Gelesen Triple Witchin Hour von Olga Rogalski.

    Ja, einige werden sich jetzt Wundern, der Name Olga Rogalski ist nicht japanisch und trotzdem handelt es sich um einen Manga. Ich lege noch einen drauf, er ist in Deutschland entstanden, also genau genommen ist es kein Manga, aber wem juckt das schon? Ich nehme es mal vorweg, er gefällt ;).

    Worum geht es:
    Die Geschichte handelt von den Zwillingen Demien und Yunna, sie sind zwar charakterlich grundverschieden, verbringen aber sehr viel Zeit miteinander und verstehen sich prächtig. Demien stirbt allerdings bei einem Motorradunfall, was dazu führt, dass Yunnas Leben total aus den Fugen gerät, denn sie hat eine Hälfte von sich verloren.
    Als Yunna eines Tages nach Hause kommt, steht Demien plötzlich vor ihr und es beginnt eine interessante Geschichte.

    Tokyopop

    Die Story:
    Ist mal etwas anderes oder? Okay so anders nun auch nicht und man merkt natürlich westliche Einflüsse in der Geschichte, trotzdem macht es Spaß zu lesen und die Story wird sehr gut erzählt und ist interessant.

    Die Zeichnungen:
    Ist es jetzt typisch Deutsch oder typisch Japanisch? Sollte man es überhaupt unterscheiden? Tja ich bin da wohl etwas festgefahren und unterscheide schon, allerdings ist der Zeichenstil wirklich sehr gut, dass es nicht mal ansatzweise auffällt, dass es kein japanischer Manga ist. Die Bilder sind nicht zu „wild“ gezeichnet, es wird nichts übertrieben dargestellt sondern lässt sich in einer Tour flüssig lesen. Ich muss zugeben, ich bin wirklich sehr skeptisch bei Mangas, die aus Deutschland kommen, denn für mich sind es eigentlich keine, auch wenn die Aufmachung an einen Manga erinnert. Allerdings ziehe ich hier wirklich meinen Hut, denn es ist so gut gezeichnet, dass sich einige Mangakas wirklich eine Scheibe abschneiden können im Mutterland der Manga.

    Gesamteindruck:
    Ich habs ja schon geschrieben, ich finde, Manga ist japanisch und die meisten Mangakas (ich nenne sie jetzt mal so) aus Deutschland übertreiben gewaltig bei ihren Zeichnungen. Nicht so Olga Rogalski. Sie präsentiert eine tolle Story in Verbindung mit tollen Zeichnungen. Es wirkt als wollte sie es nicht krampfhaft wie einen Manga aussehen lassen und so hat dieser Manga wirklich eine Qualität, die man in der deutschen Szene oft vergebens sucht.

    Preis:
    6,50 ist gut, genau genommen hätte ich auch mehr dafür bezahlt.

    Fazit:
    Als, ich ziehe meinen Hut, denn dieses Werk ist wirklich gut. Es ist für mich zwar immer noch kein Manga (ja ich bin da echt stur, was allerdings daran liegt, dass mir zu viele dieser „Freizeitotakus“ echt auf die Nerven gegangen sind), aber die Qualität ist klasse. Story und Zeichnung passen hervorragend zusammen, es ist flüssig zu lesen. Die Künstlerin hat nicht versucht krampfhaft den „Mangastil“ herüber zu bringen (jedenfalls erscheint es mir so). Ich muss sagen, empfehlenswert, tolles Werk. Normalerweise würde es mich ärgern, dass ich beim kauf nicht auf den Autor geachtet habe, hier allerdings muss ich wirklich sagen: „Zum Glück habe ich das nicht getan“.

    Bewertung:
    Story: 4 von 5 Sternen
    Zeichnung: 5 von 5 Sternen
    Preis: 5 von 5 Sternen
    _________________________
    Gesamt: 4 von 5 Sternen

    Über Olga Rogalski:
    Auch bekannt als JD-Ayane, schloss die Fachoberschule für Gestaltung ab und belegte zweimal die vordersten Ränge des Talentwettbewerbs der Leipziger Buchmesse. Weitere Werkte sind Strike Back und Tränen eines Engels.

    Im Netz:
    jd-ayane-deviantart.com
    Facebook Seite
    Tokyopop Verlag

    Bild mit freundlicher Genehmigung von Tokyopop

    Micha
    Ein alter Hase im Geschäft. Seit Akira 1991 in die deutschen Kinos kam, brennender Anime-Fan und noch die gute alte Zeit miterlebt als Carlsen Manga in Farbe und Bunt auf den Markt brachte. Ghost in the Shell Fan der ersten Stunde und bevorzugt mittlerweile Slice of Life Anime