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»Hamatora – The Animation« Vol. 1 – Blu-ray Test

Hamatora ist ein medienübergreifendes Projekt, das Ende 2013 das Licht der Welt erblickte. So fiel der Startschuss mit dem Manga Hamatora – The Comic, gezeichnet von Yuuki Kodama, der mittlerweile in drei Bänden abgeschlossen ist und zeitlich vor dem parallel ausgestrahlten Anime Hamatora – The Animation spielt. Beide Titel erscheinen hierzulande bei Kazé. Seit 2. April 2015 liegt das erste Volume mit einer Fülle von Extras, darunter ein Sammelschuber und Band 1 der Manga-Reihe, für 29,95 Euro (DVD) beziehungsweise 30,95 Euro (Blu-ray) vor. Zum Preisvergleich: Volume eins in Japan, welches ebenfalls die ersten drei von zwölf Episoden umfasst, kostet laut Listenpreis auf amazon.jp 7.128 Yen/ca. 52 Euro (DVD) beziehungsweise 8.208 Yen/ca. 60 Euro (Blu-ray). Hamatora – The Animation hat eine Altersfreigabe ab 12. Eine zweite Anime-Serie, Re:_ Hamatora, feierte im Juli 2014 in Japan Premiere und wurde nicht wie ihr Vorgänger von Studio NAZ, sondern Lerche produziert. Unentschlossene können die erste Episode von Hamatora – The Animation und Re:_ Hamatora gratis auf AoD ansehen.

Das Geld in der Detektei Hamatora, welches ihr Büro in Yokohama – ein reservierter Tisch im Café Nowhere – hat, ist wieder einmal knapp. Zum Glück flattern zur rechten Zeit gleich zwei Aufträge herein. Uneins, welchen sie annehmen sollen, trennen sich die Partner Nice und Murasaki. Während Ersterer Entführungen von Studentinnen auf die Spur geht – ein Auftrag, der insgeheim von der Polizei stammt -, soll Letzterer den Tresor einer wohlhabenden Familie beschützen. Bald müssen die beiden aber lernen, dass die Fälle zusammenhängen und zudem in Verbindung mit der Bankangestellten Azusa stehen, welche die Minimum Holder Birthday sowie Ratio als Bodyguards engagiert hat.

In der Welt von Hamatora leben Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die sogenannten Minimum Holder. Auch Nice und Murasaki gehören dazu. Umso vorsichtiger sollten die beiden jedoch sein. Von Polizeikommissar Art erfahren sie, dass ein Serienkiller es auf Personen mit solch speziellen Begabungen abgesehen hat. Zeitgleich tauchen künstlich erschaffene Minimum Holder auf. Art sucht den Kopf hinter den brisanten Ereignissen, während Nice und Murasaki von der »Vereinigung zum Schutze der Jugendgesundheit und Chancengleichheit« den Auftrag erhalten, die Facultas-Akademie, an der Minimum Holder ausgebildet werden, in Augenschein zu nehmen.

Das Grundkonzept vom Hamatora-Universum ist mehr als simpel und schon oft verwendet worden. Man gebe dem Bruchteil der modernen Gesellschaft übernatürliche Fähigkeiten und verleihe ihm einen schicken Namen, in diesem Fall »Minimum Holder«. Mit Marvels X-Men sei eines von vielen Beispielen erwähnt, das beweist, wie erfolgreich solch ein Thema zu Buche schlagen kann. Eine jüngere Manga-Reihe aus dem Jahr 2012, in der durch ein mysteriöses Naturereignis Mutationen entstehen, ist etwa Area D von Yang Kyung-Il und Kyouichi Nanatsuki, in der »Altereds« aufgrund ihrer Veränderung wie Ausgestoßene behandelt, gejagt sowie auf der titelgebenden Gefängnisinsel von der Außenwelt isoliert werden. Ganz anders ergeht es einem Minimum Holder in Hamatora, um kurz die allgemeine Stimmung in der Serie anzusprechen.

