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Interview Interview mit Jamie Lynn Lano zu »The Prince of Tennis« und »Denkiki«

Interview mit Jamie Lynn Lano zu »The Prince of Tennis« und »Denkiki«

© 2015 Jamie Lynn Lano

Sumikai hat mit der Mangaka Assistentin von Takeshi Konomis The Prince of Tennis, Jamie Lynn Lano, ihres Zeichens [amazon text=The Princess Of Tennis&chan=animey&asin=1499797524], über ihr aktuelles, eigenes Werk Denkiki gesprochen, welches ihr bereits vorbestellen könnt.

Sumikai: Auf deinem Blog und in deinem Buch The Princess Of Tennis erzählst du ausführlich, wie du dazu kamst von 2008 bis 2010 bei New Prince of Tennis mitzuarbeiten. Danach hast du wegen des harten Arbeitspensums aufgehört – und dennoch mit einem weiteren Projekt von Konomi Takeshi für die Shonen Jump weitergemacht.

Jamie Lynn: Genau. Prince Of Swim Trunks (Anmerkung der Redaktion: ein Bonusmanga aus dem Jahre 2009) kam zum Beispiel einfach zu unserem täglichen Geschäft oben drauf, ha! Für Moonwalker Ltd bekam ich dann ein paar Monate nach meiner Kündigung tatsächlich einen Anruf von Konomi-sensei. Er hat mich fast angefleht, zurückzukommen, um ihn damit zu helfen. Das war sehr schmeichelnd!

 

Sumikai: Du hast währenddessen und danach fürs japanische Fernsehen gearbeitet. Wie lange vor deinem Umzug nach Japan hast du schon die Sprache gepaukt?

Jamie Lynn: Ich bin da hingezogen, ohne die Sprache gelernt zu haben. (lacht)

Sumikai: Jetzt lebst du wieder in den Staaten, genauer: Honolulu, Hawaii. Was vermisst du von deinem Leben in Japan?

Jamie Lynn: Oh Mann, ich denke täglich an Japan! Hawaii ist wundervoll in so vielen Arten – das Wetter, die Strände, die Sauberkeit -, aber ich vermisse meine Freunde. Ich vermisse Manga und Dojinshi und alle Animeveranstaltungen. Ich vermisse sogar die Mode! Irgendwann, davon bin ich überzeugt, ist es mein Schicksal, zurückzuziehen. Wenn ich reich bin, besorge ich mir zwei Apartments und pendle zwischen Amerika und Japan. (lacht)

Sumikai: Hast du je daran gedacht, mit deinem Bachelor im Bereich Animation, den du in Phoenix, Arizona gemacht hast, auch an einem Anime zu arbeiten?

Jamie Lynn: Dahingehend habe ich nicht wirklich Pläne. Ich würde es lieben, würde mein eigener Manga als Anime adaptiert werden, aber in der Studienzeit fand ich persönlich das tatsächliche Produzieren von Animation mühsam und ermüdend. Ich habe meinen Bachelor eigentlich nur deswegen abgeschlossen, weil ich dickköpfig bin und bereits drinsteckte.

Sumikai: Wie kamst du zur Anime- und Mangaszene?

Jamie Lynn: Auf der Highschool in den Neunzigern – durch Marmalade Boy. Das war meine erste Begegnung mit Shojo und ich war sofort davon gefesselt.  Shojo war und wird vermutlich immer meine erste und einzig wahre Liebe sein.

Sumikai: Du arbeitest aktuell an Denkiki rund um die 14-jährige Maddie. In der Beschreibung sagst du, es wäre die post-apokalyptische Geschichte, die du schon immer schreiben wolltest. Was hat dich dazu inspiriert?

Jamie Lynn: Ich habe schon immer post-apokalyptische Handlungen geliebt, aber vor einigen Jahren, als ich anfing, an der Erzählung zu arbeiten, kam es mir so vor, als handeln alle Geschichten von Charakteren, die bereits wissen, was in ihrer Welt los ist. Ich wollte es aus der Sicht eines Charakters erzählen, der überhaupt keine Ahnung hat – aus der Sicht eines Kindes. Natürlich kam in letzter Zeit – immerhin liegen dazwischen zehn Jahre! – ein paar Geschichten dieser Art raus. Aber ich denke, es ist immer noch neu und so noch nie erzählt worden.

Sumikai: Dabei bist du an der Veröffentlichung ohne Unterstützung eines Verlages dran.

Jamie Lynn: Ich kann total verstehen, warum viele Leute mit etablierten Verlegern arbeiten. Aber ich gehe ungern Herausforderungen aus dem Weg – auch, wenn der komplette Selbstverlag schwieriger ist als gedacht. Es ist nicht der schnellste Wurf, aber ich denke, die Arbeit wird es wert sein.

Sumikai: Wie wichtig ist für den Beruf des Mangaka heutzutage die Rolle von Social Media? Du bist quasi überall vertreten.

Jamie Lynn: Ich denke, dass Social Media heutzutage wichtig ist. Ich sollte noch größer aufgestellt sein, als ich es bin, aber ich habe einfach zu wenig Zeit. Du musst dich mit Leuten verbinden und die wiederum teilen, was sie interessiert. Wenn einer Firma beispielsweise Facebook, Twitter und Instagram als Grundpfeiler fehlen, habe ich das Gefühl, sie strengen sich zu wenig an.

Sumikai: Du hast vor Kurzem das Cover für Marie McKinleys Yaoigeschichte [amazon text=Bloody Irony (Chi no Ai Book 2)&chan=animey&asin=B00XESYPS8] designet. Hast du aus dieser neuen Herausforderung auch wichtige Erfahrungswerte gezogen?

Jamie Lynn: Es war etwas zu viel für mich. Ich gratuliere all diesen tollen Digitalkünstlern, die realistische Figuren und Dinge im Photoshop zeichnen können, denn für mich war das wirklich hart! Ich bin viel glücklicher mit traditioneller Kunst. Da ich nicht so viel Zeit habe für Experimente, werde ich bei dem bleiben, was mich am glücklichsten macht.

Sumikai: Wäre das auch dein Ratschlag für Nachwuchskünstler?

Jamie Lynn: Im Prinzip, ja. Bleib bei dem, was dich glücklich macht. Wenn du etwas nicht magst, dann mach es nicht mehr. Beende deine Arbeit, aber dann mach weiter, in einer Richtung, mit der es dir gut geht.

Sumikai: Du hast auch Auftragsarbeiten gezeichnet. Für welches Fandom malst du am liebsten?

Jamie Lynn: Ich mache das aus Zeitgründen gerade nicht, aber wenn, dann liebe ich es, Charaktere aus Sailor Moon zu zeichnen. Leider bekomme ich dafür zu wenige Gelegenheiten! Wenn ich Zeit habe, werde ich sicher wieder Fanarts malen, vielleicht sogar einen Yuri-Dojinshi.

Das Sumikai-Team bedankt sich herzlich bei Jamie Lynn Lano für dieses Interview.

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