Golden Kamuy Artikelbild 5
Bild: Geno Studio

Gestern veröffentlichte Crunchyroll den Anime Golden Kamuy im Simulcast in Deutschland. Wir haben uns natürlich angeschaut, wie die Anime-Fassung von dem erfolgreichen Manga von Satoru Noda gelungen ist.

Golden Kamuy spielt in der Meiji-Ära, während der Nachkriegszeit des russisch-japanischen Krieges. Zu dieser Zeit begann im Land auch die Zeit des Goldrausches, durch den viele Menschen ihr Geld verdienen wollen, um ihre Familien zu ernähren.

Die Geschichte beginnt 1904 auf der chinesischen Halbinsel Liaodong. Saichi Sugimoto hat den Krieg trotz aller Widrigkeiten bisher überlebt. Während einer von unzähligen Schlachten wird er im Gefecht allerdings von einer Kugel getroffen. Trotz der Verletzung geht Sugimoto in den Direktangriff über und besiegt seine Gegner in Rage. Dabei nennt er sich selbst „der unsterbliche Sugimoto“. Ein Name, unter dem er den Menschen in Erinnerung bleiben wird.

Golden Kamuy Episodenbild 1
Bild: Geno Studio

Danach folgt direkt ein Sprung und der Schauplatz des Geschehens wechselt nach Japan, genau genommen auf die Insel Hokkaido. Wir sehen Sugimoto beim Goldschürfen, während ihm ein weiterer Goldschürfer von einem geheimen Schatz der Ainu erzählt, der vor einiger Zeit von einem Mann erbeutet wurde. Dabei tötete er aber die Ainu, denen der Schatz gehörte. Als man ihn verhaftete, verriet er niemandem das Versteck, sondern legte lediglich eine Karte an. Allerdings wurde die Karte auf mehrere Gefangene tätowiert und nur alle Tattoos gemeinsam zeigen das Versteck. Bis heute wurde der Schatz deswegen nie gefunden.

Sugimoto erinnert sich durch die Geschichte an eine Bitte seines gefallenen Kriegskameraden. Er soll sich um die kranke Ehefrau von ihm kümmern und versuchen, ihr eine Behandlung im Ausland zu ermöglichen, was natürlich Geld kostet. Geld, das Sugimoto mit dem Schatz auf einen Schlag bekommen kann.

Gold ist Geld, alles andere ist Kredit

Nach einer Auseinandersetzung mit dem gesprächigen Trinker und Goldschürfer verfolgt Sugimoto ihn und findet ihn mit gebrochenem Genick und zur Hälfte vergraben nach einem Angriff eines Schwarzbären. Als er ihn bergen will, sieht Sugimoto, dass der alte Säufer ein merkwürdiges Tattoo auf dem ganzen Körper trägt. Der Beweis, dass die Geschichte von vorher kein Märchen war, denn in diesem Moment hat Sugimoto einen Teil der Schatzkarte vor seinen Augen.

Golden Kamuy Asirpa
Bild: Geno Studio

Natürlich lässt sich der Bär sein Futter nicht streitig machen und greift Sugimoto an. Genau im richtigen Moment wird er aber von einem Pfeil des Ainu-Mädchens Asirpa gerettet. Allerdings stellt sich heraus, dass ein weiterer Bär in der Nähe sein muss. Da Asirpa bei dem Angriff auf die Ainu ihren Vater verlor und die „Karte“ auf der Haut der Leiche nicht dem Bären überlassen will, schließen die beiden sich kurzerhand zusammen. Außerdem stellt Asirpa fest, dass die Karte nur lesbar ist, wenn man den Menschen, der sie trägt, häutet.

Nach einem gefährlichen Kampf mit dem Bären, der seine Beute zurück möchte, beschließen Sugimoto und Asirpa zusammen den Schatz zu finden, damit der Mörder von Asirpas Vater endlich hingerichtet werden kann. Denn wenn der Schatz gefunden ist, gibt es keinen Grund, den Gefangenen weiter am Leben zu lassen. Allerdings sind unsere beiden Protagonisten nicht die Einzigen, die Interesse am Schatz haben….

Insgesamt ein sehr gutes Gesamtpaket

Animiert wird die 12-teilige Serie von dem noch jungen Geno Studio, die jüngst für den Anime Kokkoku verantwortlich waren. Die Animationen sind dabei etwas durchwachsen. Gerade die CGI-Tiere, besonders die Bären, stechen negativ heraus. Ansonsten sind die Hintergründe schön anzusehen und die Charaktere die meiste Zeit sehr detailreich dargestellt.

Golden Kamuy Episodenbild 2
Bild: Geno Studio

Das Opening „Winding Road“ steuert Man with a Mission bei und überzeugt auf ganzer Linie. Rockige Klänge, unterstützt von den weichen Stimmen der beiden Sänger, schaffen genau das, was ein Opening erreichen soll: es macht Lust auf den Anime. Gesungen wird dabei, wie bei der Band üblich, vorwiegend in englischer Sprache. Leider hören wir das Opening erst am Ende der Folge, weswegen nur die Credits durchs Bild laufen. Das Ending „Hibana“, das The Sixth Lie performen wird, hört man in der ersten Folge noch nicht.

Die Synchronisation ist, wie eigentlich immer, sehr gut und die Stimmen sind passend besetzt. Die Untertitel lesen sich ebenfalls flüssig und lassen sich gut verfolgen. Die Hintergrundmusik hört sich stellenweise sehr traditionell an und ist sehr wahrscheinlich an das Ainu-Volk angelehnt.

Fazit: Die erste Folge von Golden Kamuy hat definitiv neugierig auf mehr gemacht und inhaltlich überzeugt. Die beiden Hauptcharaktere sind in ihren Zielen nachvollziehbar, wobei Sugimoto eher der Mann fürs Grobe ist und Asirpa das Wissen der Ainu beisteuert. Durch ihre Herkunft ist sie sehr naturverbunden und kennt sich mit vielen Sagen und Legenden aus. Dennoch ist sie sehr tough und weiß sich zu verteidigen. Action- und Adventure-Fans, die eine etwas komplexere Geschichte suchen, sollten definitiv einen Blick in die Serie werfen.

Info

Golden Kamuy
Golden Kamuy

Golden Kamuy
Original Name: ゴールデンカムイ
Transkription: Gōruden Kamui
Studio: Geno Studio
Deutscher Anbieter: Crunchyroll
Regisseur: Hitoshi Nanba
Drehbuch: Noboru Takagi
Musik: Kenichiro Suehiro
Erschienen am: 9. April 2018
Länge: 12 Episoden
Genre: Action, Adventure, Seinen, Historical
Medium: VoD

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