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From Zero to Hero? – My Hero Academia Episode 1 und 2

Am 3. April debütierte die Anime-Umsetzung zu Kohei Horikoshis Shonen-Manga My Hero Academia (Boku no Hero Academia). Wir warfen einen Blick in die Startepisode und schildern erste Eindrücke.

Episode 1 stellt den Protagonisten der Geschichte vor. Izuku Midoria ist ein ganz normaler Junge – aber genau dies hebt ihn aus der Masse heraus und ist ein Grund dafür, warum man ihn ausgrenzt. Er lebt in einer Welt, in der circa 80% der Bevölkerung Superkräfte besitzt. Izuku träumt dennoch motiviert weiter davon, eines Tages eine spezielle Highschool für Superhelden zu besuchen, was sich jedoch als schwierig herausstellt, da der Junge nun mal keine Kräfte besitzt. Seine Mitschüler machen den Izuku mutlos. Doch dann kommt es zu einer schicksalhaften Wendung: Izuku gerät in Gefahr und sein absolutes Heldenidol All Might taucht auf, um ihn zu retten!

Zu Beginn der Handlung von My Hero Academia wird klar, dass die Story das Superhelden-Genre mal etwas auf den Kopf stellt: Leute, die keine spezielle Fähigkeit besitzen, werden ausgegrenzt. Selbiges widerfährt auch dem Protagonisten der Geschichte, der zunächst motiviert ist, selbst ein Held zu werden, aber wie das nun mal bei Jugendlichen ist, sie lassen sich schnell von ihrer Umwelt entmutigen. Genau diese Momente werden in der ersten Episode in meinen Augen doch recht überdramatisiert und klischeehaft darstellt.

my hero academia episode 1
© Kohei Horikoshi/Shueisha, My Hero Academia Production Committee

Die Handlung kommt mit allerlei Slapstick. Mein absolutes Highlight in Folge 1 ist jene Szene, in der sich Izuku an den fliegenden All Might klammert (weniger der Effekt, mehr dieser in Kombination mit den Dialogen). Alle anderen hauten mich ehrlich gesagt nicht so vom Hocker, weil ich ähnliche Sachen schon in anderen Shonen-Serien gesehen habe. Allerdings gelingt es der Story recht gut, das Heldengenre ein wenig aufs Korn zu nehmen – z. B. wenn All Might auftaucht (Stichwort: blitzendes Dauerlächeln und Posen).

Zu den Protagonisten: Izuku ist insofern ein etwas anderer Protagonist, da er noch keine speziellen Superkräfte besitzt. Das ist allerdings auch schon der einzige Punkt, der ihn von einer stereotypischen Hauptfigur dieses Genres abhebt. Der Junge ist sehr optimistisch und analysiert alle Helden, die ihm vor die Linse treten – halt ein richtiger Fanboy.

Mit All Might kommt Izukus großes Idol ins Spiel. Er spielt in der Serie die Rolle der Nr. 1 unter den Helden – was das angeht, da weiß All Might seine Fans zu unterhalten. Ich bin allerdings gespannt, ob er künftig „privat“ noch andere Facetten zeigt oder der Zuschauer sein ständiges Superhelden-Gehabe präsentiert bekommt.

Wie wir bereits in Folge 1 in Erfahrung bringen durften, besitzt der Protagonist der Geschichte keine Superkräfte. Bei seinem Vorbild All Might, hofft der Junge in der zweiten Episode endlich Zuspruch zu bekommen. Doch das Gespräch endet für Izuku in einem Desaster: Er lernt nicht nur All Mights wahres Aussehen kennen, sondern ebenso dessen trauriges Schicksal als Held der Nation. Leider kann Izukus großes Idol seine Kräfte nur für eine sehr begrenzte Zeit einsetzen. Selbstverständlich schaut Izuku der Wahrheit traurig ins Gesicht. Ohne besondere Mächte wird der Junge kein Held. Doch dann gerät sein Mitschüler Kacchan in Gefahr, ausgerechnet durch selbiges Monster, welches Izuku zuvor attackiert hatte. Dem Jungen zittern vom Zuschauen die Beine und All Might kann nur machtlos zuschauen. Schließlich rennt Izuku trotz seiner Angst los, um Kacchan zu retten, was All Might äußerst inspiriert …

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© Kohei Horikoshi/Shueisha, My Hero Academia Production Committee

Schon zu Beginn der zweiten Episode folgt der große What-the-fuck-Moment. Da sprach ich zuvor von einer anderen Facette – Bang, da kommt sie! Bei dieser fällt dann nicht nur Izuku aus den Socken. Denn All Mights Mächte sind nur für eine begrenzte Zeit aktiv, daher verwandelt er sich plötzlich in seine wahre Gestalt zurück, die ich jetzt nicht näher beschreiben werde ;). Izuku lernt, dass All Might durch sein Heldendasein schon sehr gekennzeichnet ist. Er und zahlreiche andere Helden setzen täglich aufs Neue mit einem Lächeln im Gesicht ihr Leben für die Menschen ein. Ich werde hier nicht zu sehr ausholen, aber dieser Wechsel von dem Slapstick hin zu einer ernsten Thematik hat mir sehr gut gefallen.

Regie führt in My Hero Academia Kenji Nagasaki unter Studio Bones, für das Drehbuch ist Yousuke Kuroda verantwortlich und Yushihiko Umakoshi kümmert sich um die Charakterdesigns. Diese empfinde ich jedoch als recht simple gestaltet und gewöhnungsbedürftig – zum einen der spitze/eckige Kopf und zum anderen die doch sehr schiefe und krumme Anatomie. Die Animation befindet sich im durchschnittlichen Bereich. Hintergründe wirken leblos. Der Fokus liegt auf die Interaktionen der Figuren. Die Actionszenen wurden in meinen Augen recht lieblos dargestellt.

Porno Graffitti steuert mit The Day das Introlied bei, welches dank seiner Mainstream-Rock-Melodie ohrwurmverdächtig ist. Selbiges trifft auf den Ending-Theme-Song von Brian the Sun zu. Der Soundtrack des Anime ist weniger nennenswert. Dieser setzt nur an bestimmten Stellen ein, die etwas dramatischer verlaufen.

Daiki Yamashita schlüpft in die Rolle von Izuku Midoriya und meistert diese sehr gut. Seine Stimme passt perfekt auf einen Jugendlichen. Selbiges trifft auf Kenta Miyake alias All Might zu. Seine kräftige, maskuline Stimme holt die geballte Männlichkeit aus dem muskelbepackten Superhelden heraus.

My Hero Academia beginnt unterhaltsam, actiongeladen und mit kleinen Überraschungen. Der Protagonist befindet sich hier von Beginn auf an in der Rolle des Schwächeren. Bleibt abzuwarten, wie sich dies künftig entwickelt, damit er zum Helden Nummer 1 wird. Die Animation aus dem Hause Bones unterstützt den Slapstick, wenngleich das Charakterdesign an manchen Stellen etwas „schäbig“ erscheint und auch die Kampfszenen lieblos wirken. Wer Actionkomödien mag, der sollte My Hero Academia eine Chance geben. Die Charaktere machen hier denke ich die Show aus!

Hierzulande präsentiert Anime On Demand die Serie, wenngleich der genaue Start noch nicht feststeht.

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