Horror-Special: Monster und Dämonen mal von einer ganz anderen Seite

Es gibt unfassbar viele verschiedene Arten von Monstern und Dämonen. Solche wie Vampire oder Zombies dürften eigentlich auch jedem bekannt sein. Die meisten dieser übernatürlichen Wesen genießen dabei einen gewissen Ruf und wenn wir an sie denken, haben wir eigentlich auch ein bestimmtes Bild im Sinn. Aber muss ein solches Monster wirklich jedes Mal seinem Ruf auch gerecht werden?

Nein, eben nicht. Archetypen sind keinesfalls etwas Schlechtes, aber warum sollte man nicht auch mal ein altbewährtes Charaktermodell durchbrechen? Warum nicht mal typische Charakterbilder völlig auf den Kopf stellen? Warum nicht mal einem Charakter komplett paradoxe Wesenszüge geben, die im Widerspruch zu seinem Ruf stehen?

Das beginnt beim Spielen mit typischen Merkmalen des jeweiligen Wesens, indem man diese z. B. ins Lächerliche zieht oder einem Charakter eine nicht zu erwartende Eigenschaft verpasst. Und häufig reicht das Ganze bis hin zur völligen Neuinterpretation eines traditionellen Charaktertyps. Richtig umgesetzt kann so etwas erfrischend Anderes und Interessantes entstehen.

Unter all den vielen Monster-Charakteren gibt es einige, die so gar nicht in das typische Bild ihrer Art hineinpassen. Hier ist dazu eine kleine Auswahl.

Die nachfolgenden Beiträge enthalten Spoiler. Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Vampir – Karin Maaka
Karin
© 2005 Karin Produktionsausschuss

Vampire kennt man vor allem als blutdürstige Bestien der Nacht. Zahlreiche Fertigkeiten und Fähigkeiten werden diesen zugeschrieben. Das Trinken von Blut, gesteigerte Sinne und Kräfte gehören dabei zu denen, die bei fast jeder Darstellung vorkommen.

Die Vampire aus dem Anime Karin saugen jedoch nicht nur Blut, sondern auch einen Teil des Wesens der Person aus. Jeder von ihnen hat dabei eine spezielle Neigung (z. B. Stress, Stolz), von der sie das Opfer letztendlich auch befreien. Nur selten sieht man, dass wie hier ein Vampirbiss etwas gutes Bewirken kann.

Karin stellt zusätzlich noch einen weiteren Sonderfall dar. Damit ist nicht ihr sonniges Gemüt gemeint, das zu einer Kreatur der Nacht zwar auch wenig passt. Gemeint ist, dass sie an Blutüberschuss leidet. Beißt sie ein Opfer, saugt sie ihm daher kein Blut ab, sondern gibt ihr eigenes ab. So etwas lässt sich nicht anders als völlig paradox beschreiben, da Blutarmut mit Vampirismus einhergeht.

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Geist/Yurei – Oshizu Murasame
To love Ru - Oshizu Murasame
© Kentaro Yabuki, Saki Hasemi / Shueisha / To LOVE Ru Production Committee

Geister sind in grundsätzlich allen Kulturen beheimatet. Yureis sind japanische Geister, die sich durch dunkles Haar, weißen Kimono, fehlende Füße und beweglose Arme auszeichnen. Sie werden meistens von Irrlichtern begleitet.

Vom Aussehen her ist Oshizu daher ein Paradebeispiel. Andererseits gibt es auch einiges an ihr, das für einen Geist untypisch ist. Grundsätzlich sind die Reaktionen auf Geister Schrecken und Furcht. Dass gerade sie als Geist dennoch panische Angst vor Hunden hat, ist schon recht ungewöhnlich. Diese Angst ist zudem sehr irrational, da sie keinen festen Körper besitzt und daher nicht von Hunden verletzt werden kann.

Des Weiteren kann sie einen Exorzismus durchführen, um andere Geister ins Jenseits zu befördern, obwohl sie selbst ein Geist ist. Eigentlich hat auch jedes Geistwesen einen bestimmten Grund, warum es noch auf der Erde verweilt. Bei ihr ist jedoch nicht ersichtlich, was der Grund dafür sein könnte oder ob es überhaupt einen gibt.

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Dulahan – Lala
Monster Musume - Lala
© OKAYADO/Tokuma Shoten, MonMusu Partners

Lala ist ein sogenannter Dulahan, was sich am besten als irisches Äquivalent zum kopflosen Reiter beschreiben lässt. Eine Begegnung mit einem solchen Wesen geht meist mit dem baldigen Tod einher.

