Kommentar: Monster via Smartphone App kontrollieren und pimpen

Und wieder kommt eine Serie, die Monster und Smartphone Apps verbinden soll. Gemeint ist der jüngst angekündigte neue Digimon-Anime. Kreaturen mittels Karten zu kontrollieren (Yu-Gi-Oh!), war ja schon irgendwie seltsam, wobei das fast etwas mystisch-nostalgisches hat – ähnlich Runenabbildungen. Aber die haben auch keinen Akku und sind weniger anfällig gegenüber äußeren Einflüssen.

Bandai Namco Entertainment und Toei Animation arbeiten an einem neuen Multimediaprojekt zum Digimon-Franchise (wir berichteten). Wie wir alle wissen, haben die Digimon Tamers oder auch Digiritter schon immer sogenannte Digivices für Monster-Digitationen und als Portale zwischen verschiedenen Welten genutzt. Diese Geräte erlebten mit den diversen Seasons immerzu Weiterentwicklungen und ähnelten immer mehr iPods bzw. Handys. Vermutlich um mit der Zeit zu gehen, beschlossen die Entwickler nun, Apps als Schnittstelle zwischen Monster- und Menschenwelt zu nutzen.

Die Monster in der App des neuen Anime sind künstliche Intelligenzen und werden nun entsprechend App Monsters bzw. »Appmon« genannt. Wer bei Digimon Universe: Appli Monsters allerdings in welche (Menschen-, Monster-, virtuelle) Welt kommt und ob die Digital Monsters (Digimon) nun auch aus Apps herausbeschworen sowie kontrolliert werden, ist noch nicht bekannt.

Klar, jetzt könnte man wieder argumentieren: Das ist doch Fantasy und Science Fiction; wenn man alles in Frage stellen würde, käme man zu keinem Ende und der Spaß am Werk bliebe auf der Strecke. Ich lasse mich ja gern auf das Genre ein, doch fände ich es besser, wenigstens so banale Fehlerquellen wie fehlendes Netz und Akkuleistung zu berücksichtigen. Sonst steigen die Sci-Fi-Ideen ins Absurde und der Reiz geht für mich verloren, weil es nach dem Super-Mega-Ultra-Hyper-God-Level immer noch kein Ende gibt.

Was mir übrigens bei Devil Survivor 2 gefehlt hat, ist die Beziehung zum Monster, dem Partner im Kampf. Diese wurde in der Animation wahrscheinlich außer Acht gelassen, da es im Originalwerk, dem Videospiel, lediglich um den Kampf gegen die Septentriones ging. Die meisten dieser Franchises basieren ja auf Spielen und dementsprechend auch dem Spielgedanken.

Wenn dann jedoch im Anime Dämonen per Smartphone App beschworen und rücksichtslos in den Kampf geschickt werden, mangelt es aus meiner Sicht zu stark an der Glaubwürdigkeit der Handlung. Sind die Smartphone-Nutzer wirklich so kaltherzig, dass sie völlig unbekannte Lebewesen oder im Falle von z. B. Pokémon ihre tierischen Begleiter/Freunde in einen Kampf auf Leben und Tod schicken? Haben die Monster keine Gefühle bzw. denken sie nicht nach, was man ihnen da antut? Oder sind sie alle so scharf auf’s Batteln?

Im Fall von Digimon ist das Verhältnis Tamer und Monster ja nicht ganz so. Die Kinder wurden hier gegen ihren Willen in eine Welt befördert, in der sie von Monstern angegriffen werden und zum Kampf bzw. zur Verteidigung gezwungen sind. Ihre zur Seite gestellten Partner wissen, dass nur sie sie beschützen können. Auch gibt es in Digimon Alltagsszenen, in denen zusammen gegessen, nebeneinander eingeschlafen, miteinander über andere Themen als Kämpfen gesprochen und rumgescherzt wird. Mensch und Monster behandeln sich gegenseitig gleichberechtigt.

Ich finde es nur schade, dass die Digivices keine technischen Unzulänglichkeiten besitzen, die der Zuschauer ebenfalls von eigenen Geräten kennt – zumindest treten diese selten auf. Wer hat nicht schon etliche Male abgekotzt, dass das Handy Macken hat, der Akku schon wieder runter ist, kein Ladekabel und kein Strom zur Verfügung stehen und (das Paradebeispiel!) man kein Netz bekommt? Oder zapfen sich die Tamer die Energie für ihre Geräte aus ihrer eigenen Lebenskraft? So wirkte es zumindest bei Devil Survivor 2. Das muss ganz schön anstrengend und v. a. lebensgefährlich sein. Trotzdem sind sie in kürzester Zeit schon wieder topfit. Oder sie sind privilegiert, weil sie ja Auserwählte sind …

Wie genau das bei dem neuen Digimon-Projekt ablaufen wird, werden wir erst noch erfahren. Schließlich hatten die Tamer auch schon im ersten Digimon-Film mit Internetverbindung und sonstigen Tücken des Internets zu kämpfen (was ich übrigens richtig gut fand!). Und auch Izzys Computer hat in der TV-Serie hin und wieder Probleme gemacht. Wie seht ihr das ganze und was erwartet ihr von Digimon Universe: Appli Monsters?

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