Die staatliche Facultas-Akademie nimmt sich Menschen mit individuellen Begabungen, einem »Minimum«, an und trainiert sie. Minimum Holder, welche erfolgreich abschließen, landen danach in führenden Positionen in der Regierung, bei der Armee, Polizei oder dem Geheimdienst – sie zählen zu einer auserwählten Elite. Statt Angst und Verachtung von der restlichen Bevölkerung zu erfahren, bedeutet ein Minimum einen großen Schritt auf der Karriereleiter. Dieser angeborene Vorteil und die Begünstigung durch den Staat rufen Neid hervor. Statt das Hauptaugenmerk der Handlung auf das Facultas-Institut zu richten, wendet sich die Story der Detektei Hamatora zu, welche von dem Akademie-Abbrecher und der genialen Spürnase Nice gegründet wurde.

Spätestens seit Gosho Aoyamas Detektiv Conan wissen auch Manga- und Anime-Fans gut durchdachte Kriminalfälle mit spannenden Wendungen zu schätzen. Nachdem, was die drei auf dem ersten Volume enthaltenen Episoden preisgeben, scheinen die Drehbuchautoren Jun Kumagi sowie Toka Machida zu wissen, wie die Mystery-Schiene befahren wird und wie man mit mehreren Handlungssträngen jongliert, um sie elegant zu einem einzigen komplexen Fall zu verknüpfen. Vom ersten Moment an ist die Aufmerksamkeit des Zuschauers gefragt. Nur zu gern erlangen unscheinbare Figuren an Bedeutung und sind gar das fehlende Verbindungsstück, um das große Ganze zu erkennen. Mich haben die vielen kleinen, gut platzierten Wendungen meist positiv überrascht. Die Kombination aus Detektivarbeit und den übernatürlichen Fähigkeiten, wenn auch nicht neu, funktioniert. Eine solide Basis für einen ansprechenden Anime wäre also gelegt. Dass jedoch gleich die ersten beiden Episoden im Fall-Aufbau einem sehr ähnlichen Schema folgen, nimmt der Handlung etwas Wind aus den Segeln. Hamatora – The Animation schwächelt zudem an anderen Enden.

Der Zuschauer wird mitten ins Geschehen geworfen und schon in den ersten Minuten mit einer Fülle von Charakteren überschwemmt, die auch im Laufe der vorliegenden Folgen größtenteils keine konkreten Vorstellungen bekommen. Stattdessen konzentrieren sich die Macher zu sehr darauf, den Mystery-Faktor hervorzuheben und die vielen Figuren, die an unterschiedlichen Orten verweilen, mit ihren Minimum-Fähigkeiten in Aktion zu zeigen. So wichtig die Aufklärung von Kriminalfällen beziehungsweise die Erfüllung eines Auftrags auch sein mag, mir fehlen die persönlichen Momente mit den Personen, um wirklich einen Draht zu ihnen herzustellen und sie in Erinnerung zu behalten. So verbleibe ich nach dem ersten Volume nur mit den groben Charaktereigenschaften:

Nice ist ein unbekümmerter Jugendlicher mit einem überragenden Intellekt, während Murasaki vom Hamatora-Duo den besonnenen Partner darstellt, der jedoch durch Nice‘ scheinbare Unvernunft schnell die Fassung verliert, was gerne einmal in einem Streit ausartet. Wenn es darauf ankommt, agieren sie reibungslos als Team. Parallelen lassen sich beim anderen Duo Ratio und Birthday erkennen, die, was Intro- sowie Extrovertiertheit betrifft, noch weiter auseinanderdriften, aber selbst im Alltag überraschend harmonisch wirken. Nice und Birthday sind für die meisten Comedy-Einlagen im Anime verantwortlich – einen Job, den die beiden aus dem Effeff beherrschen. Unter den Nebencharakteren erregen besonders Polizeikommissar Art und der zwielichtige Dr. Moral meine Aufmerksamkeit, die zwei entgegengesetzte Positionen vertreten – Konfliktmaterial vom Feinsten, dessen Potential hoffentlich im Verlauf der Handlung voll aufblüht.

Ich möchte bezüglich der fehlenden Charakter-Tiefe sogar behaupten, dass teilweise absichtlich darauf verzichtet wurde, die einzelnen Figuren näher zu beleuchten, weil dies bereits in der Vorgeschichte Hamatora – The Comic passiert. Das ist einerseits nachvollziehbar, da es sich um ein medienübergreifendes Projekt handelt, wo solche kleinen Tricks im Rahmen sind und Fans dazu animieren, die einzelnen Ableger zu begutachten. Andererseits erscheinen manche Stellen in Hamatora – The Animation in der Hinsicht inkonsequent. So versucht die Handlung zeitweise, mit dem unbekannten besten Schüler der Facultas-Akademie aller Zeiten Spannung zu erzeugen, dessen Identität in der Manga-Reihe jedoch bereits im ersten Kapitel enthüllt wird.

