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Interview mit Mangaka Erubo Hijihara (Our Lonely War)

Ich bin sehr froh zu sehen, dass meine Kultur auch hier gelebt wird

Im März 2019 erschien Our Lonely War im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile sind zwei Bände auf dem Markt. Wir haben uns mit der Mangaka Erubo Hijihara über ihre Eindrücke und ihre Karriere unterhalten.

Sumikai: Sie waren im Frühjahr 2019 in Deutschland auf der Manga-Comic-Con. Welche Eindrücke konnten Sie von der Veranstaltung oder von Deutschland gewinnen?

Hijihara: Dadurch, dass die Convention Ähnlichkeiten mit dem Comic Market in Japan hat, fühlte ich mich ein bisschen wie zu Hause. Es ist alles sehr vertraut.

Ich bin sehr froh zu sehen, dass meine Kultur auch hier gelebt wird und dass es viele Fans gibt. Ich bin sehr positiv überrascht.

Sumikai: Können Sie uns erzählen, wie Ihre Karriere als Mangaka begann? Wie kam es beispielsweise zu Ihrer Zusammenarbeit mit Shueisha und welchen Herausforderungen mussten Sie sich ganz zu Beginn Ihrer Karriere stellen?

Hijihara: Das geht alles so ein bisschen ineinander über. Ursprünglich wollte ich Illustratorin werden und habe an einer Kunstuniversität Charakterdesign studiert. Ich hatte im ersten Lehrjahr die Möglichkeit, an einem Manga-Wettbewerb der Jump Square teilzunehmen. Bei diesem gewann ich auch einen Preis. Das war mein Durchbruch, bei dem ich mich dazu entschied, Mangaka zu werden. Seitdem werden Werke von mir bei Shueisha veröffentlicht.

Dadurch, dass ich nur das Illustrieren gelernt habe, war es für mich schwierig ein Storyboard aufzubauen, und vor allem die Panels richtig zu setzen. Das war auch ein Punkt, auf den ich beim Wettbewerb hingewiesen wurde, dass meine Panels oft zu monoton aussahen. Das heißt, sie waren oft gleich groß, wirkten also nicht dynamisch. Soll heißen, die Herausforderung bestand darin, dass die Basis als Mangaka fehlte. Das ist auch etwas, mit dem ich heutzutage noch kämpfe, dass die Storyboards besser werden.

Ich bin mit meinen Ansprüchen nicht mehr zufrieden.

FUTARI BOCCHI SENSO © 2017 by Erubo Hijihara/SHUEISHA Inc.

Sumikai: Inwiefern hat sich Ihre berufliche Situation über die Jahre verändert? Was ist leichter und was ist eventuell schwieriger geworden?

Hijihara: Ich habe das Gefühl, dass ich mittlerweile den Dreh raus habe, also wie ich die Panels anordne und die Layouts gestalte. Das war immer noch ein Lernprozess, aber ich werde besser.

Dadurch, dass ich mit vielen verschiedenen Manga zu tun hatte und Erfahrungen gesammelt habe, bin ich mit meinen Ansprüchen nicht mehr zufrieden und möchte mich steigern. Hier mache ich es mir oft selber schwer, weil ich zu streng mit mir selbst geworden bin.

Sumikai: Wie entstehen bei Ihnen – grob zusammengefasst – Ideen für neue Manga-Geschichten?

Hijihara: Hauptsächlich kommen die Inspirationen durch das Konsumieren von anderen Medien. Seien es westliche Filme und Nachrichten oder auch Manga, aber in erster Linie eher Nachrichten. Was Nachrichten angeht, sind es insbesondere wahre Begebenheiten, zum Beispiel aus dem westlichen Raum, Europa. Allerdings sind auch Mythen oder Verschwörungstheorien große Inspirationsquellen.

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Inspirationen hole ich mir aus Filmen mit Außerirdischen, die die Erde angreifen. Aus dem Film Avatar habe ich z. B. Ideen für Our Lonely War geschöpft.

Es war schwierig, eine gewisse Dynamik einzubauen.

Sumikai: Was ist Ihnen beim Zeichnen besonders wichtig? Worauf legen Sie in Ihren Zeichnungen am meisten Wert? Haben Sie eventuell bestimmte Rituale beim Zeichnen, wie zum Beispiel Süßigkeiten essen und Musik hören?

Hijihara: Tut mir leid, dass ich mich wiederhole. Ich hatte keine richtige Mangaka-Ausbildung, daher habe ich Schwierigkeiten, den richtigen Kontrast zwischen den Panels darzustellen. Das heißt, dass wichtige Szenen betont und nicht so wichtige Szenen weicher gezeichnet werden. Da ich alles gleichmäßig gezeichnet habe, war es schwierig, eine gewisse Dynamik einzubauen. Das ist etwas, worauf ich momentan sehr achte.

Was ich während der Arbeit immer tue, ist die Einnahme von Koffein. Auch höre ich oft Soundtracks von Computerspielen, während ich Café au Lait trinke.

Sumikai: Im Februar 2019 startete in Deutschland Ihr Manga Our Lonely War. Was inspirierte Sie zu dieser Geschichte genauer gesagt woher nahmen Sie Inspirationen für die Charaktere?

Hijihara: Die ursprüngliche Idee von Our Lonely War basiert auf einer abgeschlossenen Oneshot-Geschichte, die circa zwei Jahren vor Beginn der Serie angekündigt wurde. Thematisch war die Geschichte das gleiche wie Our Lonely War – also, dass zwei Personen ein Team bilden und gegen Kreaturen kämpfen.

Meist spinne ich solche Geschichten weiter und kreiere größere Dimensionen. Ich hole mir also auch öfter Inspirationen von meinen Werken. Dabei überlege ich mir erst das Grundgerüst der Geschichte und danach die Charaktere.

Alles, was man an Storyboards fertig hat, sind Schätze.

Sumikai: Welche Tipps würden Sie jungen Nachwuchstalenten auf den Weg geben, die ihre Manga-Geschichten in Japan bekannt machen möchten?

Hijihara: Das wüsste ich gerne selber, wie man in Japan erfolgreich wird. *lacht* Ich bin selber noch am Anfang meiner Karriere, daher möchte ich nichts Überhebliches sagen. Was ich jedoch mitgeben könnte ist, am Ball zu bleiben, eine Geschichte zu Ende zu erzählen und nicht aufzugeben. Auch ist es wichtig, mit seinem Redakteur als Team zu agieren – das heißt, zum Beispiel die Storyboards abzusprechen, um sich eine zweite Meinung einzuholen. Und alles, was man an Storyboards fertig hat, sind Schätze, die man später zur Geltung bringen kann. Man sollte also so viele Storyboards wie möglich fertig zeichnen, damit man später etwas in petto hat.

Sumikai: Zu guter Letzt: Möchten Sie unseren Lesern bzw. deutschen Manga-Lesern eine Botschaft hinterlassen?

Hijihara: Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Fans und Beteiligten bedanken, dass ich im März die Gelegenheit bekommen hatte, in Leipzig zu sein. Und die Tatsache, dass ich in meiner Kindheit zwei Monate in Deutschland verbracht habe, macht es auch für mich zu einem besonderen Ort. Deshalb spüre ich auch etwas Magisches, dass es gerade Deutschland ist, wohin ich als Erstes eingeladen wurde. Ich würde mich freuen, wenn Manga-Fans weiterhin meine Werke lesen und sich an ihnen erfreuen.

Sumikai bedankt sich bei Erubo Hijihara für das Interview.

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