Bereits eines der markantesten Merkmale von Dulahans fehlt Lala schlichtweg. Ein Pferd, eine Kutsche oder ein sonstiges Fortbewegungsmittel sucht man bei ihr vergeblich. Ihr Äußeres hingegen ist mit dem abnehmbaren Kopf und der blauen Haut einem Dulahan sehr ähnlich. Ob sie aber auch die Fähigkeiten besitzt, die einem solchen Wesen zugeschrieben werden, ist sehr zweifelhaft.

Lala vermittelt den Eindruck, dass sie einen großen Einfluss auf den Tod hat – im Gegensatz dazu wird ihr tatsächlicher Einfluss eher gering sein. Eine bekannte Fähigkeit wäre beispielsweise, dass sie mit Personen auf der Schwelle des Todes kommunizieren kann. Die Lebensspanne verkürzen oder verlängern kann sie zumindest nicht. Da ihr Auftreten zum Großteil durch ihr Chunibyo dominiert ist, fällt es auch schwer zu beurteilen, wie nah sie einem typischen Dulahan tatsächlich kommt.

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Dämonenkönig – Maou
Maoyu Mao Yusha
©2013 Touno Mamare/PUBLISHED BY ENTERBRAIN,INC./Project Maoyu Mao Yusha

Bei dem Dämonenkönig, der über alle anderen Dämonen herrscht, muss es sich um ein unglaublich blutrünstiges und zerstörerisches Wesen handeln. Sollte man zumindest denken.

Auch hier sieht man wieder mal, wie weit entfernt der Ruf von der eigentlichen Realität sein kann. Hinter dem 43. Dämonenkönig verbirgt sich nämlich eine sehr freundliche, zuvorkommende und mitfühlende Frau. Grundsätzlich hat sie nichts Dämonisches an sich. Selbst ihre Hörner sind falsch und nur zur Deko, um bedrohlicher zu wirken.

Sie ist außerdem jemand, der weder Krieg noch Zerstörung sucht. Sogar das Gegenteil ist der Fall, denn ihr Ziel ist es, Frieden für Dämonen und Menschen zu schaffen. Amüsant ist, dass mit ihrem steigenden Einfluss in der Menschenwelt ihr gutes Machwerk zunehmend als Dämonenwerk bezeichnet wird. Der Grund dafür ist jedoch nicht die Kenntnis darüber, dass Maou tatsächlich der Dämonenkönig ist. Allein die Angst der Kirche vor dem eigenen Machtverlust führt zu diesen Aussagen.

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Abkömmling Satans – Rin Okumura
Blue Exorcist - Rin Okumura
© Kazue Kato / Shueisha, „Blue Exorcist“ Projekt

Satan stellt gemeinhin das ultimative Böse sowie den Herrscher der Unterwelt dar. Seine Kinder dürften ihm dahin gehend ja eigentlich in nichts nachstehen.

Da gibt es jedoch Rin, der zwar Satans Sohn ist, aber so gar nicht in diese Rolle passt. Das fängt schon beim Aussehen an. Es gibt zwar Merkmale, die Hinweise auf sein dämonisches Wesen geben, diese wirken aber eher niedlich als wirklich bedrohlich. Auch sein herzensguter Charakter ist nicht annähernd so, wie man es von dem Sohn Satans vermutet hätte. Einzig und allein wenn er die Kontrolle über seine Dämonenseite verliert, mag seine Herkunft erkennbar sein.

Am hervorstechendsten ist jedoch, dass er es sich zum Ziel gemacht, ein besonders guter Exorzist zu werden und Dämonen, allen voran Satan, zu jagen und zur Strecke zu bringen.

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Harpyie – Papi
Monster Musume - Papi
© OKAYADO/Tokuma Shoten, MonMusu Partners

Harpyien gehören zu den Dämonen, die einen relativ geringen Bekanntheitsgrad haben. Diese aus der griechischen Mythologie stammenden Kreaturen sind Mischwesen aus Frau und Vogel.

Auch Papi soll eine solche Harpyie sein. Bereits ihr buntes Erscheinungsbild erinnert aber wenig an die dunklen Wesen. Zudem ist der menschliche Teil von Harpyien meist als hässliche alte Frau dargestellt. Papi hingegen hat eine sehr zierliche und kindliche Gestalt. Auch ihr Geist ist passend zum Körper von kindlicher Natur und der Begriff „Spatzenhirn“ scheint perfekt zu passen.

Hinzu kommt noch ihr sehr freundliches und einnehmendes, wenn auch naives Wesen. Damit ist sie das komplette Gegenteil von den eigentlichen Harpyien, die als Symbol für das Böse und die Habgier gelten. Papi mag eine Harpyie sein, dennoch hat sie mit diesen Wesen weit weniger gemein als mit normalen Vögeln.

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Zombie – Rea Sanka
Sankarea
© Mitsuru Hattori Kodansha / Sankarea Produktionsausschuss

Zombies dürften spätestens nach dem Boom der letzten Jahre jedem bekannt sein. Kurz gesagt sind es willenlose Kreaturen, die von den Toten wieder auferstanden sind.