Grafik und Animation sind ein großes Thema für sich. Hier merkt man, dass sich Studio NAZ unter den Regisseuren Seiji Kishi und Hiroshi Kimura so einige Gedanken darüber gemacht hat, wie der Zuschauer visuell an den Bildschirm gefesselt werden kann. Dabei haben die Animatoren auf so manche experimentelle Idee zurückgegriffen. Ich liebe die kräftigen, hellen Szenerien. In Verbindung mit den detaillierten Hintergründen, die meist nahe der Realität verweilen, und den schönen Farbverläufen in den Kleidungsstücken ziehen diese Momente mit all den verschiedenen Reizen die Blicke auf sich. Selbst an Reflektionen in Glasflächen wurde gedacht. Andererseits rufen dunkel gehaltene Orte mein Missfallen hervor. Hier erwarten einem nicht die klar gestochen platzierten Farbspektren von zuvor. Stattdessen sind solche Bereiche oftmals von hässlichen roten »Schmieren« überzogen, was mich persönlich beim Ansehen des Animes stört.

Bauchschmerzen bereiten mir ebenfalls die Momente, wenn die Charaktere ihre Minimum-Fähigkeiten einsetzen. Was eigentlich die coolsten Augenblicke sein sollten, degeneriert zu einem langweiligen und mit der Zeit abstoßenden Farbenwirrwarr. Ähnlich einem Fotonegativ, nur bunter, werden die Farbtöne verändert, was letztendlich in einem visuellen Chaos endet. Jenes lenkt leider mehr von der Situation und den kämpfenden Minimum Holdern ab, als es Spannung erzeugt. Da schindet Studio NAZ auch keinen Eindruck mehr, wenn sie künstliche Minimum Holder dadurch unterscheiden, dass bei jenen dieses bunte Spektakel ausbleibt. Unterm Strich lohnt sich der gut gemeinte Aufwand bei den Minimum-Kämpfen leider überhaupt nicht. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Besonders da jeder Minimum Holder sowieso schon seinen individuellen Move durchführt, um seine Kraft zu aktivieren. So setzt Nice etwa seine Kopfhörer auf, lauscht der Musik und schnippt in die Finger. Etwas einfacher sieht es bei Murasaki aus, der einfach nur seine Brille abnimmt.

Dass die Verwendung von Farben auch positiv ausfallen kann, zeigt sich in der dritten Episode in einem Dialog zwischen Kommissar Art und Dr. Moral in einem skurril wirkenden Zimmer voll brennender Fackeln. Während des Gesprächs wechselt der Schein der Flammen, womit mal grüne, violette oder rote Töne den Raum dominieren. Gleichzeitig verändert sich das Format. Das Bild wird schmaler. Eine unheimliche Stimmung in einer schon angespannten Atmosphäre ist da vorprogrammiert. Die Musik, welche von einem melancholischen Klavierstück in theatralische Orgelklänge schwankt, tut ihr Übriges. Obwohl mir die eben beschriebene Szene an sich zusagt, passt sie wegen ihres hohen Grades an Abstraktheit – Was hat der Farbwechsel zu bedeuten? – in das restliche bisher präsentierte Animationsschema überhaupt nicht hinein. Mir fehlt eine klare Linie. Ein Rätsel bildet zudem ein Tiger, besser gesagt ein Kostüm, welcher zweimal im ersten Volume auftaucht, ohne dass ihn umstehende Personen bemerken. Er ist das Maskottchen der Detektei Hamatora (Anmerkung: Tiger heißt auf Japanisch »tora«). So sieht man schon in Folge eins auf den Auftragsformularen einen gedruckten Tigerkopf.

