Große „Mangamania“-Ausstellung im Schloss Augustusburg

Sonderausstellung vom 13. April bis zum 10. Dezember geöffnet.

Die Mangamania verspricht Unterhaltung für die ganze Familie. Manga gehören inzwischen zum Angebot so gut wie jeder Buchhandlung und sind in den meisten Bibliotheken fester Bestandteil bei gedruckten Titel. Das Schloss Augustusburg widmet den gezeichneten Geschichten „made in Japan“ eine eigene Sonderausstellung. Die Exponate kommen direkt aus Japan und sind in dieser Form das erste Mal in Deutschland zu sehen.

Konzipiert ist die Ausstellung Mangamania als interaktives Angebot für die ganze Familie. Diese stellt die Entwicklung des Manga dar, von der Herkunft im alten Japan bis zur heutigen Vielfalt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die bestehende Fankultur gelegt, die nicht nur in Japan sondern auch bei uns inzwischen eine große Kreativität an den Tag legt. Dabei ist die wirtschaftliche Kraft, welche die gedruckten Geschichten aufweisen nicht zu unterschätzen.

Manga Life Storia
© Manga Life Storia

Vielerorts herrscht heute noch das Vorurteil, dass Manga einfach nur schwarz-weiß gezeichneten Gesichter mit übergroßen Augen sind. Das diese von hinten an vorne gelesen werden, macht die Bücher für viele Leser nicht zugänglicher. Die Leute tuen sich schwer damit anzuerkennen, dass Manga so viel mehr sind. Diese besitzen eigene künstlerische Gestaltungsmittel und verfüge über so große Bandbreite, dass es inzwischen Manga zu so ziemlich jedem Thema gibt. Die gedruckten Bände bedienen die verschiedensten Interessen und funktionieren generationsübergreifend. Es gibt Manga für jede Altersgruppe, von niedlichen Geschichten für Kinder bis hin zu menschlichen Dramen für erwachsene Leser.

Mangamania schlägt in der Ausstellung den Bogen von der Historie bis zur aktuellen modernen Darstellungsform. Dabei wird ebenfalls auf die Verbindung zwischen der japanischen Kalligrafie, der Kunst des Tusche-Zeichnens und dem Edo-zeitlichen Holzschnitt eingegangen. „Shunga“ stellt innerhalb dieser Kunst eine eigene Stilrichtung dar. Diese „Frühlingsbilder“ zeichnen sich durch eine groteske grafische Darstellung aus, bei welcher der erotische Ausdruck im Mittelpunkt steht.

Erfreut sich ein Manga großer Beliebtheit, lässt der dazu passende Anime in der Regel nicht lange auf sich warten. Andererseits gehört es inzwischen zum guten Ton, dass erfolgreich laufende Computerspiele ebenfalls weitere Adaptionen erhalten. Das breite Legend of Zelda– oder Sword Art Online-Franchise sind sehr gute Beispiele dafür. Zu den viel verkauften Games gesellen sich aktuell eigene Manga- sowie Anime-Reihe und weiteres vielfältiges Merchandising. Auf allen Conventions gehören Cosplayer, die sich als ihre Lieblingsfiguren verkleiden ebenfalls zum bekannten Bild.

Connichi
© Sumikai

Der Kreativität ist beim Cosplayen keine Grenzen gesetzt. Eigene Bereiche, in denen sich die Fans treffen und austauschen können, sind sowohl in der realen Welt als auch im Internet vorhanden und erfreuen sich vermehrtem Zulauf. Die entstandene Community bestaunt gemeinsam die Fanarts, die talentierte einheimische Zeichner anfertigen oder trifft sich mit ihren selbstgemachten Kostümen zum Foto-Shotting. Auch diesen Ausprägungen wird in der Mangamania-Ausstellung Rechnung getragen.

Während die Besucher von Schloss Augustusburg sich in Ruhe die Ausstellung ansehen können, bieten die zahlreichen Mitmach-Stationen den Teilnehmern die Möglichkeit sich mit dem Thema Manga näher zu befassen. In Zeichen-Workshops kann man seinen eigenen Manga gestalten oder in einem der zahlreichen Anime zusehen, wie die Bilder laufen lernen.Bei einer Partie traditionellem Go messen sich die Besucher mit anderen oder probieren eines der zahlreichen neuen Computer-Spiele aus. Die Mitmach-Präsentation liefert neben faszinierenden Hintergrund-Informationen ein buntes Angebot für jede Altersgruppe.

Genaue Informationen zu den Workshops und weiteren Aktionen gibt es hier. Die Zeichen-Workshops werden von Akira Nakamura sowie Teru Shimonishi aus Niigata geleitet. Die beiden Japanerinnen zeigen den Teilnehmern wie man seine eigene Zeichnung im Manga-Stil mithilfe von traditionellen Mitteln und Methoden umsetzt. In der Kosten-Pauschale von 4,50 Euro pro Person ist ein Dolmetscher enthalten, der für die interkulturelle Verständigung sorgt. Eine Anmeldung zu den Workshops ist erforderlich und kann sowohl vor Ort als auch per Mail vorgenommen werden. In den Sommer- und Herbstferien stehen dann ebenfalls einheimische Künstlerinnen den Teilnehmern zur Seite. Vor allem Inga Steinmetz ist den einheimischen Manga-Lesern gewiss bekannt.

Die Eintrittspreis liegt für Erwachsene bei 8 Euro, ermäßigt bei 6 Euro. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr müssen keinen Eintritt zahlen. Ein Familienticket kostet 22 Euro. Für Cosplayer gibt es einen Aktionspreis. Wer im Kostüm zur Ausstellung kommt, kann diese für 5 Euro besuchen. Von April bis Oktober ist die Mangamania von 09:30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, ab November können die Besucher täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr in die Welt der Manga eintauchen.

1 Kommentar

  1. Es wäre noch gut hinzuzufügen, dass es das Schloss Augustusburg in Sachsen ist!!
    In Brühl (NRW) gibt es ein gleichnamiges Schloss ><
    Und ich dachte, ich hätte einen Plan für meinen Urlaub demnächst.
    Nach Sachsen will ich dafür aber nicht xD

    Aber ich finde es trotzdem schön, dass die Ausstellung dann zeigt, dass Manga mehr als große Augen und (angeblicher) Kinderkram ist. Das ist ja immer dieses Vorurteil, was man als Manga-Leser immer versucht weg zu argumentieren.

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