Anfang Oktober erschien bei Kazé Manga der zwölfte Band von Blue Exorcist. In den Kapiteln 48 bis 52 beginnt ein neuer Handlungsabschnitt, der eine Verschwörung mit sich bringt und in dem sich ein neuer Feind den Exorzisten zu erkennen gibt. Dieser ist im Gegensatz zu den bisherigen Unterweltlern nicht von dämonischer Natur.

Das große Schulfest nähert sich seinem Höhepunkt und lässt die besorgniserregenden Vorkommnisse aus der letzten Zeit vergessen. Indessen ziehen dunkle Wolken über der Hauptstadt auf. Die Illuminati, ein jahrhundertealter Geheimbund, nutzen die Ablenkung durch das fröhliche Treiben, um aktiv zu werden. Doch die Angriffe der Illuminaten dienen nicht dazu, den Ritterorden zu sabotieren, ihr Hauptaugenmerk gilt einzig und allein Izumo Kamiki. Aus einem unbekannten Grund ist das Mädchen äußerst wichtig für die zwielichtigen Pläne der Organisation. Ein Spion hat sich dafür auf das Gelände der Heiligkreuz-Akademie geschlichen. Als Rin und die anderen Adepten davon Wind bekommen, ist es allerdings zu spät. Doch das Erschütternste dabei ist, dass es sich dabei um einen ihrer Kameraden handelt, der sie die ganze Zeit hinters Licht geführt hat.

Der Anführer der geheimen Gesellschaft, Luzifer höchstpersönlich, tritt auf den Plan und erklärt dem heiligen Ritterorden den Krieg. Zur selben Zeit wurden die Bannkreise überall in der Stadt und in den anderen Zweigstellen zerstört. Infolgedessen können die Dämonen aus Gehenna ungehindert in das Diesseits einfallen. Während die Ritterschaft völlig damit beschäftigt ist, der Lage Herr zu werden, betraut Mephisto Yukio und die angehenden Exorzisten mit einer Mission. Sie sollen Izumo aus den Fängen der Illuminaten befreien. Eine Spur führt die Gruppe in die Präfektur Shimane, der Heimat von Izumo. Dass die fanatische Gruppierung ausgerechnet dort ihr Schlupfloch aufgeschlagen hat, kann kein Zufall sein. Düstere Mythen ranken sich um den Inari-Schrein und die tragische Vergangenheit der Familie Kamiki kommt ans Licht. Nun steht den Exorzisten ein neuer Feind gegenüber. Kann Rin das Schwert, das er bisher zum Kampf gegen Dämonen führte, gegen Menschen richten?

In Volume 12 tritt eine neue Fraktion das erste Mal in Erscheinung. Autorin Kazue Kato hat sich offensichtlich von den Freimaurern inspirieren lassen. Die Illuminati streben nach einer bedenklichen Weltneuordnung. Sie wollen die Grenzen zwischen Assiah und Gehenna verschwimmen lassen. Was dabei aus der menschlichen Zivilisation wird, darauf nehmen sie keine Rücksicht. Somit haben die Exorzisten neben Satan und seiner teuflischen Brut einen weiteren Erzfeind. Dass einer ihrer besten Freunde die ganze Zeit auf deren Seite war, nagt ziemlich an der Stimmung der Gruppe. Auf die Enthüllung des Verräters gehe ich nicht näher ein, weil es eine großer Überraschung darstellt. Was ich nicht so berauschend finde ist, dass es dafür keinerlei Anzeichen gab und es deshalb recht konstruiert wirkt.

Was ich der Charakterzeichnung zugutehalte ist, dass die Lektionen aus dem letzten Handlungsabschnitt hier noch immer eine Bewandnis haben. Das formt für mich die Figuren und macht sie vielschichtiger. Trotzdem vergisst die Autorin nicht die ernste Lage zwischendurch mit ein paar humorvollen Einlagen aufzulockern.
Erstmals steht auch Izumo im Rampenlicht, so ziehrt sie auch endlich mal das Cover. Schade, dass sie genau dann in die Rolle der Jungfrau in Nöten gesteckt wird. Davon mal abgesehen gibt ihre Hintergrundgeschichte viel Einblick in ihren Charakter. Die Bürde ihrer Familie und das schlechte Verhältnis zu ihrer Mutter haben sie geprägt. Zudem hatte Izumo Probleme dazuzugehören, weil sie anders war und dafür mit Verachtung gestraft wurde. Deswegen kann der Leser nun besser nachempfinden, wieso das störrische Mädchen sich immer so abweisend verhielt.

Ein neuer Ort, eine neue Gelegenheit, in der Zeichnerin Kazue Kato mit wunderschönen Panoramen und der wahnsinnigen Liebe zum Detail zu begeistern weiß. Es würde mich nicht wundern, wenn sie sich für die neue Region Referenzen aus der Realität genommen hat, wie die Künstlerin es auch schon vorher tat. Zudem sind die traditionell japanischen Aspekte, wie die Zeremonientänze zur Beschwichtigung der Dämonen oder der prächtige Blick auf den Marktplatz mit den Girlanden, Fuchsmasken und der restlichen Dekoration, äußerst reizvoll. Da könnte man glatt meinen, Rin & Co. wären auf einem Schulausflug anstatt auf einer Rettungsmission. Und da wären noch die fantastischen Elemente, wo zum Beispiel ein Tamer hohen Ranges einen Fuchsdämon in eine Puppe heraufbeschwört, um Auskunft über den Schrein zu erhalten. Es fließen immer wieder solche kleinen Ideen ein, die bezaubernd und sonderbar zugleich sind.

Nach einem ful­mi­nanten Auftakt wird das neu aufgeschlagene Kapitel eher gemächlich aufgebaut. Kazue Kato nimmt sich die Zeit, die aufgeschürten Konflikte und die Hintergrundgeschichte des Inari-Klans angemessen zu schildern. Das kommt der Charakterzeichnung zugute. Dafür lässt der zwölfte Band die Action missen. Davon wird es aber bestimmt in den nachfolgenden Bänden genug geben, in denen sich ein verheerender Krieg zwischen den Exorzisten und den Illuminaten anbahnt. Zudem dürfte der Verräter Öl ins Feuer gießen. Wie werden Rin & Co. damit umgehen, wenn sich die einstigen Kameraden wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen?

Freundlicherweise wurde uns von Kazé ein Rezensionsexemplar zu Blue Exorcist, Band 12 zur Verfügung gestellt.

Details

Titel: Blue Exorcist, Band 12
Originaltitel: 青の祓魔師 (Ao no Exorcist)
Mangaka: Kazue Kato
Erscheinungsjahr: 2013 (JP) 2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP) Kazé Manga (DE)
Genre: Fantasy, Action, Mystery, Comedy
Altersempfehlung: 14+ Jahren
Preis: 6,50 €
Bestellen: [amazon text=Amazon&chan=animey&asin=2889210367]

AO NO EXORCIST © 2009 by Kazue Kato / SHUEISHA Inc.
BLUE EXORCIST © 2014 VIZ Media Switzerland SA