sich in vier Contents, vier verschiedene Spiele auf. In diesen Abschnitten erhalten die drei Hauptfiguren Hanako, Olivia und deren Klassenkameradin Kasumi ein wenig Profil. Die Mädchen lernen sich kennen und nach anfänglichen Schwierigkeiten bemerken sie, dass sie zusammen Spaß haben. So entwickelt sich eine seltsame und teilweise furchterregende Freundschaft.

Die Spiele wirken auf den ersten Blick wie die, die wir in unserer Kindheit spielten. Schnick-Schnack-Schnuck oder ein kleines Geschicklichkeitsspiel sind normal bei Kindern, um sich zu beweisen. In Asobi Asobase entwickeln die Kinderspiele ein brutales Eigenleben. Da gehören Schläge und Wettbewerbe mit spitzen Zirkeln zu den neuen Regeln.

Slap Stick á la Asobi Asobase
Bild: Asobi Asobase

In eine 25 Minuten lange Folge packt der Staff vier Einzelkapitel, da bleibt nicht viel Zeit, damit sich die Handlung entwickelt. Meist steht eine individuelle Schwäche oder ein Wunsch eines der Mädels im Mittelpunkt und das jeweilige Spiel dient dazu, diese zu überwinden oder einem Ziel näherzukommen. Da die Mädchen aus egoistischen Beweggründen handeln, entwickelt sich die Freundschaft auf eigentümliche Weise.

Freunde finden ist nicht schwer, sie zu behalten dagegen sehr!

Die Mädchen Olivia, Hanako und Kasumi wirken auf den ersten Blick so unterschiedlich, wie sie sein können. Die stille Hanako ist ein krasser Gegensatz zur lebhaften Olivia. Kasumi wirkt von den dreien am normalsten, zumindest solange der Zuschauer von der äußeren Gestalt ausgeht. In punkto seltsame Anwandlungen und gemeine Ideen steht sie den anderen in nichts nach.

Der Anime geizt nicht mit Schlägen unter die Gürtellinie und mit schrägen Anspielungen auf andere Serien. Die meisten Gesichtsausdrücke der Mädchen erinnern stark an verschiedene Horrorwerke, wobei deren Figuren bei den Girls einiges lernen könnten.  Spätestens wenn der Klassenlehrer in bester Detektiv Conan-Manier versucht, das Klubtreiben seiner Schülerinnen zu ergründen, bleibt dem Zuschauer nur das Kopfschütteln.

Zwischen Kuschelkurs und Horrorbräuten

Mit dem Vorspann führen die Macher von Asobi Asobase den Zuschauer mächtig aufs Glatteis. Danach richtete der Betrachter sich auf einen netten Anime über die Freundschaft von drei verschiedenen Charakteren ein. Die ersten zehn Minuten belehren ihn schnell eines Besseren und spätestens der Abspann zeigt, worum es in der Serie wirklich geht.

Wie zierlich und fein die ersten Bilder daherkommen, so extrem erweisen sich die Unterschiede zu den Slapstick-Sequenzen. Dieser gestaltet sich so krass, dass wenig Zeit bleibt, sich darauf einzustellen, dann sind die Szenen wieder vorbei und die nächste obskure kommt um die Ecke.

Asobi Asobase in Nett
Bild: Lerche

Die Synchronsprecher präsentieren sich wie die Grundidee des Anime. Überzogen und ins Extreme überhöht. Die meiste Zeit wechseln sie zwischen süßem Gesäusel und knallharten Beleidigungen hin und her. Die Mädels nehmen kein Blatt vor den Mund und spätestens, wenn sie ihre Gedankengänge weitergeben, weiß der Zuschauer, was die Stunde schlägt.

Crunchyroll gibt sich viel Mühe, den rauen Ton ins Deutsche zu übertragen. In der Regel gelingt das gut, allerdings sprechen die Figuren manchmal schnell, sodass kaum Zeit bleibt, den Text durchzulesen. Wenn im Hintergrund mal die profillosen Nebenfiguren zu Wort kommen, ist es nicht mehr möglich, dem bunten Durcheinander zu folgen.

Über Geschmack lässt sich streiten …

Asobi Asobase polarisiert. Die einen lieben den Anime, die anderen schalten nach kurzer Zeit befremdet weg. Jüngere lassen von der Serie bitte die Finger, die klare Wortwahl ist nicht für jedes Alter geeignet. Fans süßer Storys befinden sich definitiv auf dem Holzweg. Wer sich für kurzweilige Slapstick-Comedy ohne viel Tiefgang begeistert, ist allerdings herzlich eingeladen, den Mädchen bei ihren Spielen zuzuschauen.

Die Mädels aus Asobi Asobase
Bild: Lerche

Info
Asobi Asobase – Workshop of Fun
Original Name: あそびあそばせ
Transkription: Asobi Asobase
Studio: Lerche
Deutscher Anbieter: Crunchyroll
Regisseur: Seiji Kishi
Drehbuch: Yuuko Kakihara
Musik: Masato Koda
Erschienen am: 8. Juli 2018
Länge: circa 25 Minuten
Genre: Comedy
Medium: VoD

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