Kirschblut – Dead Friend’s Lover Letter – Manga-Test

Hina Sakurada ist im deutschsprachigen Raum längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Mit Werken wie Sense & Sensibility oder Von einer Blume, die ein Messer trägt machte sie sich hierzulande bereits einen Namen. EMA publizierte im Februar 2014 nun einen weiteren Titel der Mangaka: den Oneshot Kirschblut – Dead Friend’s Live Letter. Was euch darin erwartet, erfahrt ihr in der folgenden Review.

Yukino hat eine seltsame SMS von ihrer besten Freundin Saho erhalten, in der diese das Mädchen auffordert, abzuhauen. Wenig später muss die Schülerin feststellen, dass sich Saho vom Schuldach gestürzt hat. Deren Freund Tatewaki erklärt Yukino, dass er schuld daran sei, weil der Junge ihr mitgeteilt hätte, in Yukino verliebt zu sein. Der Verdacht auf Selbstmord liegt nun sehr nahe.

Yukino durchlebt seitdem verschiedene Problematiken. Nicht nur der Tod ihrer einst besten Freundin belastet das Mädchen, ihre Mitschülerin Yukko gibt Yukino die Schuld an deren Sturz vom Dach. Die Tatsache, dass sich Tatewaki und Yukino immer näher kommen, führt zu noch mehr Missgunst. Doch was steckt tatsächlich hinter Sahos angeblichen Selbstmord?

Die Einzelkapitel aus Hina Sakuradas Oneshot Korosarerunara, isso sakura no ki no shitada debütierten 2011 in Shogakukans Cheese!-Magazin. Unter dem deutschen Titel Kirschblut – Dead Friend’s Live Letter publizierte EMA das Werk im Februar 2014. Neben drei Kapiteln zur Hauptgeschichte erhält der Leser noch ein Extra, welches einen Blick in die Vergangenheit der vier Protagonisten wirft (Saho, Yukko, Yukino und Tatewaki). Auch ist die Bonusstory Liebe schafft Leiden in dem Einzelband vertreten.

Gleich zu Beginn der Geschichte wird dem Leser durch Tatewakis Verhalten bewusst, weshalb sich Saho vom Dach gestürzt haben könnte, sogar noch bevor der Junge es Yukino erklärt. Sakurada-sensei erweckt in den nachfolgenden Ereignissen den Anschein, eine komplizierte, anfängliche Liebe zwischen den beiden Protagonisten aufbauen zu wollen. Gewöhnliche Shojo-Aspekte greift die Mangaka auf, so setzt sich beispielsweise Tatewaki stets für Yukino ein, welche von ihrer Mitschülerin gemobbt wird, und siehe da, die zwei kommen sich etwas näher. Ohne viel verraten zu wollen, darf sich der Leser dann aber auf eine dramatische und unerwartete Kehrtwendung gefasst machen. So werden Saho und besonders Tatewaki in ein düsteres Licht gerückt. Hina Sakurada ist es gut gelungen, Emotionen über die Mimik und Gestik der Protagonisten rüberzubringen. Auch besitzt das Charakterdesign Wiedererkennungswert, wobei die Mangaka den Hintergründen sowie Kulissen künstlerisch kaum Beachtung schenkte. Zeichnerisch bleibt der Fanservice ebenso wenig aus. Ihr erhascht beispielsweise Blicke auf Unterhöschen. Im Endeffekt kann man sagen: Kirschblut – Dead Friend’s Live Letter ist sicherlich nicht tiefgründig, gliedert sich aber ebenso wenig in die typische Shojo-Materie mit heiterem Happy End ein. Reifen Fans des Genres (Mädchen und Jungen gleichermaßen), die für etwas Abwechslung in ihrem Bücherregal sorgen wollen, ist dieser Einzelband zu empfehlen.

Wir bedanken uns bei EMA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Kirschblut – Dead Friend’s Lover Letter.

Korosarerunara, isso sakura no ki no shitada © 2011 Hina Sakurada / Shogakukan Co. Ltd.
Kirschblut – Dead Friend’s Lover Letter © 2014 EGMONT Verlagsgesellschaften mbH