»Tales of Xillia – Side; Milla« Band 3 – im Manga-Test


Drei Monate nach dem letzten Erscheinen wird das Manga-Abenteuer von Milla, Jyde und den anderen Gefährten fortgesetzt. Am 10. März brachte TOKYOPOP den dritten Band von Tales of Xillia – Side; Milla in den Handel. Rieze-Maxia steht einer großen Bedrohung bevor. Das Unheil bringende Vorhaben des Königs ist gelüftet, aber der Versuch, ihm Einhalt zu gebieten, scheitert. Doch davon lässt sich Milla nicht unterkriegen, auch wenn die toughe Kriegerin nun im wahrsten Sinne Schwierigkeiten hat, wieder auf die Beine zu kommen.

Nach ihrem tollkühnen aber ziemlich unüberlegten Angriff auf König Nachtigal im Fort Gandala, musste Milla eine herbe Niederlage einstecken. Ihr flammender Wille lodert nach wie vor stark, jedoch erfährt die Herrin der Geister, was es heißt, einen irdischen Körper zu besitzen. Die Verletzungen, welche Milla davon trug, haben ihre Beine paralysiert und ihr die Fähigkeit zu gehen geraubt. Alle Hoffnung ist noch nicht verloren, Jydes Vater soll eine Heilungsmethode kennen und so brechen die beiden Helden auf nach Leronde, der Heimatstadt des Jungen. Dort begegnet Jyde nach langer Zeit Leia, seine lebhafte Kindheitsfreundin und Lehrling als Krankenschwester an der Klinik. Mit ihrer Hilfe und einem sonderbaren Wunderwerkzeug »Aspyrixis« gelingt es Jyde, Millas Beine zu behandeln.

Wieder mit dem Rest der Kameraden, Elize, Rowen und Alvin, vereint, überlegt die Gruppe, wie die Reise fortgesetzt wird, um die Hauptstadt Fennmont zu erreichen, denn Milla hat schließlich noch eine Rechnung mit dem König offen. Die Seeroute ist gesperrt und über das Land liegt ein beschwerlicher Weg vor ihnen. Mit Wyvern, fliegenden Reittieren, wäre es ein Leichtes über die Lüfte in Fennmont einzufallen. In Xana Du, einer Stadt im Nachbarland Auj-Oule, soll es gezähmte Exemplare dieser Drachen ähnlichen Bestien geben. Allerdings können sie nicht vorbeischauen und die Wyvern einfach ausborgen, obgleich Milla all zu gerne die Käfige aufbrechen würde. Außerdem ist die zwielichtige Organisation Exodus ihnen noch immer dicht auf den Versen und wirft ihnen weitere Steine in den Weg. Welches Ziel verfolgt Exodus und wieso haben sie es auf die Herrin der Geister abgesehen?

Da der Mangaka hu-ko alle wichtigen Ereignisse des Spieles abdecken möchte, fühlt sich das Erzähltempo etwas gehetzt an, vor allem für jemanden, der den Titel noch nicht kennt. Zwar legen die Reisenden auch mal eine Rast ein und einige lustige Interaktionen haben es doch in diese Umsetzung geschafft, aber weil gleich schon in den nächsten Seiten das Geschehen wieder in Fahrt kommt, fehlt es der dichten Geschichte an Atempausen. Ohne die Zeit können nicht alle Storytwists die volle Wirkung entfalten. Die Action-Szenen beschränken sich meist nur auf die Bosskämpfe, welche ebenso über wenige Panels über die Bühne gehen. Ein paar Scharmützel mit der Party, wo mal die magischen »Arte« zum Einsatz kommen, wären ganz nett gewesen, gerade weil das Aufleveln und Grinden in Tales of Xillia verglichen mit anderen Rollenspielen unheimliches Vergnügen bereitet.

