First View: Island – Willkommen auf der Insel der Geheimnisse

Crunchyroll startet in die Sommer-Simulcast-Season und setzt mit dem Anime Island auf Mystery gepaart mit etwas schrägen Figuren. Die erste Folge der Serie geht hierzulande fast parallel zum Japan-Start an den Tag.

Die Insel Urashima liegt im blauen Ozean und ist weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Die Bewohner des Eilands hören zwar von den Erfindungen und Möglichkeiten der Außenwelt, ihnen selbst bleiben diese aber verschlossen. Äußerst selten haben die Menschen von Urashima Kontakt mit der Außenwelt. Das erlebt der junge Mann Setsuna, den das Meer auf der Insel anspült, am eigenen Leib. Er erinnert sich an so gut wie nichts, nur dass er aus der Zukunft kommt und die Insel und damit gleichzeitig die Welt retten muss.

Den ersten Kontakt mit einer Person von Urashima hat Setsuna mit der jungen Karen, der Tochter des Bürgermeisters. Die stolpert im wahrsten Sinne des Wortes über den angespülten Setsuna, was ihr Einblicke ermöglicht, auf die sie gern verzichtet hätte. Kurz vor seiner Abschiebung zurück aufs Festland, rettet die junge Rinne Setsuna. Als dann noch Sara, die Miko des Tempels von Urashima, auf Setsuna losgeht, steht für den jungen Mann fest: Diese Aufgabe ist nicht leicht zu erfüllen …

Der Traum von der Südseeinsel ist ausgeträumt.

Die erste Folge Island ist gespickt mit Andeutungen und Hinweisen auf weitere Entwicklungen, ohne groß ins Detail zu gehen. Der Protagonist und die Mädchen, die für ihn eine wichtige Rolle spielen, erhalten eine kurze Vorstellung, ohne dass sich herauskristallisiert, wie sich die Handlung entwickelt. Trotzdem machen die zahlreichen Andeutungen neugierig. Aktuell steht der Mystery-Gedanke im Fokus, obwohl einige Harem-Aspekte nicht zu übersehen sind.

Bisher fehlen Informationen, warum sich die Menschen der Insel dermaßen von der Außenwelt abgeschottet haben und warum niemand diese Art zu leben infrage stellt. Drei große Clans treffen alle Entscheidungen, wobei deren Motive und Beweggründe bisher im Dunkeln bleiben. Über sie ist genauso wenig bekannt, wie über den eigentlichen Helden der Geschichte, Setsuna. Der Story-Aufbau verliert sich in Andeutungen und Hinweisen, die erst einmal nicht weiterführen. Das steigert die Spannung, verschreckt die Zuschauer aber gleichzeitig ein wenig.

Der Mann aus der Zukunft ohne Vergangenheit

Island lässt sich viel Zeit dabei, die Figuren einzuführen. Vor allem über Setsuna erzählt die erste Folge viel, doch der Zuschauer erhält wenig konkrete Informationen, die über Vermutungen und Andeutungen hinausgehen. Der junge Mann, der sich selbst als Zeitreisenden bezeichnet, ist sich über wenig sicher. Nur dass er eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen muss, das weiß er. Es geht mal wieder um die Rettung der Welt, die mit dem Schicksal Urashimas verbunden ist.  Wieso und weshalb gerade er? Das weiß der junge Mann nicht.

Sara Miko von Island
Bild: feel.

Genauso mysteriös wie Setsuna präsentieren sich die Menschen in seinem Umfeld, vor allem die weiblichen Charaktere pachten die Geheimnisse für sich. Sowohl seine Retterin Rinne als auch das Schreinmädchen Sara spielen in Setsunas Leben eine wichtige Rolle. Während die eine ihm hilft, versucht die andere ihm den Garaus zu machen. An dieser Stelle bleiben die Beweggründe ebenso schleierhaft, wie die gesamte Story bisher. Kurze Flachbacks und einzelne Bilder weisen mal in die eine und dann wieder in eine andere Richtung, ohne dass sich das Ziel herauskristallisiert.

Viel gewollt und gut gemacht, trotzdem ….

Der Staff von Island gab sich vor allem bei der Darstellung der scheinbaren Schönheit Urashimas viel Mühe. Die Insel präsentiert sich als Südsee-Traum, den die Animatoren in Szene setzen. Vor allem die Farben und Farbverläufe nehmen den Zuschauer gefangen, selbst wenn die Geschichte sich damit schwertut. Die Umsetzung der Figuren ist fundiert, ohne allerdings groß herauszustechen, vor allem der Schlafzimmerblick von Setsuna und einigen der weiblichen Figuren mutet ein wenig seltsam an.

Der Sprecher-Cast liefert ebenfalls gute Arbeit ab. Vor allem Tatsuhisha Suzuki als Setsuna bekommt den Spagat zwischen absoluter Sicherheit auf der einen Seite und ziemlicher Ahnungslosigkeit auf der anderen gut hin. Die Übersetzung von Crunchyroll erweist sich als gelungen. Vor allem, dass die Umgangssprache der Vorlage passend ins Deutsche übertragen wurde, sorgt dafür, dass der Anime trotz einiger inhaltlicher Schwierigkeiten Spaß macht.

Rinne aus Island
Bild: feel.

Was am Ende übrig bleibt … Ein großes „?“

Insgesamt fällt es bisher schwer, eine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Dafür ist es zu schwierig, sich ein richtiges Bild von den Charakteren und deren Rollen im großen Ganzen zu machen. Die vielen Andeutungen haben zwar den Anspruch, die Spannung auf die Entwicklung der Handlung steigern, allerdings sind sie bisher eher verschreckend. Die Sprecher und die Animatoren leisten zwar gute Arbeit, die übermäßig vielen Hinweise, die bisher ins Leere führen, sind aber nur bedingt dazu geeignet, die Zuschauer bei Laune zu halten. Wenn die Handlung weiter dahinplätschert, ohne wirklich irgendwo anzukommen, wie dies bisher der Fall ist, dürfte es Island hierzulande schwer haben.

Visual von feel. zu Island
Bild: feel.

Info
Island
Original Name: アイランド
Transkription: Island
Studio: feel.
Deutscher Anbieter: Crunchyroll
Regisseur: Keiichiro Kawaguchi
Drehbuch: Naruhisa Arakawa
Musik: Akiyuki Tateyama
Erschienen am: 1. Juli 2018
Länge: circa 25 Minuten
Genre: Mystery, Drama
Medium: VoD

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