Nach ihrem Tod gesellt sich auch Rea zu diesen untoten Wesen. Sie ist jedoch durch und durch ein besonderer Zombie. Angefangen bei ihrer Verwandlung in einen solchen. Diese kam durch einen Wiederbelebungstrank zustande und nicht etwa durch eine Art Virus. Außerdem sieht sie noch recht menschlich aus, auch wenn sie sehr blass ist und ihr Körper bereits dem Zerfallprozess ausgesetzt ist.

Ihr geistiges Wesen hat sich nach ihrem Tod zudem kaum verändert. Es kommt jedoch vor, dass ihre Zombie-Instinkte kurzzeitig die Oberhand gewinnen. Sie kann vermutlich Zombies erschaffen, die Zombiefizierung ist jedoch wohl nur endgültig, wenn der Betroffene auch stirbt. Die unglaublichste Besonderheit ist, dass sie als Untoter weit „lebendiger“ ist, als sie es zu Lebzeiten war.

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Werwolf – Shiho/Shiro Shishido
Jitsu wa Watashi wa
© Eiji Masuda (Weekly Shonen-Champion) / Jitsuwata Produktionsausschuss

Werwölfe gelten als Konterpart von Vampiren und sind nichts anderes als Menschen, die sich bei Vollmond in einen Wolf verwandeln können.

Erwartet man nun auch bei Shiho, einem Halb-Werwolf, eine behaarte wolfsähnliche Bestie, wird man enttäuscht. Sie verwandelt sich nämlich beim Anblick des Mondes in einen Mann. Als wäre die Geschlechtsveränderung nicht genug, ist sie nach der Verwandlung eine gänzlich andere Person, genannt Shiro. Der Werwolfs-Begriff („Wer“ heißt auf germanisch „Mann“) trifft somit genau genommen überhaupt nicht auf sie zu.

Der Auslöser für die Verwandlung entspricht dem typischen Werwolf-Bild. Letztendlich aber auch nicht so ganz. Denn neben dem Mond kann es auch alles andere sein, das auch nur im Entferntesten an einen Mond erinnert und die Verwandlung bewirkt. Hinzu kommt, dass ihre beste Freundin ein Vampir ist und somit eigentlich zu den Erzfeinden der Werwölfe gehört.

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Sukkubus – Astarotte Ygvar
Astarotte no Omocha!
© Haga Yui / ASCII Media Works / Astarotte no Omocha! Produktionsausschuss

Sukkubi sind rein weibliche Dämonen, die sich von der Lebensessenz von Männern ernähren. Sie sind vor allem bekannt als sehr aufreizende und Männer umgarnende Verführerinnen.

Wenn man nun Astarotte betrachtet, ist Sukkubus vermutlich das Letzte was einem bei ihr in den Sinn kommen würde. Allein ihr geringes Alter und ihr dementsprechendes Aussehen verhindern vollständig, dass man sie als solchen Dämon wahrnehmen könnte. Aber selbst dann, wenn man ihr Äußeres vollständig außen vor lassen würde, käme man nie auf die Idee, dass sie ein Sukkubus ist. Es ist auch schlichtweg unglaublich, dass ein so schüchternes und sozial unbeholfenes Mädchen ein Männer in seinen Bann ziehender Dämon sein soll.

Wirklich paradox und für sie lebensbedrohlich ist zudem, dass sie eine tief sitzende Abneigung und Angst gegenüber Männern hat.

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Dämon – Haqua du Lot Herminium
The World God Only Knows - Haqua
© Tamiki Wakaki / Shogakukan/ 落とし神駆け魂隊 TV Tokyo

Dämonen lassen sich wohl am besten als dunkle Kreaturen der Unterwelt beschreiben, die in unzähligen Arten auftauchen. Alle gemeinsam haben, dass sie vor allem für Zerstörung, Verzweiflung und Chaos stehen.

Selbiges trifft auch auf die Dämonen in The World God Only Knows zu. Zumindest auf die der alten Hölle; die der neuen Hölle sind dagegen ganz anders. Haqua ist ein solcher Dämon der neuen Hölle. Sowohl ihr Äußeres als auch ihr Inneres gleichen einem Menschen viel mehr als einem Dämon. Beispielsweise hat sie weder Hörner noch andere „Mutationen“, die man als typisch für Dämonen erachtet. Eigentlich nur ihre besonderen Fähigkeiten (z. B. Fliegen) oder ihre übernatürliche Stärke heben sie von einem normalen Menschen ab.

Dass sie sich sogar von einem Menschen mit Worten unterkriegen lässt, zeigt, wie fern sie eigentlich von den typischen Dämonen ist.

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