»Blue Exorcist« Band 11 – Manga-Test


Seit Anfang Juni finden Fans des blau flammenden Dämonenaustreibers die nächste Ausgabe im deutschsprachigen Handel. Kazé publiziert im elften Band von Blue Exorcist die Kapitel 42 bis 47,  die ursprünglich in Shueishas Jump SQ erschienen. Damit sind wir sehr dicht an der japanischen Veröffentlichung, wo gerade einmal der zwölfte Teil auf dem Markt ist. Dieser folgt auch erst im Oktober bei uns. Da lässt einen die aktuelle Ausgabe, welche die Geschichte nur wenig vorantreibt, eher unzufrieden zurück.

Eine Statue, die sich nachts bewegt, ein unbemannter Zug und ein Porträt, welches für jeden Betrachter anders aussieht. Rin und seine Kameraden sind noch immer dabei, die Sieben Mysterien der Heiligkreuz-Akademie zu erkunden und dabei ihrem dämonischen Ursprung auf den Grund zu gehen. Währenddessen plagen seinen Zwillingsbruder Yukio Selbstzweifel. In seiner Konfrontation mit dem Verräter Todo hat der Exorzist in Erfahrung gebracht, dass auch in ihm eine dämonische Veranlagung schlummert. Wie lange kann Yukio diese noch unterdrücken, wenn darin ein wahrer Kern steckt? Die Ungewissheit zerfrisst ihn langsam von innen heraus. Dazu wurde der Heiligkreuz-Lehrer zum Vatikan beordert, weniger um Bericht zu erstatten, als einen ominösen Vertrag mit seinem Blut zu unterzeichnen.

Unberührt von den be­un­ru­hi­genden Vorkommnissen im Rest der Welt, mit denen sich die Ritterschaft herumschlägt, fiebern die Schüler der Heiligkreuz-Akademie dem anstehenden Schulfest entgegen. Während die Vorbereitungen in vollem Gange sind, beschäftigt die Jungen der Exorzisten-Klasse nur ein Thema: der große Tanzabend. Dort dürfen sie nämlich nur als Pärchen aufkreuzen. Rin und Shima sind verzweifelt auf der Suche nach einer geeigneten Partnerin, doch die meisten Mädchen scheinen schon verabredet. Während die zwei Pechvögel eine Absage nach der anderen kassieren, erhält Oberinspektorin Shura Kenntnis davon, dass sich Mitglieder des Geheimbundes in den eigenen Reihen befinden. Einer dieser Verräter hat sich sogar hier, im Kolleg der japanischen Zweigstelle, eingeschlichen. Werden Rin und die anderen Adepten die Identität des Spions noch rechtzeitig offen legen können? Oder wird das festliche Treiben mit einem bösen Erwachen enden?

Wie im letzten Band herrscht weiterhin eine eher unbekümmerte Stimmung an der Akademie – zumindest vorerst. Konträr dazu stehen die Ereignisse außerhalb des Kollegs, welche die Illuminati, eine Geheimgesellschaft und offenbar der Erzfeind der Exorzisten, verantworten. Leider wird auf diese in den Kapiteln nur noch am Rande eingegangen. Die Bedrohung liegt jedenfalls in der Luft und spätestens im nächsten Band rückt diese Geschichte wieder in den Fokus. Action gab es  in dieser Ausgabe daher auch nicht viel. Der Kampf gegen den Gestaltenwandler, dem letzten der Sieben Mysterien, bildet eine Ausnahme. Besonders Konekomaru, der sich sonst eher zurückhaltend verhält, konnte an dieser Stelle mit seinem Scharfsinn glänzen und über sich hinauswachsen. Durch seine Anweisungen, konnte die Gruppe wieder ihr gutes Teamwork beweisen.

Dafür blieb in der Erzählung Zeit, um die Charaktere etwas näher zu beleuchten. Wir bekommen einen Einblick in die Gefühlswelt von Yukio. Mit seinen quälenden Gedanken steht er etwas alleine da und wendet sich an niemanden. Rin und Shiemi bemerken zwar, dass Yukio etwas neben der Spur steht, jedoch haben sie nicht die leiseste Ahnung, was ihn in Wirklichkeit beschäftigt. Wünschenswert wäre es deswegen, wenn die Brillenschlange sich seinem Bruder etwas öffnet. Yukios Entwicklung ist auf jeden Fall besorgniserregend. Nur eine Person scheint mehr zu wissen und, wie so oft, das Ganze vom Schatten aus zu beobachten, Mephisto. Vielleicht hat der Schulleiter schon von Anfang an nicht nur auf Rin, sondern auch auf Yukio ein Auge geworfen und es ist Teil seines durchtriebenen Plans.

Zwischen Shiemi, Rin und Yukio bahnt sich allmählich eine Dreiecksbeziehung an, die auf ihre unschuldige und unkonventionelle Weise niedlich ist. Wo das Mauernblümchen Shiemi beim Thema Liebe sonst völlig auf dem Schlauch steht, hat sie zum ersten Mal Rins Gefühle bemerkt. Ob das Mädchen allerdings mehr als nur Bewunderung für Yukio übrig hat, steht uf einem anderen Blatt Papier. Wenngleich ich mir wenig Hoffnungen mache, dass die Romanze sich bald weiterentwickelt, könnten diese Gefühle später wichtig  für einen Konflikt werden, der sich zwischen den Brüdern Okumura anbahnt.

Im elften Band punktet Blue Exorcist weniger mit der Geschichte oder der Action, als mit Comedy und den Charakteren. Es gibt eine Auszeit von dem dämonischen Gesocks und den Fieslingen, stattdessen verfolgen wir die Truppe zu einem teils humorvoll angelegten Schulfest. Die prächtigen Details des geschmückten Exorzisten-Kollegs lassen einen an den Blue Exorcist Movie erinnern. In dem festlichen Durcheinander zeigen die Figuren wieder eine Vielfalt an Emotionen, welche ausdrucksstark in den Zeichnungen eingefangen sind. Hier überzeugt Kazue Kato zudem erneut mit ihrer hervorragenden Charakterpräsentation. Jede Figur knabbert an ihrem eigenen Stück und darüber hinaus gibt es etwas Weiterentwicklung. Interessant und zugleich bedenklich dabei ist, was Yukio derzeit durchmacht. Storytechnisch geht es bestimmt beim nächsten Mal weiter.

Wir bedanken uns herzlich bei Kazé für das Rezensionsexemplar zu Blue Exorcist, Band 11.

Details

Titel: Blue Exorcist, Band 11
Originaltitel: 青の祓魔師 (Ao no Exorcist)
Mangaka: Kazue Kato
Erscheinungsjahr: 2013 (JP) 2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP) Kazé Manga (DE)
Genre: Fantasy, Action, Mystery, Comedy
Altersempfehlung: 14+ Jahren
Preis: 6,50 €
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AO NO EXORCIST © 2009 by Kazue Kato / SHUEISHA Inc.
BLUE EXORCIST © 2014 VIZ Media Switzerland SA