Das Opening Flat wird von Livetune feat. Yuki Ozaki performt. Bereits im Intro findet die verdrehte Farbpalette Verwendung, wie man sie später bei aktiven Minima antrifft. Das bunte Spektakel harmoniert mit dem Pop-Song, der trotz des schnellen Rhythmus eine entspannte, fröhliche Atmosphäre erzeugt. Im Opening sind Panzer, Hubschrauber, Kampfjets und abgeworfene Raketen zu sehen – mehr Action, als in die ersten drei Episoden, wo ein groß angelegter Polizeieinsatz das höchste der Gefühle ist, eingebaut wurde. Bei so einem Intro erwarte ich für die restliche Handlung definitiv mehr. Für das Ending singt Murasaki-Sprecher Wataru Hatano den rockigen Song Hikari.

Disc

Volume eins von Hamatora – The Animation umfasst die ersten drei Episoden Das Ei des Kolumbus, Geliebter Dreckskerl und Die einen haben es, die anderen nicht, was eine Gesamtlaufzeit von gerade einmal 75 Minuten ausmacht. Die Folgen liegen in 1920x1080p vor. Neben der deutschen Synchronisation kann der japanische Originalton mit Untertiteln ausgewählt werden. Beides steht in DTS-HD MA 2.0 zur Verfügung. Auf der Disc selbst befinden sich ansonsten zu Werbezwecken nur wie gewohnt vier Trailer zu weiteren Kazé-Titeln.
Die deutsche Synchronisation hat mir im Großen und Ganzen – um dies schon einmal vorwegzunehmen – sehr gefallen. Warum das so ist, darauf will ich nun für die wichtigsten Sprecher ins Detail gehen. Da hätten wir erst einmal Protagonisten Nice, der im Original von Ryouta Oosaka gesprochen wird. Den guten Herren könnten manche von euch etwa als Staz aus Blood Lad kennen oder auch als Sadao Maou aus The Devil is a Part-Timer!. Im Deutschen ist hier Patrick Baehr engagiert worden, der schon in über 140 Rollen zu hören war, selbst schauspielert, mit Hauptrollen in Schloss Einstein sowie Hotel 13, und bereits als Moderator tätig war. Er fungiert als deutsche Stimme von Freddie Highmore und Suraj Sharma. Seinen Erfahrungsschatz merkt man ihm als Nice an. Patrick Baehr bringt souverän sowohl die ernsten als auch humorvollen Momente des brillanten, jugendlichen Detektivs zur Geltung.
Nice‘ Partner Murasaki wird im Japanischen von Wataru Hatano synchronisiert, dessen populärste Synchronrolle höchstwahrscheinlich Gajeel Redfox aus Fairy Tail darstellt. Während sich das Gesangstalent des Eisen-Drachentöter-Magiers gut versteckt hält, gibt Wataru Hatano im Ending von Hamatora – The Animation preis, wozu seine Stimme wirklich in der Lage ist. Im Deutschen wird Murasaki von Tim Knauer vertont, der mit seinen bisher über 400 Sprechrollen, darunter eine Fülle von namhaften Filmen, Kollegen Baehr um Weiten in den Schatten stellt. Anime-Fans könnten ihn bereits als Jiro Horikoshi in Wie der Wind sich hebt kennengelernt haben. Mit seinen 21 Jahren ist Murasaki älter als Nice (17) und zeigt charakterlich eine viel erwachsenere Seite. Sowohl Hatano als auch Knauer treffen diesen Ton perfekt, wobei mir Ersterer persönlich trotz allem eine Spur zu tief klingt. Knauer schafft mit seiner Stimmfarbe eine gute Mischung aus seelischer Reife und körperlicher Jugend. Darum gebe ich ihm als Murasaki den Vorzug. Nur an seinen einen Hauch zu aggressiven Flirtversuchen sollte er noch arbeiten, bei denen Hatano mit seiner unterschwelligen Annäherung mehr überzeugt.
