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Gender Gap in der CG-Industrie

Zum Thema Gender Gap in der japanischen CG-Industrie diskutierten weibliche Mitarbeiter in der Sitzung “Women in CG” der Special Interest Group on Computer GRAPHics (SIGGRAPH) Asia 2018. Unter dem Begriff Gender Gap werden alle geschlechterspezifischen Entgeltungleichheiten zusammengefasst.

Auf der Konferenz wurde der Mangel an weiblichen Geschäftsführern im Bereich Technik kritisiert. Im Vergleich zum Silicon Valley (USA) besteht in Japan ein Mangel an weiblichen Ingenieuren. So sei Yan Fan, Mitbegründerin und Chief Technical Officer (CTO) von Code Chrysalis, die einzige weibliche CTO in Japan.

Yan Fan erklärte auch, dass durch den Eintritt in die Arbeitswelt von weiteren 5 Millionen Frauen das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 15% steigen würde. Japan belegt beim Global Gender Gap Report 2017 des Weltwirtschaftsforums den 114. Platz von 144 Ländern. Tendenziell verschlechtere sich Japan in dem Report jedes Jahr.

Um den Gender Gap entgegenzuwirken wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • flexiblere Arbeitszeiten
  • bezahlbare Gesundheitsversorgung
  • Veränderung von Vorurteilen und Stereotypen gegenüber Frauen
  • Einführung einer familienfreundlichen Arbeitskultur
  • Einführung umfassender Einstellungs- und Förderprogramme.

Vorbilder und Weltbild

Es wurde auch betont, wie wichtig Vorbilder sind. Fotos sollten auch in von Männern dominierten Räumen eine positive Zusammenarbeit von Männern und Frauen zeigen. Viele japanische Frauen priorisieren ab Kindesalter für ihre Zukunft immer noch die Ehe. Über den eigenen Beruf wird sich erst später Gedanken gemacht.

Die nächste Rednerin war Kanako Tani, Produktionsleiterin bei Polygon Pictures, die die Geschichte ihrer eigenen Karriere erzählte. “Als ich als Kind gefragt wurde, was ich als werden wollte, hatte ich die vage Vorstellung, dass ich eines Tages heiraten würde. Mein Job war ein nachträglicher Gedanke”, sagte sie und hob die Lebensweise der durchschnittlichen Japanerin hervor.

Ihre Sichtweise wurde erst durch den Aufenthalt in der Schweiz und in den USA erweitert. Sie ermutigte junge Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen und sagte: “Jede junge Frau mag sich Sorgen darüber machen, welche Art von Job sie machen will, aber es gibt Dinge, die man nur finden kann, wenn man neue Dinge ausprobiert.”

Frauen Teil des Problems?

Der menschliche Faktor darf aber auch nicht unterschätzt werden. Die Professorin Xiaoyang Mao z.B. hat als Frau und Immigrantin in ihrer Karriere keinerlei Diskriminierung erfahren. So muss sich neben der Branche, die Gesellschaft und die Frauen selber ändern. Frauen müssen auch mehr Risiken eingehen und nicht nur die Ehe als Ziel sehen.

Eher abseits der Branche hat u.a. die KI-Ingenieurin bei Square Enix, Kazuko Manabe, Diskriminierung erlebt. Ihre Karriere als Frau könnte ihrer positiven Einstellung geholfen haben. Dazu verschaffte ihr Geschlecht ihr bereits positive Aufmerksamkeit.

Beim Hausverkauf hatte sie das Gefühl einer versuchten Diskriminierung. Sie sah sich genötigt in den Papieren zu betonen, dass sie mehr als ihr Mann verdient. Auch in Japan wird, wie Sie vermutet, noch i.d.R. der Mann als Hauptverdiener angenommen.

Die SIGGRAPH will solche Probleme und vor allem die Frauen, die diese in der Branche gemeistert haben, in den Fokus rücken. So laden sie zu ihren Konferenzen Frauen als Moderatoren ein, die in ihren jeweiligen Bereichen eine große Rolle spielen. Dazu versuchen sie auch in ihren eigenen Reihen eine gute Balance zwischen Geschlecht und Alter zu finden. So sind 2018 sieben ihrer Ausschussvorsitzenden und 2019 und 2020 ihre Konferenzleiter Mikki Rose und Kristy Pron Frauen.

Quelle: Game Business, SIGGRAPH

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