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Home Popkultur Japanischer Professor erklärt Verjüngungspillen aus "Detektiv Conan"

Japanischer Professor erklärt Verjüngungspillen aus „Detektiv Conan“

Umgekehrte Alterung ist nicht unmöglich

Im Manga und im Anime zu „Detektiv Conan“ verwandelt sich der Schüler Shin’ichi Kudo durch das mysteriöse Gift APTX 4869 wieder in ein Kind. Die Idee erscheint auf den ersten Blick schon ziemlich unwahrscheinlich. Ein japanisches Online-Magazin befragte den japanischen Professor Shigeomi Shimizu, der an der Tokyo Medical and Dental University im Bereich Zellbiologie forscht, zu den Pillen. Er erklärte ihnen den wissenschaftlichen Ansatz hinter der Idee.

Der Wissenschaftler schloss die Möglichkeit, ein solches Medikament zu entwickeln, nicht aus. Er erklärte, dass normalerweise jeden Tag Milliarden von Zellen in einem Prozess sterben, der als Apoptose bekannt ist. Durch die Wiederholung dieses Vorgangs werden einige Teile in den Chromosomen kürzer, was zur Alterung des Körpers führt. Shin’ichi ist zum Zeitpunkt der Einnahme des Mittels in „Detektiv Conan“ fast erwachsen, sodass sich seine Zellen nicht mehr allzu oft teilen könnten.

Rückwärts altern durchaus möglich

Würden durch die Pille die ausgereiften Zellen in seinem Körper abgetötet und durch neue Zellen ersetzt, könnten diese, wie bei Kindern, sich wieder teilen. Ein solches Anti-Aging-Medikament müsste die Zellen des Körpers also töten und neue Zellen mit längeren Telomeren erschaffen, die sich dann wieder teilen. Die Erforschung der Apoptose ist bereits im Gange und die Wissenschaft ist bereits in der Lage, die Größe der Zellen bis zu einem gewissen Grad zu steuern.

Detektiv Conan. Bild: Gosho Aoyama
Detektiv Conan. Bild: Gosho Aoyama

Wenn das Medikament den Körper aber schrumpfen lässt, müssen das Knochengewebe und die Muskulatur ebenfalls mit umgebaut werden. Auch dies wäre theoretisch durch genetische Eingriffe möglich. Der kleine Detektiv behält allerdings sein erwachsenes Bewusstsein, was bedeutet, dass das Mittel sein Gehirn nicht erreicht. Die Blutgefäße im Gehirn stellen laut Shimizu eine reale Grenze dar, sodass es sein kann, das Medikament daran zu hindern, dort ebenfalls zu wirken.

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Shimizu merkte an, dass es theoretisch möglich ist, ein Medikament wie in „Detektiv Conan“ wirklich zu entwickeln. Damit es effektiv ist, müsste es aber bei der Einnahme ein perfektes Timing geben, sodass die Umsetzung äußerst schwierig ist. Gleichzeitig schloss der Wissenschaftler nicht aus, das Mittel in der Zukunft zu entwickeln. Durch die Forschung im Bereich Zell- und Skelett-Struktur sei es nicht unrealistisch, für einen Körper die Zeit zumindest im kleinen Maßstab zurückzudrehen.

Nicht alle Ideen aus „Detektiv Conan“ realistisch machbar

Die Frage, ob Shin’ichi seinen erwachsenen Körper wieder zurückerhalten könne, sei äußerst schwierig zu beantworten. Vom aktuellen wissenschaftlichen Standpunkt aus sei es praktisch unmöglich, da das Gesetz der Massenerhaltung auch für den menschlichen Körper gilt. Dies wird auch in der Reihe immer wieder angedeutet, da der Schüler-Detektiv wenn dann nur zeitweise wieder groß wird. Laut Shimizu sei dies aber auch der unrealistischste Teil der Geschichte.

Bild aus Detektiv Conan
Snapschuß von Shinichi und Conan

Auf der anderen Seite hindert den kleinen Detektiv aber nichts daran, auf natürliche Art und Weise wieder zu altern. Der Professor denkt, dass es möglich sei, die Alterung des kindlichen Körpers zu beschleunigen. Bei einigen genetischen Krankheiten ist dieser Vorgang bereits zu beobachten. Allerdings lobt der Wissenschaftler gleichzeitig das Niveau der Forschung, das in „Detektiv Conan“ einfloss. Er merkte an, dass die Apoptose 1994, das Jahr, in dem der Manga startete, in der Öffentlichkeit noch nicht allzu bekannt war. Erst zwei Jahre später wurde das Thema bekannter. Eine wissenschaftliche Erklärung zum APTX 4689 gab Gosho Aoyama dann 1997 in einem Kapitel.

Mittlerweile fällt auf, dass die forensischen Methoden im Manga im Laufe der Jahre immer wieder aktualisiert wurden. Der jüngere Bruder von Mangaka Gosho Aoyama ist selbst Arzt. Beide sollen sich in Vorbereitung auf „Detektiv Conan“ viel über medizinische Themen ausgetauscht haben, die dann in die Geschichte einflossen.

Selbstverständlich lassen sich nicht alle Ideen des Manga, wie die Betäubungsuhr, wissenschaftlich erklären. Ein Arzt erklärte, dass die zahllosen Narkose-Pfeile den Detektiv Kogoro Mori mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit töten würden.

Livedoor

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