Attack on Titan, Band 1 – Manga-Review

Aktuell feiert Hajime Isayamas Shonen-Manga Shingeki no Kyojin – auch bekannt unter dem Titel Attack on Titan – große Erfolge, welche nicht zuletzt durch die im April 2013 in Japan gestartete und 25 Episoden umfassende Anime-Adaption resultierten. CARLSEN MANGA! publizierte den ersten Band der Serie im April 2014 hierzulande. Wir haben für euch einen Blick in diesen geworfen und versuchen herauszufinden, was den Reiz der Action- sowie Horror-Serie ausmacht.

Seit einem Jahrhundert bedrohen die Titanen – sehr große übernatürliche Wesen – die Menschheit. Noch vor fünf Jahren lebte die Bevölkerung hinter einer 50 m hohen Mauern, um sich vor ihnen zu schützen, da die Titanen ihre Existenz bedrohen. Hier beginnt die Geschichte des Helden Eren Jaeger und seiner Adoptivschwester Mikasa Ackermann. Leichtfertig haben sich die Bewohner seiner Stadt an den Frieden gewöhnt. In dem Glauben, dass ein Titan maximal 15 Meter groß wird, fühlen sich die Menschen hinter der Mauer sicher. Doch Eren möchte nicht den Rest seines Lebens eingesperrt leben. Dieser Meinung schließt sich aber kaum jemand an.

Schließlich passiert das Unheil: Ein Titan, der über die Mauer schauen kann, durchbricht diese und dringt in die Stadt ein. Weitere folgen ihm und sie richten ein großes Blutbad an. Hilflos muss Eren mit anschauen, wie seine Mutter von so einem Monster verspeist wird. Während ein großer Teil der Stadtbewohner zurückgelassen werden muss, gelingt einigen Leuten die Flucht mit einem Schiff vor den Titanen – darunter auch Eren und Mikasa.

Fünf Jahre sind seitdem vergangen und die Menschen, deren Population stark geschrumpft ist, haben aus den Ereignissen gelernt. Unter den Top 10 der Auszubildenden ihrer Militäreinheit finden sich Eren und Mikasa wieder. Eingeteilt ist das Militär in drei Unterbereiche: die Mauergarnison, Militärpolizei und Aufklärungstrupp. Eren, Mikasa und deren bester Freund Armin treten der letzteren Einheit bei. Sie setzen nun ihr Leben dafür aufs Spiel, damit die Tyrannei der Titanen ein Ende findet.

Hajime Isayamas Shingeki no Kyojin verfügt über eine shonentypische Erzählung und einen Helden, der in diesen Rahmen passt. Man nehme Riesen, welche aus noch unerklärlichem Grund einzig die Existenz der Menschen bedrohen, einen mutigen männlichen Protagonisten, der ihnen die Stirn bieten möchte, was ihm auch gelingen soll, und es entsteht eine Story mit jeder Menge Action- sowie Fantasy-Elemente. Doch es geht auch sehr blutig und horrormäßig her – abgehakte Körperteile oder Titanen, die Menschen verschlingen sind keine Seltenheit, Isayama-sensei geht damit nicht gerade schonungslos um. Der Leser wird aufgrund der bedrohlichen und dramatischen Geschichte eher selten auf spaßige Momente stoßen. Auffällig ist ebenso, dass der Mangaka oftmals europäische Namen für seine Figuren verwendet hat.

Isayama-senseis Zeichenstil mag nicht jedermanns Geschmack entsprechen. Detailliert ist dieser eher nicht – teilweise wirken die Bilder skizzenhaft, unfertig und auf Hintergründe wurde verzichtet. Auch sind die Proportionen der Titanen oftmals unstimmig.

In Japan publizierte Kodansha bisher dreizehn Bände. Im September 2013 verriet Isayama-sensei in einem Interview, dass er plane, sein Werk mit dem zwanzigsten Volume abzuschließen.

Hajime Isayamas Attack on Titan ist storymäßig und von seinen Protagonisten her ein durchschnittlicher Shonen-Manga, welcher sich aktuell in Japan an hoher Beliebtheit erfreut. Die Handlung ist durchaus kompliziert, hier wird man tatsächlich mit vielen Erklärungen und Begriffen konfrontiert, und der Leser muss sich auf Szenen der rohen Gewalt einstellen. Aufgrund dessen sollten Action-, Fantasy- sowie Horror-Fans einen Blick hineinwerfen und selber entscheiden. An Spannung, Dramatik sowie schockierenden und sprachlos machenden Momenten fehlt es dem Werk nicht. Die gleichnamige 25-teilige Anime-Adaption, die demnächst von Kazé herausgegeben wird, mag manch einem optisch gesehen allerdings mehr zusagen – Isayama-senseis Zeichenstil dürfte nicht jeden überzeugen.

Wir bedanken uns bei CARLSEN MANGA! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Attack on Titan, Band 1.

ATTACK ON TITAN © 2010 Hajime Isayama, Kodansha Ltd.
© Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2014