Mit Rowen und Leia haben sich zwei weitere Gefährten der Gruppe angeschlossen. Der Butler aus dem Hause Sharil war ursprünglich ein legendärer Militärstratege und deshalb als »Dirigent Ilbert« bekannt. Mit seinem förmlichen Auftreten und wegen des hohen Alters steht Rowen im Kontrast zu den ganzen Jungspunten. Das Mädchen Leia hat ein heiteres und freundliches Gemüt, aber sie stürzt sich auch gerne in das Kampfgetümmel. Zudem eifert das Energiebündel Jyde nach und man merkt ihr an, dass sie Gefühle für ihn hegt. Alvin verhält sich immer verdächtiger, und berechtigte Zweifel an seiner Loyalität keimen auf. Wie bezahlbar ist der Söldner wirklich? In Jydes Heimat bemerkt man erst, wie sich der Protagonist zu seinem früheren Ich gewandelt hat. Da färbten die Erlebnisse in dem Abenteuer und besonders Milla auf ihn ab. Milla wiederum ist entschlossen wie eh und je. Für ihre Bestimmung und das größere Gut würde die Heldin alles Erdenkliche tun, selbst wenn sie ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzt. Auch die unsagbaren Schmerzen der Behandlung hat Milla ohne zu zögern in Kauf genommen. Dabei muss die Geisterherrin noch lernen, das Wohl des Einzelnen wertzuschätzen. Die größte Überraschung erwartet euch bei der Enthüllung, was hinter der Beziehung zwischen dem kleinen Mädchen Elize und dem Stofftier Teepo in Wirklichkeit steckt.

Bei den Zeichnungen von hu-ko mangelt es etwas an Detailreichtum und manchmal sind die Proportionen nicht korrekt getroffen, wodurch stellenweise die Gesichtszüge seltsam ausschauen. Insbesondere bei dem Cover finde ich so was schade, wo die Farbseite meiner Meinung nach ein besserer Blickfang gewesen wäre. Der Bonus zwischendrin mit den Zusatzinformationen bietet eine nette Hilfestellung und die 4-Panel-Comic-Strips im Einband sind äußerst witzig. Da nimmt der Zeichner auch mal die Charaktere oder die Spielmechanik aufs Korn. In Japan veröffentlichte Media Factory inzwischen den vierten Sammelband, den TOKYOPOP für Juni ansetzt. Da die deutsche Veröffentlichung ziemlich aufgeschlossen hat, lassen sich die langen Wartezeiten nicht vermeiden.

Die Manga-Umsetzung des Videospiels legt ein ordentliches Tempo an den Tag und die Geschehnisse reihen sich sehr dicht aneinander. Leider ist diese Erzählweise der Atmosphäre nicht zuträglich und die Handlung schafft schwer Spannung aufzubauen, weil das Pulver stets nachgeladen aber gleich wieder verschossen wird. Die Action tritt hierbei für das Abenteuer in den Hintergrund. Dafür hat man die epische und umfangreiche Geschichte des Rollenspiel-Hits  in komprimierter Form. Nun fand die ganze Truppe zueinander und wie von der Tales of-Reihe gewohnt bietet sich ein buntes Ensemble um die zwei Haupthelden. Dabei sind die Charaktere sehr verschieden und das Zusammenspiel macht einfach Spaß. Tales of Xillia hält einige Wendungen für euch bereit, einige, für den Leser vielleicht voraussehbar sind, aber auch welche, die euch regelrecht überraschen. Wo im Laufe des Jahres die Fortsetzung von Namco Bandai für PlayStation 3 erscheint, ist der Manga als Auffrischung für Fans der Serie zu empfehlen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Tales of Xillia – Side; Milla, Band 3.

Details

Titel: Tales of Xillia – Side; Milla Band 3
Originaltitel: テイルズ オブ エクシリア SIDE;MILLA
Mangaka: hu-ko
Erscheinungsjahr: 2013 (JP), 2014 (DE)
Verlag: Media Factory (JP), TOKYOPOP (DE)
Genre: Abenteuer, Fantasy, Action
Altersempfehlung: 13 Jahre +
Preis: 6,95 €
Bestellen: [amazon chan=animey&asin=3842009704]

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