Horror-Special: Kleine Monster-Galerie

Die Tage werden kürzer, kalter Wind pfeift um die Häuser und Regen prasselt immer öfter gegen fest verschlossene Fenster. Die düstere Jahreszeit ist angebrochen, und während man sich selbst im warmen Zimmer versteckt, lauern in der Dunkelheit Gruselgestalten, deren Anblick das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Zumindest schleicht sich dieser Gedanke schnell in das Bewusstsein, wenn Nebelschwaden vor dem Fenster durch gespenstisch leere Gassen ziehen.

Dann denkt man an ikonische Monster, die die japanische Popkultur in die Welt entlassen hat – denn das Schauderhaft-Schreckliche hat seine ganz eigene Anziehungskraft. Sich zu fürchten, zu erschrecken und zu gruseln ist immerhin auch eine Form des Zeitvertreibs. Und wann fürchtet man sich lieber als zu Halloween?
Deshalb folgt hier eine kleine Auswahl aus verschiedenen Animes, die einige besonders fürchterliche Vertretern ihrer Zunft präsentieren:

Godzilla

Shin Godzilla © Toho Pictures
Shin Godzilla © Toho Pictures

In einer Monster-Galerie darf der König der Kaiju-Filme natürlich nicht fehlen.

Obwohl seine Herkunft in verschiedenen Filmen durchaus variiert, kann man einige Fakten über den Spitzenpredator als gesetzt betrachten: Er ist ein riesiges, prähistorisches Seemonster, das dank radioaktiver Strahlung über unglaubliche Kräfte verfügt. Geweckt wird er häufig von wie auch immer gearteten Erdbeben – seien diese nun Naturgewalt oder von Menschen oder anderen Wesen herbeigeführte Phänomene.

Seit 1954 trampelt Godzilla im klassischen Dinsoaurierdesign schon durch Film und Fernsehen und ist seinen Fans überall auf der Welt ein Begriff. Mittlerweile wird der Riese, dessen einziges Ziel einst die Zerstörung von Städten war, gerne auch als Antiheld inszeniert. Mit Godzilla Resurgence wurde nach dem letzten US-Film von 2014 (Gareth Edwards) nun im letzten Sommer auch wieder ein japanischer Kaiju-Knaller produziert. Darin entwickeln Hideaki Anno und Shinji Higuchi Godzillas Ursprungsgeschichte neu, und erzählen, wie das Monster zum ersten Mal im heutigen Japan auftaucht. Demnächst startet außerdem eine Anime-Adaption.

Ohngesicht

Ohngesicht als gieriges Ungeheur.
Das ungeheuerliche Ohngesicht. © Studio Ghibli

Das Ohngesicht aus Chihiros Reise ist ein seltsames Wesen, dessen reduziertes Design durchaus unbehaglich wirkt – genauso wie das merkwürdige Verhalten des ungeheuerlichen Badegasts.

Zunächst erscheint es als semi-transparentes Wesen, dessen schwarzer Körper mal mehr und mal weniger sichtbar ist. Es wirkt wie ein Schatten mit ausdrucksloser Maske als Gesicht. Sein wahres Äußeres liegt solange verborgen, bis er außer Kontrolle gerät. Die Fähigkeit, die Persönlichkeitsmerkmale derer anzunehmen, die er verschluckt hat, macht ihn schließlich zum gefährlichen Monster.

Chimären

Nina Tucker als Chimäre. © Bones Inc
Nina Tucker als Chimäre. © Bones Inc

Eine Chimäre ist ein aus zwei verschiedenen Wesen synthetisiertes Geschöpf, das zwar verschiedene Attribute seiner Komponenten vertritt, aber insgesamt als vollkommen eigene Art verstanden wird.

So klassifiziert man diese Art der Hybriden zumindest in Full Metal Alchemist. Dort gilt das Erschaffen von Chimären als Wissenschaft, die zwar sehr selten ausgeübt wird, aber keineswegs verboten ist. Erlaubt ist allerdings lediglich das transmutieren von Tieren. Menschen dürfen nicht Gegenstand dieser Art von Alchemie sein. Natürlich gibt es Alchemisten, die sich darüber hinwegsetzen und so grauenerregende Kreaturen erschaffen.

Die wohl verstörendste dieser Kreaturen ist eine menschliche Chimäre, die Shou Tucker aus seiner Tochter Nina und deren Hund Alexander transmutierte. Der skrupellose Wissenschaftler hat damit nicht nur seine Frau auf dem Gewissen, sondern auch den einzigen anderen Menschen, der noch an ihn geglaubt hat.

Okiagari

Megumi Shimizu als Okiagari.
Megumi Shimizu nähert sich ihrem Opfer. © FUNimation

Wiedergänger, Leichendämonen und Vampire – man kennt von den Toten auferstandene Blutsauger unter vielen Namen.

