First View: Music Girls – Der Traum von der großen Idol-Karriere

Mit Music Girls holt Crunchyroll einen Anime im Stil des Love Live!-Franchise nach Deutschland. Ob die neuen Girls mit den Idolen der bekannten Reihe mithalten können? Wir haben uns die erste Folge angesehen.

Bei den „Music Girls“ handelt es sich um eine Idolband, die noch auf ihren großen Durchbruch wartet. Die Fanbase der elf Mädchen besteht bisher aus 28 Anhängern und die CD-Verkäufe gestalten sich kaum erwähnenswert. Der Manager der Gruppe, Ikehashi, plant, mit einem weiteren Mitglied neuen Schwung in die Band zu bringen. Im Zuge eines Contests sucht er ein neues Music Girl.

Hanako kehrt mit ihren Eltern nach Japan zurück, nachdem das Mädchen bisher im Ausland lebte. Der 16-jährige Teenager schwärmt von den japanischen Idolen und wartet ewig darauf, endlich eines zu sehen. Die Familie landet auf dem Narita-Airport, wo die Music Girls gerade einen Auftritt absolvieren. Obwohl Hanako die Mädchen nicht wirklich als Idole erkennt, ist sie von deren Performance begeistert. Als Ikehashi ihr dann vorschlägt, bei dem Contest mitzumachen, lässt sich das Mädchen schnell überreden.

A new Idol-Star is born!

Anime über Idole funktionieren in Japan gut, selbst wenn der große Hype bisher nicht nach Deutschland überschwappte. Das Love Live!-Franchise freut sich hierzulande über viele Fans. Deswegen war zu erwarten, dass bald weitere, ähnlich gestaltete Titel ihren Weg zu uns finden. Allerdings erweist sich Music Girls nicht als Kassenschlager, dafür gestaltet sich die Geschichte zu einfallslos. Man nehme ein süßes Mädchen, das mit weiteren gut aussehenden Girls eine Band gründet und zusammen machen sie sich auf, die großen Bühnen zu erobern.

Music Girls
Bild: Studio DEEN

Insgesamt erweist sich die Handlung als zu vorhersehbar. Weder die Figuren noch die Interaktionen sind in der Lage den Zuschauer zu fesseln. Probleme scheinen die Mädchen nicht zu kennen, von fehlenden Verkaufszahlen mal abgesehen. Die leichten Versuche, durch Uori ein wenig Dramatik in die Story zu bringen, lösen sich in Wohlgefallen auf.

Music Girls bleibt dem Vorbild des Love Live!-Franchise treu. Auf die problematischen Seiten der Idolbranche geht der Anime nicht ein, vielmehr versuchen die Macher das bisher bekannte Muster weiterzuführen. So wird es den Mädchen schwerfallen, aus dem großen Schatten der Erfolgsserie zu treten.

Eine für jeden Geschmack.

Der Figurencast gestaltet sich genauso klischeehaft wie die Grundstory. Die Mitglieder der Music Girls entsprechen verschiedenen Typen, sodass für scheinbar jeden Geschmack eine vorhanden ist. Eine Folge ist natürlich viel zu kurz, um elf Figuren adäquat einzuführen, sodass die meisten Girls über den Status süß aussehend und supernett nicht hinauskommen. Uori bleibt in Erinnerung, da sie zumindest ein wenig aus der dauerhappy Masse an Mädchen heraussticht.

Hanako wertet als Protagonistin das eintönige Figurenensemble nicht auf. Obwohl sie die Hauptfigur darstellt, bleibt das Mädchen profillos. Sie kommt aus dem Ausland und stammt aus einer musikalischen Familie. Deswegen gestaltet sich ihr Auftreten als Naturtalent natürlich nicht schwer. Ihre Eltern gelten als wahre Musikgenies, was sie zumindest in Teilen an ihre Tochter weitergaben.

Mangaer der Music Girls
Bild: Studio DEEN

Bühne frei für den Mainstream

Die grafische Umsetzung von Music Girls folgt weiter dem Gedanken, dass Standard reicht, solange es ein paar hübsche Mädchen in der Story gibt. Die Animationen sind nett anzusehen, ohne aus der Masse an neuen Werken, die zurzeit zahlreich auf den Markt kommen, heraus zu stechen. Von einem Anime, in dem es nur um Musik geht, erwartet der Zuschauer zumindest, dass sich die Lippen der Mädchen parallel zum Gesang bewegen. An dieser Stelle folgen die Music Girls dem, was in zahllosen Anime vorher zu sehen war: Die Töne kommen, ohne dass sich im Gesicht etwas bewegt.

Was die Musik angeht, bleibt das Werk ebenfalls einfach nur mittelmäßig. Die Songs klingen wie zig andere Lieder aus anderen Anime. Ein paar halbwegs fetzige Takte, dazu einige nett klingende Stimmen und fertig ist der Hit aus der Retorte. Tausend Mal gehört und danach nicht wiedererkannt. Die Folge mit Hanakos Gequengel ausklingen zu lassen hebt das Niveau des Anime nicht mehr groß.

Die Synchronsprecher reißen nichts mehr heraus. Der Cast gibt sich Mühe, aber wo keine alternative Story vorliegt, sind sie nicht in der Lage, etwas zu retten. Sie unterstreichen die Mittelmäßigkeit des Anime. Crunchyroll leistet bei der Übersetzung ins Deutsche erneut gute Arbeit. Zumindest an dieser Front lässt der Anime wenig Wünsche offen.

Music Girl Hanako
Bild: Studio DEEN

Wo Träume enden …

Fans des Love Live!-Franchise und von netten Musik-Anime ohne große Innovationen sind bei den Music Girls gut aufgehoben. Wer Wert auf eine abwechslungsreiche Story mit individuellen Figuren legt, bleibt enttäuscht zurück. Die Animation gehört genauso zum Mainstream, wie es die Mädchen in der Geschichte vorleben. Genauso wie sich nicht jedes Mädchen als Idol eignet, schaffen wenige Anime den Sprung auf den Fan-Olymp.

Music Girls Anime
Bidl: Music Girls

Info
Music Girls
Original Name: 音楽少女
Transkription: Ongaku Shoujo
Studio: Studio DEEN
Deutscher Anbieter: Crunchyroll
Regisseur: Yukio Nishimoto
Drehbuch: Deko Akao
Musik: King Records
Erschienen am: 07. Juli 2018
Länge: circa 25 Minuten
Genre: Musik, Comedy
Medium: VoD

Jetzt anschauen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück