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Hotaru no Nikki – Gameplay-Vergleich der PSVita- und PC-Version

Am 18. Mai landete die PC-Portierung von htoL#NiQ:The Firefly Diary auf Steam.

Der Titel htoL#NiQ ist ein Kürzel und steht lautmalerisch für Hotaru no Nikki, daher auch der englische Titelzusatz The Firefly Diary. Ursprünglich erschien der Puzzle-Plattformer 2015 für die PlayStation Vita und ist einer der wenigen Spiele, welche die Steuerungs-Features des Handhelds vollständig ausnutzten. Im letzten Monat brachte NIS America das Spiel für den PC über Steam heraus. Nun da fragt man sich natürlich zurecht, wie die Portierung funktionieren soll und die mehrfachen Verschiebungen der PC-Veröffentlichung waren kein gutes Zeichen. Deshalb hab ich hier in diesem Beitrag das Gameplay auf den beiden Plattformen gegenübergestellt.

In dem Puzzle-Plattformer taucht ihr in eine geheimnisvolle Welt ab und versucht ein Mädchen namens Mion den Weg aus den Tiefen einer verfallenen Ruine zuzeigen. Ihr steuert dabei zwei Glühwürmchen und könnt nur indirekt Einfluss auf Mion haben. Das hell leuchtende Glühwürmchen dient als Wegweiser für Mion. Mit einer Berührung des Touchscreens zeigt ihr in die Richtung, in der Mion laufen soll. Um sie zu stoppen oder umdrehen zulassen, müsst ihr den Bildschirm auf der anderen Seite berühren. In der Maus- und Tastatursteuerung des PCs wurde diese Mechanik gut übertragen, da der gehaltene Maus-Cursor wunderbar die Berührung mit den Fingern ersetzt. Zudem stört das Ganze nicht mehr die Präsentation, wo die visuelle Aufmachung so einzigartig und atmosphärisch ist. In dem Punkt stand die Touchsteuerung auf der PSVita der Immersion im Weg.

Außerdem steht euch ein weiteres Glühwürmchen, das sich im Schatten von Mion verbirgt. Mit diesem manövriert ihr euch durch alle verbundenen Schatten und interagiert mit der Umgebung, um Schalter zu aktivieren, Hindernisse zu beseitigen oder die bedrohlichen Schattenwesen kurzzeitig zu betäuben. Diese Mechanik bedient ihr mithilfe des Touchscreens auf der Rückseite der PSVita – so selten es gebraucht wurde, ja dort befindet sich ein Bedienfeld. So schön das Schattenglühwürmchen in den Kontext des Spiels eingebaut wird, so frickelig ist die Steuerung letztlich in der Umsetzung. Man muss ständig die Haltung der PSVita wechseln und gerade bei präzisen und zeitkritischen Rätseln war die Steuerung ein zusätzliches Ärgernis. Dabei sollte man stets darauf achten, nicht versehentlich die Rückseite zu berühren, da man sonst zwischen den beiden Modi wechselt. In der PC-Version wird das Frustpotenzial davon durchaus abgemildert.

Die Controller-Steuerung am PC ist ehrlich gesagt nicht zuempfehlen. Der grundsätzliche Unterschied gegenüber der Maus ist, dass ihr mit dem Analogstick nicht aktiv gedrückt halten müsst, sondern permanent die Aktion ausführt. So kommt es manchmal dazu, dass Mion in die Richtung geht, in der sie nicht sollte, weil ihr nicht so schnell auf die andere Seite des Bildschirms gelangt. Da ist die Maussteuerung durchaus präziser und intuitiver.

Relativ früh im Spiel weckt Mion bei euch einen Beschützerinstinkt. Ihr zaghaftes Tempo auf den kleinen, wackeligen Füßen bringt wirkungsvoll ein Gefühl von Unbeholfenheit und Zerbrechlichkeit herüber. Was mir aber persönlich nicht gefallen hat, ist wie häufig der Spieler als Beschützer gezwungenermaßen scheitert. Denn eines vorweggenommen, Mion wird den Tod finden und das zahlreiche Male. Denn die Spielwelt ist äußerst morbide gestaltet, ob nun von Felsbrocken erschlagen, in einem Wirrwarr von Sägeblättern abhandenkommen oder von einer gigantischen Schattenkreatur zerdrückt, die Umgebung  ist äußerst grausam und verzeiht keine Fehler. Und diese werden euch passieren. Schließlich sind etliche Rätsel nach dem “Try and Error”-Prinzip aufgebaut. So gelungen manche Levelabschnitte designt sind, so setzen manche Stelle euch nicht frühzeitig über eine bevorstehende Gefahr in Kenntnis. Ihr werdet also wissentlich in euer Verderben laufen, um dann beim nächsten Versuch den Hindernissen aus dem Weg zugehen. Natürlich ist und bleibt das frustrierend.

Ich hatte mir ursprünglich eine weniger grausame und morbide Atmosphäre versprochen, als sie in dem Indie-Plattformer Limbo kreiert wird. Tatsächlich sind sich die Spiele in dem Punkt gar nicht so unähnlich. Ich hätte mir allerdings von Hotaru no Nikki gewünscht, dass es mehr auf die triste und einsame Umgebung setzt und weniger hektisch sich spielt – gerade, wo die märchenbuchartige Aufmachung und die sanften Klänge der musikalischen Untermalung dem entgegen stehen. Selbstverständlich ist die Darstellung der Tode völlig harmlos, jedoch braucht ihr schon eine gehörige Frustresistenz. Einfach unbeschwert in die geheimnisvollen Welt eintauchen ist nicht leider drin.

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