In Shiki terrorisieren sie unter dem Namen ‚okiagari‘ die Bewohner eines abgelegenen Dorfes, um sich im Schutz von Wäldern und Bergen eine eigene Gesellschaft aufzubauen. Diese Dämonen – am Anfang handelt es sich um eine kleine Familie, die in ein leerstehendes Haus zieht – sind bereit, das Leben vieler für den Schutz des eigenen Daseins zu opfern und so beginnt das Morden. Zunächst sieht es so aus, als würden die Dorfbewohner einer mysteriösen Krankheit zum Opfern fallen. Sie sind anämisch, fiebrig und sterben meist nach wenigen Tagen.
Nach dem Tod eines Kranken befällt die Krankheit fast immer zuerst weitere Familienmitglieder. Das liegt daran, dass sich der Wiederauferstandene natürlich zu seiner Familie hingezogen fühlt, auch wenn er das frühere Haus nicht mehr betreten kann. Trotzdem finden die Untoten immer einen Weg, die zu Lebzeiten geliebten Menschen mit ins Unglück zu reißen.

Nach und nach übernehmen die Okiagari mit dieser Strategie das Dorf, bis endlich jemand den übernatürlichen Feind erkennt und zum Befreiungsschlag ansetzt.

Körperfresser

Parasyte: The Maxim
Shinichis Arm wird von einem Parasiten übernommen. © MADHOUSE INC © Crunchyroll

In Kiseijuu oder Parasyte tauchen plötzlich seltsame Sporen aus dem All auf der Erde auf. Sie übernehmen wie wurmartige Parasiten die Körper von Menschen und Tieren, indem sie durch Ohr oder Nase kriechen.

Danach krabbeln sie weiter mit dem Ziel, Besitz von Gehirn und Nervensystem zu ergreifen. Ist das einmal geschehen, ist der Mensch verloren: Der Parasit assimiliert komplett mit dem Menschen und zerstört dabei dessen Persönlichkeit. Jetzt hat die neu entstandene Lebensform die Möglichkeit, den Körper des Wirts nach Belieben umzuformen. Außerdem muss er sich natürlich nun ernähren – und zwar von anderen Menschen. Daraus resultiert eine schreckliche Serie von Morden, die zahlreiche zerstückelte Leichen zurücklässt.

Die parasitären Lebensformen agieren normalerweise als Einzelgänger, doch tun sie sich im Verlauf der Handlung zusammen, um innerhalb der menschlichen Gesellschaft versteckt zu überleben.

Yoma

Eine Erwachte – mehr Yoma als Mensch. © MADHOUSE Inc.
Eine Erwachte – mehr Yoma als Mensch. © MADHOUSE Inc.

Claymore erzählt die Geschichte einer Gruppe von besonderen Kriegerinnen, die ihre eigene Menschlichkeit aufgegeben haben, um grauenerregende Monster zu bekämpfen.

Diese Monster werden auch Yoma genannt. Sie ernähren sich von Menschenfleisch und sind für andere Menschen nur zu erkennen, wenn sie sich in ihrer wahren Gestalt präsentieren. Sie besitzen außerdem die Fähigkeit, das Äußere anderer Menschen anzunehmen. Dabei übernehmen sie auch Erinnerungen und Persönlichkeitsmerkmale derer, die sie verschlungen haben. Die einzigen, die sie in dieser Form aufspüren können, sind die Claymore-Kriegerinnen.
Um diese Fähigkeit zu erlangen wurde den Frauen schon im Kindesalter das Fleisch von Yoma eingepflanzt. Deshalb besteht auch für sie immer die Gefahr, selbst zu einem Monster zu werden, das einen unbändigen Hunger auf menschliche Innereien hat. Verliert sich eine Kriegerin in diesem Hunger, wird sie zu einer „Erwachten“ – und damit zu einer Kreatur, die noch viel gefährlicher als einfache Yoma ist.

Titanen

Ein Titan aus AOT-Wings of Freedom. © Koei Tecmo © Omega Force
Ein Titan aus AOT-Wings of Freedom. © Koei Tecmo © Omega Force

Attack on Titan ist ein episches Anime-Spektakel, das in vielen Bereichen seinesgleichen sucht.

Es wartet nicht nur mit einer mitreißenden Story und interessanten Charakteren auf, sondern beschert der Menschheit auch noch entsetzliche Monsterfiguren, die ihren festen Platz in der Populärkultur einfordern: Denn die verzerrten Grimassen der humanoiden Riesen bleiben in Erinnerung.
Neben ihren auf unterschiedliche Art und Weise deformierten Körpern, sind es vermutlich diese breiten Münder mit der unnatürlich hohen Anzahl scharfer Zähne, die das Design der Titanen so unverkennbar machen. Obwohl sich die Kreaturen durchaus voneinander unterscheiden, ist dieses Merkmal universell.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here