Hinter Birthday und Ratio stehen im Original Jun Fukuyama (Yukio Okumura in Blue Exorcist) beziehungsweise Yuichi Nakamura (Gray Fullbuster in Fairy Tail). Das deutsche Pendant bieten Asad Schwarz (Kenji Himura in Rurouni Kenshin – The Chapter of Atonement) und Matti Klemm (Jin Kazama in Tekken: Blood Vengeance). Die Charaktere haben zu kurze Auftritte in den Episoden, um sich eine finale Meinung zu bilden, aber ich liebe den Kontrast in den Stimmen – im Japanischen und Deutschen, der passend zur gegensätzlichen Persönlichkeit der beiden Figuren gewählt wurde. Matti Klemm präsentiert einen gelassenen, erfahrenen Ratio, den nichts aus der Ruhe bringt. Der sanfte, erwachsene Klang seiner Stimme schmeichelt dem Ohr. Es verwundert daher wenig, wenn in Klemms mit über 470 Sprechrollen bespickten Lebenslauf mehrere Einsätze als Erzähler aufzufinden sind. Asad Schwarz darf bei Energiebündel Birthday dagegen so richtig die Sau rauslassen – sorgenfrei, auf Spaß aus und laut. Der Sprecher trifft das Wesen des Jugendlichen. Dabei ist Schwarz mit 1963 als Geburtsjahr selbst schon ein älteres Kaliber mit einem dementsprechenden Erfahrungsschatz im Gepäck.
Ebenfalls erwähnen möchte ich Jan Kurbjuweit (Fumito Nanahara in Blood-C) als Art (Hiroshi Kamiya) und Felix Spieß (Nobuchika Ginoza in Psycho-Pass) als Dr. Moral (Yuki Ono), die ähnlich dem restlichen Hauptcast auf eine überwältigende Liste von bereits synchronisierten Titeln zurückblicken dürfen. Jan Kurbjuweit gibt einen meist sachlichen Kommissar, dem aber in Wahrheit Minderwertigkeitskomplexe plagen. Erst einmal die richtigen Knöpfe gedrückt, braust Kurbjuweit auf und erhebt seine Stimme voll von Wut sowie Verleumdung. Felix Spieß‘ Interpretation von Dr. Moral weicht von Yuki Onos Version ab. Während im japanischen Original ziemlich schnell klar wird, dass man einem überheblichen Fanatiker gegenübersteht, fühlen sich Spieß‘ Erläuterungen zu Dr. Morals Forschungsgebiet wie eine ruhig gehaltene, vernünftige Podiumsdiskussion an, an denen nur stellenweise der Wahnsinn hervorbricht. Mir gefallen beide Versionen gleichermaßen.
Ebenfalls zum Cast zählen folgende vier Sprecher, die ich der Vollständigkeit halber, da sie in kommenden Folgen sicherlich mit dabei sind, ohne Bewertung nenne: Soraya Richter (Arietty in Arrietty – Die wundersame Welt der Borger) verleiht der stets hungrigen Hajime einen viel tieferen, erwachseneren Klang als ihr japanisches Gegenstück Emiri Kato. Stimmlich näher beieinander liegen die Sprecherinnen der süßen Vermittlerin Koneko mit dem Katzenschwanz: Kiyono Yasuno und Esra Vural (Kei in Space Pirate Captain Harlock). Koneko trifft man stets im Café Nowhere an, das einem älteren Mann namens Master gehört, der überraschend oft beim Kaffeemahlen beobachtet wird. Seine Stimme erhält er im Japanischen von Atsushi Ono und im Deutschen von Hans-Jürgen Wolf, der laut synchronkartei.de schon über 940 Rollen gesprochen hat. Zuletzt ist da noch Arts älterer Kollege Gasquet (Yousuke Akimoto), bei dem Andreas Müller zum Einsatz kommt. In einer Rauch-Szene hört man, so finde ich, ziemlich deutlich heraus, dass Müller selbst etwas zwischen die Lippen gepresst hat, um authentisch zu klingen. Beide Daumen hoch dafür von mir. Wer sich näher für die deutsche Synchronisation zu Hamatora – The Animation interessiert, dem lege ich diese Seite von synchronkartei.de ans Herz, wo ihr nochmal eine Aufzählung der wichtigsten Sprecher findet. Auf den jeweiligen Profilseiten könnt ihr zudem nachlesen, an welchen Titeln und in welcher Rolle die Personen beteiligt waren.

