»Die Sargprinzessin« Band 1 – Manga-Test

Passend zum Start des Animes Hitsugime no Chaika in Japan bringt Egmont die Manga-Umsetzung des Titels hierzulande in die Läden. Seit 3. April kann das Werk unter dem Namen Die Sargprinzessin bei uns in den Bücherregalen gefunden werden. Die Light Novel, welche beiden Adaptionen als Grundlage dient, umfasst bereits neun Bände und ist noch nicht abgeschlossen. Eine von insgesamt drei Manga-Reihen erscheint in Japan seit 2011 im Shonen Ace-Magazin sowie in gebundener Ausgabe mit bisher vier Volumes beim Verlag Fujimi Shobo. Im folgenden Review bekommt ihr einen kleinen Einblick in den Anfang der Geschichte.

Als vor wenigen Jahren der große Krieg um das Kaiserreich Gaz endete, wurden viele Söldner schlagartig arbeitslos. So auch der Saboteur Toru Acura, welcher sich nun ohne jegliche Aufträge zu bekommen gemeinsam mit seiner Schwester Akari durchs Leben schlagen muss. Tag für Tag liegt der Junge nur auf der faulen Haut und wartet darauf, dass endlich neue Missionen für jemanden wie ihn rein kommen. Akari drängt ihn jedoch immer wieder eine andere Arbeit zu finden oder zumindest etwas Essbares ins Haus zu bringen, immerhin sei dies besser als stundenlang nur im Bett zu liegen und sich selbst zu bemitleiden. Da der Kampf das einzige ist, worin Toru wirklich gut ist, fällt es ihm allerdings äußerst schwer eine andere Anstellung zu finden, daher beschließt er einfach selbst auf die Jagd zu gehen und somit zumindest seine Schwester zufriedenzustellen, welche ihn sonst umbringen würde.

Im Wald trifft der Söldner auf ein seltsames junges Mädchen mit einem Sarg auf dem Rücken. Im ersten Moment flüchtet die Unbekannte, doch scheint äußerst tollpatschig zu sein, weshalb sie schnurstracks gegen einen Ast rattert und danach auch noch direkt vor die Füße von Toru fällt. Als das mysteriöse Mädchen dann endlich begreift, dass der Junge ihr nichts Böses will, stellt dieses sich als Chaika Trabant vor. Doch bevor es zu einem tieferen Gespräch kommen kann, werden die beiden von einem Feila, einem ausgesetzten Tier, angegriffen. Aus dem nichts taucht ein schwarzes menschenfressendes Einhorn auf und attackiert das Sarg-Mädchen. Chaika bittet Toru darum, ihr ein wenig Zeit zu verschaffen, da sie eine mächtige Zauberin ist und das Biest mit ihrer Magie ausschalten kann. Zum Glück ist Toru als ehemaliger Saboteur in der Lage das Einhorn in Schach zu halten, während Chaika ein Snipergewehr aus ihrem Sarg packt und beginnt eine magische Formel aufzusagen. Der junge Söldner setzt ebenfalls seine Geheimtechnik namens »Eisenblut-Transformation« ein, um die Magierin zu beschützen. Durch einen gezielten magischen Schuss aus dem Gewehr bleibt von dem Einhorn keine Spur mehr übrig und Toru begleitet Chiaka ins Dorf. Dort angekommen wartet bereits seine Schwester auf den Jungen, welche über den Anblick des Mädchens mit dem Sarg nicht so begeistert ist. Daraufhin verabschiedet sich Chaika von Toru, der dann mit Akari nach Hause geht. Am nächsten Morgen wird der Saboteur wie üblich von seiner Schwester auf eine nicht ganz so zarte Weise geweckt. Es gibt einen neuen Auftrag als Söldner! Was wird dieser wohl sein und wer würde ausgerechnet den faulen Jungen einstellen?

Ein Gothic-Lolita mit Sarg am Rücken und Scharfschützengewehr inklusive magischer Munition? Na klar, warum nicht. Die Sargprinzessin überzeugt durch einzigartige Charaktere mit coolen Techniken bereits im ersten Kapitel der Geschichte. Der arbeitslose und deshalb recht verzweifelte Junge Toru trifft aus heiterem Himmel plötzlich auf ein äußerst seltsames Mädchen, wodurch er nach dem Angriff des Einhorns endlich wieder ein wenig Sinn in seinem Leben sieht. Auch wenn Toru nur einer verrückten kleinen Dame helfen konnte, so schöpft er doch neue Hoffnung in seinem Talent. Chaika ist dagegen eine ruhige Persönlichkeit, welche ziemlich schüchtern wirkt, was nicht ganz mit ihren magischen Fähigkeiten übereinstimmt, die sie im Kampf gegen das Einhorn zeigte. Torus Schwester Akari hingegen ist eine typisch aufgedrehte Kriegerin mit beachtlichen Fähigkeiten. Wie ihr Bruder beherrscht Akari die Technik der »Eisenblut-Transformation«, was sie zu einem beachtlichen Kämpfer macht.

Die Zeichnungen von Shinta Sakayama sind wirklich außerordentlich detailreich und die Charaktere überaus niedlich gezeichnet. Ob Chaika nun kurz vorm Lachen die Backen aufbläst oder aber unsicher um einen Gefallen bittet, es gibt keinen Moment, wo man sie nicht einfach knuddeln könnte. Die Gesichtszüge der einzelnen Charaktere erinnern stark an einen Anime von Kyoto Animation mit dem Moe-Touch eines K-On!, während die Kampfsequenzen direkt aus einem Action-Titel wie Sword Art Online stammen könnten. Hintergrund Kulissen findet man zwar in relativ wenigen Panels, es reicht aber aus, um immer zu wissen, wo sich die Charaktere gerade befinden. Dafür sind die Angriffe sowie Effekte überaus detailliert ausgeführt. Für ein wenig Fanservice wird auch gesorgt, jedoch in minimalem Ausmaß, was dem Werk auf jeden Fall gut tut, da die einzelnen Charaktere auch ohne diesen schon ansprechend genug gestaltet wurden.

Die Sargprinzessin ist ein wunderbares Fantasy-Werk, welches ohne übertriebene Ecchi-Szenen auskommt, was bei vielen Mangas leider nicht der Fall ist. Das erste Volume baut eine gute Spannung auf, was für einen super Start in die Story sorgt. Auf den letzten Seiten bekommen wir einen kleinen Einblick in die Vorgeschichte, welche zeigt, was während des großen Krieges im Kaiserreich passierte. Eine ausgewogene Mischung aus Action, Fantasy sowie Comedy sorgen für ein angenehmes Lesevergnügen. Für diejenigen, die eine Anime-Version bevorzugen, gibt es bei Clipfish seit dem 9. April einen Simulcast der TV-Serie.

Wir bedanken uns bei EMA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Die Sargprinzessin.

Details

Titel: Die Sargprinzessin, Band 1
Originaltitel: 棺姫のチャイカ (Hitsugi no Chaika)
Mangaka: Ichirou Sakaki, Shinta Sakayama
Erscheinungsdatum: 3. April 2014
Verlag: Kadokawa Shoten (JP), Egmont (DE)
Genre: Comedy, Fantasy, Action
Altersempfehlung:
Preis: ca. 7,50 €
Bestellen: [amazon chan=animey&asin=3770481836]

Hitsugime no Chaika © 2012 Ichirou Sakaki /Shinta Sakayama/ Nitroplus
Die Sargprinzessin © 2014 Egmont Verlagsgesellschaften mbH