»Beauty & The Devil« – Manga-Test

Der Sommer wird heiß und das nicht nur aufgrund der steigenden Außentemperaturen. Denn TOKYOPOP veröffentlichte im Juli den explizit erotischen Einzelband Beauty & The Devil von Hiraku Miura. Die vier enthaltenen Kapitel und die kurze Bonusgeschichte bilden das Prequel zur im September ebenfalls bei TOKYOPOP startenden fünf Ausgaben umfassenden Serie Midnight Devil von derselben Autorin. Erzählt wird die Story von Rin Hashiba, welche allein bei ihrem Großvater in einem Schrein lebt, wo sie plötzlich in einen Pakt mit dem Teufel Char gerät, der ihr fortan sprichwörtlich auf die Pelle rückt.

Rin hat so einige Schicksalsschläge zu verkraften. Einerseits hat sie nur noch einen Vater, der allerdings im Ausland arbeitet, weshalb Rin in einem Shinto-Schrein zusammen mit ihrem Großvater lebt.

Das an sich ist ja noch nichts allzu Ungewöhnliches. Verzwickt wird es für Rin erst in der Schule, dort hat sie den zweifelhaften Ruf ein leichtes Mädchen zu sein.

Wie kam das eigentlich? Rin beantwortet sich die Frage damit, dass ihr Sandkastenfreund Sho ihre Liebe nicht erwiderte und damit sie durch diesen Stich ins Herz nicht in ein depressives Loch fällt, sucht Rin ihr Seelenheil in dem Zeitvertreib mit anderen Jungen. Diese Argumentation ist jedoch nur ein Gerücht, gestreut von einem verprellten Schürzenjäger.

Resignierend wünscht sich Rin im Gebet am Schrein, dass ihr zumindest etwas Glück zuteilwird, egal ob es von Gott, Buddha oder irgendwem anders kommt. Plötzlich taucht Char, König aller Dämonen aus Avalon, vor ihr auf und verlangt für die Erfüllung dieses Wunsches wortwörtlich alles von Rin.

Neben dem Blut der Jungfrau, damit er seine magischen Kräfte wiedererlangt, verlangt Char im Anschluss Rins Körper. Eigentlich hatte sich Rin vorgenommen nie wieder Liebe zu empfinden, nichtsdestotrotz verliebt sie sich in diesen forschen wie gleichzeitig naiven Dämonenkönig.

Wie für einen Einzelband üblich erzählt Hiraku Miura ihre Geschichte um Char und Rin in Beauty & the Devil zügig und ohne weitreichende Erklärungen, weshalb einige Fragen offenbleiben müssen und die Geschehnisse Schlag auf Schlag passieren.

Allerdings versteht die Mangaka es ihren Figuren einen wiedererkennbaren Charakter zu geben. Über die auf den ersten Blick taffe Rin, die sich eigentlich nach Freunden und Gesellschaft sehnt, sowie den rabiaten wie triebgesteuerten Char, der innerlich sehr fürsorglich ist, bis hin zu dem exzentrischen Butler Alfred und der ehrlichen Schulwechslerin Sakura. Letztere freundet sich mit Rin an, wodurch die klar porträtierten Charaktere in Rins Umfeld weitere Tiefe erhalten.

Zeichnerisch gestaltet Miura die Figuren wenig abwechslungsreich, wenngleich mit einem hohen Detailgrad und einem ansprechenden Design.

Die klaren Linien verleihen den Einzelbildern die nötige Ästhetik, um die explizit dargestellten erotischen Szenen passend darzustellen. Aufgelockert wird das Geschehen durch gelegentlich eingeworfene SD-Zeichnungen, die die niedlichen Charakterzüge der einzelnen Figuren herausstellen.

Die Hintergründe beschränken sich auf den meisten Seiten auf die einmalige Einführung des Handlungsortes und werden dann nur noch mit sehr viel Rasterfolie gefüllt. Der harte Einsatz dieser konterkariert auf den ersten Blick die filigranen Zeichnungen, nichtsdestotrotz erzeugt Hiraku Miura auf diesem Wege optisch den Widerspruch zwischen dem unschuldigen Mädchen einerseits und dem dunklen Teufel andererseits.

Abschließend punktet Beauty & The Devil durch gelungene Charaktereinführung und dem in meinen Augen ansprechenden Stil. Abstriche sind hier beim Plot, der sehr gehetzt und ohne große Erklärungen abgespult wird, sowie bei der daraus resultierenden allgemeinen Oberflächlichkeit zu machen. Diese Mali sind aber bei nahezu allen in Einzelbänden abgeschlossenen Geschichten anzumerken. Ein Lichtblick sind die fünf nachfolgenden Bände von Midnight Devil, welche die Erzählung ab September womöglich präziser auffächern und so zu mehr Kohärenz verhelfen. Alle, die explizite Erotikdarstellungen mit ästhetischem Figurendesign und süßen Charakteren mögen, können getrost zu Beauty & The Devil greifen.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu Beauty & The Devil von TOKYOPOP zur Verfügung gestellt.

Details

Titel: Beauty & The Devil
Originaltitel: Mitsu Iro✡DEVIL (蜜色✡DEVIL)
Mangaka: Hiraku Miura
Erscheinungsjahr: 2009 (JP) 2014 (DE)
Verlag: Takeshobo (JP), TOKYOPOP (DE)
Genre: Romance, Ecchi, Hentai
Altersempfehlung: 16+
Preis: 6,95€
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 3842010443&chan=animey&asin=3842010443]

Mitsu Iro✡DEVIL © 2009, Hiraku Miura, Takeshobo
Beauty & The Devil © TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014