Unter einer Decke – Manga-Test

2010 debütierte Ichika Hanamura dank EMA mit ihrem Werk Sugar Sweet Sugar im deutschsprachigen Raum. Lange Zeit brachte der Verlag nichts Neues von der Mangaka heraus, erst im September 2013 legt er den Oneshot Heartbeat Trio nach, den wir bereits näher unter die Lupe genommen haben. Der Einzelband Unter einer Decke ließ nicht all zu lange auf sich warten. Seit Januar 2014 steht dieser in den deutschen Bücherläden. EMA schenkt euch in dem Release eine schicke Hochglanzfarbseite. In Japan erschienen die Einzelkapitel 2012 in Shinshokans Dear+-Magazin. Mit was Unter einer Decke aufwartet, erfahrt ihr in unserem Beitrag.

Azusa und Ritsu sind ein Paar. Nach jedem Streit gehen sie in einen Schrein und ziehen Lose. Dieses Mal ging es wieder einmal um ein Geschenk, was Ritsu Azusa gemacht hat: eine Kommode. Und wie immer wenn Ritsu seinem Liebsten was Gutes tun möchte wird dieser wütend. Dabei denkt sich der junge Mann doch eigentlich nichts Schlimmes, er will lediglich für Azusa da sein und ihm beistehen. Ritsu dachte, wenn sie zusammenziehen, dann würde sich Azusa ihm öffnen. Er bekäme so viel von diesem und möchte ihm auch was zurückgeben.

Beim Aufräumen, was Azusa gerne tut, bemerkt er, dass sein Lieblingspullover kaputt ist. Den wollte Ritsu ihn beim ersten Date schenken, doch schon da hat Azusa keine Präsente angenommen und sich diesen dann später selber gekauft. Er möchte den Pullover nun wegwerfen.

Derweilen plant Ritsus Familie, diesen endlich zu verheiraten und sucht potenzielle Frauen für ihn aus. Als seine Tante zu ihm meinte, dass seine Liebe zu Azusa nur von vorübergehender Natur sei, bricht Ritsu den Kontakt mit ihnen ab. Der junge Mann hat sich geschworen für Azusa da zu sein – immerhin teilen sie nun das gleiche Schicksal, keine Eltern mehr zu haben. Doch Zweifel, ob Azusa das genau so sieht, bleiben in Ritsu bestehen. Wie wird sich wohl die Beziehung zwischen den zwei entwickeln, hat Ritsus Familie da vielleicht doch noch ein Wort mitzureden?

Ichika Hanamuras Unter einer Decke bekommt durch den familiären Aspekt, den Protagonisten Ritsu mit einer Frau zu verheiraten, einen spannenden Ansatz. Diesen schöpft die Mangaka auch bis zum Ende des Bandes aus. Der Teil dient sicherlich dazu, der Story mehr Dramatik zu verleihen, dennoch belastet die Problematik die Beziehung zwischen den beiden männlichen Figuren. Hanamura-sensei geht auf die Gefühlswelt und inneren Konflikte der Hauptcharaktere Ritsu und Azusa ein, minimale persönliche Entwicklungen dürfte der Leser entdecken. Auch findet man in drei von fünf Kapiteln der Hauptgeschichte sowie in der Bonusstory sexuelle Handlungen vor. Im Endeffekt kann man sagen, dass sich Unter einer Decke zu den durchschnittlichen Titeln des Boys-Love-Genres gesellt. In diesem Fall eine kurze und nette Story mit attraktiven, wenn auch stereotypischen Protagonisten, die trotz der kompakten Erzählung mit Slice-of-Life-Elementen recht viel Körperkontakt in den Einzelband pflegen – für Fanservice ist demnach gesorgt. Ichika Hanamuras feines Charakterdesign dürfte so manch einem Leser entzücken. Boys-Love-Liebhabern ist dieser kurze Manga zu empfehlen.

Wir bedanken uns bei EMA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Unter einer Decke.

Dakara Kimi ga Itoshinda. © 2012 Ichika Hanamura / Shinshokan Co., Ltd.
Unter einer Decke © 2014 Egmont Verlagsgesellschaften mbH