Bonus und Verpackung

Der Anime an sich hat seine vielen kleinen Fehler. Was den Karren in diesem Fall für das erste Volume hauptsächlich aus dem Dreck zieht, ist die großzügige Ausstattung. Wie schon fast Standard bei Kazé gibt es einen Sammelschuber. Dieser enthält genug Platz für alle vier Volumes. Das darauf abgebildete Artwork zeigt insgesamt neun Charaktere, wovon die meisten bereits bekannt sind. Die zwei fremden Gesichter werden noch im Laufe des Animes vorgestellt. Volume eins erscheint mit Wendecover. Das Motiv zeigt Nice und Murasaki in typischen Posen. Im Inneren befinden sich neben der Disc noch ein Booklet und zwei Profile-Cards in der Größe von Visitenkarten zu den beiden Hamatora-Detektiven. Auf 16 Seiten erfahrt ihr Details zu Nice, Murasaki und Hajime. Manche Infos stammen dabei aus dem zeitlich früher spielenden Manga Hamatora – The Comic, dessen erster Band ebenfalls beiliegt. Die zweite Hälfte des Booklets widmet sich den enthaltenen Episoden in Form von Kurzbeschreibungen.
An den Sammelschuber, exakter an ein Infoblatt, mit Klebstoff befestigt, ist der erste Band der Manga-Reihe Hamatora – The Comic, in dem man erfährt, wie sich Nice und Murasaki kennengelernt haben. Mit etwas Vorsicht kann man das Taschenbuch ohne jeglichen Schaden abziehen und den Kleber rückstandslos entfernen. Für mich ist der Mangaband eindeutig das beste Extra, da Käufer nicht nur zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern das Lesen des Printwerks die Anime-Handlung aufwertet. Wie bereits erwähnt, geht Hamatora – The Animation weniger auf die Charaktere an sich ein. Diese werden im Manga dagegen zusammen mit ihren Kräften detaillierter eingeführt. Auch ohne Anime würde sich die Reihe lohnen. Mit Yuuki Kodama greift ein populärer Mangaka zur Feder, der das Original-Charakter-Design des Hamatora-Universums beisteuert – und am individuell gestalteten Aussehen der Figuren mit all ihren Details sowie besonderen Merkmalen gibt es wirklich nichts zu meckern.
Hamatora hat großes Potential, das möchte ich gar nicht abstreiten. Mir wäre es sogar sehr recht, wenn die Macher von Hamatora – The Animation dieses mehr ausschöpfen könnten, weil mich die Kombination aus Detektivarbeit und Übernatürlichem anspricht. Den Manga empfinde ich als lesenswert, und da auch die Inhaltsbeschreibungen im beiliegenden Booklet auf Informationen aus Hamatora – The Comic basieren, kann man ruhig ein Auge zudrücken, was eine fehlende Charaktervorstellung im Anime betrifft. Die Fälle an sich sind schön gestaltet, reißen mich bisher aber noch nicht mit. Spannende Schockmomente bleiben aus. Die Animation besitzt ihre Licht- und Schattenseite – gleich in doppelter Hinsicht. Studio NAZ scheint in diesem Punkt besonders experimentierfreudig, was Lichteffekte und Farbgebung anbelangt. Manche Ideen erweisen sich als gut, andere sind leider ein Griff ins Klo. Der Gesamteindruck ist durchwachsen. Speziell das Farbenchaos beim Aktivieren der Minimum-Fähigkeiten liefert einen störenden Anblick. Unterm Strich bin ich dennoch bereit, dem Anime eine zweite Chance zu geben, da drei Episoden mit insgesamt 75 Minuten für mich zu kurz sind, um sich eine entscheidende Meinung zu bilden. Ab dem nächsten Volume sinkt zudem der Preis um fünf Euro. Ein Lob gibt es dagegen klar für die exzellente Aufmachung mit einer Fülle von Extras auszusprechen. Bei Hamatora – The Animation verfolgt Kazé einen monatlichen Erscheinungsrhythmus. Das abschließende vierte Volume erscheint daher bereits am 31. Juli.
Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Hamatora – The Animation, Vol. 1.

Details

Titel: Hamatora – The Animation, Vol. 1
Originaltitel: ハマトラ, Vol. 1 (Hamatora, Vol. 1)
Produktionsjahr: 2014
Genre: Mystery, Action
Animationsstudio: NAZ
Regisseur: Seiji Kishi, Hiroshi Kimura
Publisher: Kazé
Länge/Episoden: 75 Minuten/3 Episoden
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD MA 2.0
FSK: 12
Preis: circa 30,95 Euro
Bestellen: [amazon text=EAN    7630017504388&chan=animey&asin=B00STAE5AY]

© cafe Nowhere/Hamatora Project
© 2015 VIZ Media Switzerland SA

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