The Caligula Effect Anime

Am 8. April startete bei Crunchyroll die Anime-Adaption des Games The Caligula Effect, hier kurz Caligula, als Simulcast. Wir haben uns für euch die erste Episode der komplexen Serie angeschaut.

In dem namensgebenden Spiel geht es um neun Teenager, die durch mysteriöse Umstände in der virtuellen Welt Mobius gefangen gehalten werden und versuchen, von dort wieder zu entkommen.

Wer oder was ist nn eigentlich real?

Die Episode beginnt mit dem vermeintlichen Protagonisten Ritsu Shikishima, der sich Gedanken über die Realität und seine Wunschtraumwelt macht. Abgelöst wird die Szene von einer kleinen musikalischen Untermalung des virtuellen Idols µ („Myu“ gesprochen), während wir die gesichts- und detaillosen Menschen der Stadt zu sehen bekommen. Hieraus ließe sich die Absicht herleiten, die Menschen um den Protagonisten herum so wirken zu lassen, als würde er sie und die Wirklichkeit nicht vollständig wahrnehmen oder etwas dergleichen. Das ist aber natürlich nur reine Spekulation und könnte ebenfalls nur stilistisch gemeint sein.

Caligula
Bild: FuRyu

Im weiteren Verlauf folgen wir Ritsu durch seinen Alltag, mit kurzen Sprüngen zu anderen Charakteren, bei denen es sich allen Anschein nach um ein paar der neun Teenager handeln wird, die in Mobius gefangen sind. Alles läuft wie immer ganz gewöhnlich im Alltag des Jungen, bis sich nach und nach eine Reihe merkwürdiger Ereignisse abspielen. Da die Psychologie und Philosophie seine größten Leidenschaften zu sein scheinen, versucht er seine Fragen auf diese Weise für sich logisch zu beantworten. Seine Mitmenschen und sogar die Zuschauer werden dabei von seinen komplexen Gedankengängen nicht verschont.

An sich sind die ganzen Ansätze gar nicht mal so uninteressant, doch wirkt es leider ein wenig wie der vergebliche Versuch, den Protagonisten tiefgründig erscheinen zu lassen. Soll heißen, den Zuschauer gleich zu Beginn so zu bombadieren ist vielleicht nicht immer so ratsam. Kurz gesagt, es wirkt einfach alles etwas erzwungen.

Nichtsdestotrotz dürfte das Interesse diverser Zuschauer geweckt werden, die Fans von Psychological, Sci-Fi und Mystery-Elementen sind. Allmählich stellt unser Protagonist nämlich fest, dass nicht nur die Ereignisse, sondern auch die Menschen um ihn herum merkwürdig erscheinen. Als er dies alles schließlich in Frage stellt, überschlagen sich die Situationen und er sieht sich gezwungen zu handeln.

Caligula
Bild: FuRyu

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man der Story auf jeden Fall eine Chance geben sollte, auch wenn so einiges anfangs schwammig oder erzwungen wirkt, da bisher noch alles offen ist und das Potenzial somit gegeben. Fragen wie, weshalb und wie die Menschen in Mobius gefangen gehalten werden, wie sie dort hinkommen, inwiefern das mit µ zusammenhängt oder was genau überhaupt passiert, sorgen für einen interessanten Cliffhanger, der diverse Zuschauer abschrecken, aber auch viele zum Weiterschauen anregen dürfte.

Zwiegespaltene Animation mit prima Sound

Als Gesamtbild betrachtet ist die Animation sehr gelungen, was man beispielsweise am Regen und den Pfützen erkennen kann. Der Stil hat ebenfalls seinen Charme und erinnert in gewissen Zügen vergleichsweise an den von Persona. Ein stark gewöhnungsbedürftiger Faktor ist allerdings, dass größere Hautflächen der Charaktere oftmals zu sehr aufgehellt sind und somit ein Kontrast zu den unbetroffenen Stellen auffällt. Ganz grob und banal ausgedrückt sieht es teilweise so aus, als hätten die Figuren in der Maske etwas zu viel Puder abbekommen. Ob man sich im Laufe Serie noch daran gewöhnt, bleibt abzuwarten – in Episode 1 sticht es zumindest in unserem Fall durchgehend ins Auge.

Weitere Sympathiepunkte sichert sich Caligula jedoch mit der Musik. Der normale Soundtrack sticht zwar nicht so stark hervor und in vielen Szenen wird sogar ganz darauf verzichtet. Die Insert-Songs von Reina Ueda alias µ hauen dies mit den schönen Klängen aber wieder völlig raus. Das Opening „Paradigm Box“, das zum Ende der Episode zu hören ist, hat es mit den düsteren und ernsten Bildern ebenfalls ganz schön in sich. Gesungen wird es dabei von den beiden Synchronsprechern Chiharu Sawashiro (Ritsu Shikishima) und Shunsuke Takeuchi (Shōgo Satake). Das Ending „HYPNO“ wird dagegen von den Sprecherinnen Ari Ozawa (Naruko Morita), Minami Tanaka (Suzuna Kagura), Rie Murakawa (Kotono Kashiwaba) und Rie Takahashi (Mifue Shinohara) performt, kommt in dieser Episode allerdings noch nicht vor.

Caligula
Bild: FuRyu

Über die Synchronisation lässt sich wie gewohnt in keiner Hinsicht meckern. Sämtliche Rollen wurden passend besetzt und überzeugend gesprochen. Die Songs, die bisher alle gelungen von Cast-Mitgliedern performt wurden, geben dem Ganzen noch einen gewissen Bonus. Um all das abzurunden, steuert Crunchyroll noch die gut lesbaren Untertitel bei.

Fazit: Caligula ist definitiv nicht jedermanns Fall und dürfte bereits zu Anfang so manche Zuschauer abschrecken. Wer sich aber für komplexere Handlungen mit vielen Fragezeichen interessiert, könnte hier fündig werden. Mit Charisma und Sympathie werfen die Charaktere bisher zwar nicht um sich, doch das Potenzial ist noch vorhanden. Trotz der seltsam aufgehellten Hautflächen kann die Animation überzeugen und durch gute Musik (mit Vocals) ergänzt.

Info
Caligula
Caligula

Caligula
Original Name: カリギュラ
Transkription: Karigyura
Studio: Satelight
Deutscher Anbieter: Crunchyroll
Regisseur: Jun’ichi Wada
Drehbuch: Touko Machida
Musik: Tsukasa Masuko, Yasuharu Takanashi, Funta7, RegaSound, Kenji Iwata
Erschienen am: 8. April 2018
Länge: 12 Episoden
Genre: Sci-Fi, Action
Medium: VoD

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