Popkultur »Blue Exorcist« Band 13 – Manga-Test

»Blue Exorcist« Band 13 – Manga-Test


Seit Anfang Februar könnt ihr den 13. Band von Blue Exorcist in den hiesigen Händlerregalen entdecken. Die Illuminaten, angeführt von Luzifer, dem mächtigsten Wesen des Dämonenreichs, ist es mit ihrem Angriff gelungen, den Exorzisten-Orden zu überrumpeln. Derweil versuchen Rin, Yukio und die anderen ihrer Freundin zur Hilfe zu eilen, doch bald schon stoßen sie auf ein unverzeihliches Verbrechen …

Izumo Kamiki befindet sich in der Gewalt der Iluminati, einer Glaubensgemeinschaft, die eine zweifelhafte Ideologie verfolgt. Für seinen Herrn Luzifer versucht Doktor Gedoin ein Serum zu kreieren, das Unsterblichkeit verleiht. Dazu führt der verschrobene Wissenschaftler mit den Zellen eines mächtigen Fuchsdämons grauenhafte Experimente an Menschen durch. Der neunschwänzige Fuchs war zuvor im Inari-Schrein gebannt, bevor der Geist erwachte und in einem Moment der Schwäche Besitz von der Oberpriesterin Tamamo ergriff. Diese Frau war Izumos Mutter. Der Geheimbund hatte versprochen, Tamamo von dem bösen Geist zu befreien. Doch in Wirklichkeit unternahm Doktor Gedoin nicht den geringsten Versuch, stattdessen rafft es die Frau langsam und qualvoll dahin. Und dieses Schicksal soll nun auch ihre Tochter ereilen. Izumo soll das neue Gefäß des Fuchsdämons werden. Wenn sie sich weigert, würde die Organisation stattdessen ihre kleine Schwester für diesen fürchterlichen Zweck missbrauchen.

Indessen hat die Einsatztruppe um die Okumura-Zwillinge den Sitz des Geheimverstecks der Iluminati ausgemacht. In einer großen Gebäudeanlage der sogenannten Dreamtown verschwinden ab und zu Menschen. Die Bewohner und Touristen werden mit köstlichen Spezialitäten angelockt und benebelt. Wer sich der Völlerei hingibt, wird in den Palast verfrachtet, um dort als Versuchskaninchen zu dienen. In einer unterirdischen Forschungseinrichtung werden dann die Menschen gefangen gehalten. Ohne Umschweife stoßen die Adepten in das Innere vor. Dabei sind die Wachen noch das geringste Problem, denn in den Tiefen lauert ein unvorstellbares Grauen. Die vielen fehlgeschlagenen Experimente haben grotesk-verzerrte Kreaturen hervorgebracht, die dem Tod trotzen. Und nun müssen sich Rin und seine Kameraden diesem Alptraum stellen.

In Band 13 von Blue Exorcist wird dem Leser bewusst, was für ein Leid Izumo all die Jahre durchmachen musste. Die angebotene Hilfe der Iluminati stellte sich als leeres Versprechen heraus. Stattdessen konnte das Schreinmädchen die ganze Zeit nur zusehen, wie sie ihre Mutter zugrunde richten. Weil Izumo nicht mehr auf jemand anderes angewiesen sein will, versucht sie entschlossen stärker zu werden. Das wurde schließlich zu ihrem Antrieb, den Weg eines Exorzisten einzuschlagen. Dabei geht es ihr nicht darum, ihr eigenes Schicksal abzuwenden. Izumo möchte für ihre Schwester da sein. Deswegen kann das Mädchen es sich nicht leisten, die nächste Laborratte für Godains teuflischen Experimente zu werden. Ihr starker Wille steht der Einzelgängerin aber auch im Wege. Sie kann nicht mehr Vertrauen zu jemandem fassen und will keine Hilfe mehr annehmen, selbst als ihre Freunde unterwegs sind, um sie aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Gerade der Verräter bekräftigt diese negativen Gefühle. Allerdings ist Izumo alleine nicht dazu fähig, an ihrer verzweifelten Situation etwas zuändern. Und so ist das Schreinmädchen kurz davor, innerlich zu zerbrechen. Da erwarten euch noch sehr emotionsgeladene und mitreißende Kapitel.

Doktor Godoin ist ein widerwärtiger Zeitgenosse und dem Wahnsinn verfallen. Leider handelt es sich bei ihm um einen typischen, eindimensionalen Bösewicht, der in Windeseile zum Hassobjekt Nummer eins wird. Um den Wünschen seines Herren gerecht zuwerden, scheut der verrückte Wissenschaftler kein Mittel, sei es noch so grausam. Luzifer hingegen stellt als Kopf der Illumnati eine weitaus interessantere Figur dar, weil er noch mit Vernunft handelt und auf das Wort seiner Leibgarde hört. Man kann nicht einschätzen, ob er von den schrecklichen Taten seines Handlangers weiß. Ist er wirklich von einem höheren Ziel überzeugt, das die Opfer rechtfertigt?

Der ehemalige Kamerad, der sich als Anhänger der Iluminanti entpuppt hat, schafft es, die Leserschaft zu polarisieren. Eine Seite glaubt noch an das Gute in ihm und hofft darauf, dass sich das Ganze als ein doppeltes Spiel herausstellt. Wäre dem so, dann weiß der Verräter seine wahren Gefühle gut hinter dem kaltherzigen Auftreten zu verstecken. Mir persönlich ist er mit seinen Taten, die nicht mehr zu entschuldigen sind, zu weit gegangen. Was auch noch ganz nett ist, auf dem Cover wurde der Verräter weggelassen, im innern ist er auf dem Motiv abgebildet.

In der vorliegenden Ausgabe geht es wieder actionreicher zu sich. Dabei mutet die verborgene Forschungseinrichtung mit den Zombies an ein Resident Evil an. Wobei die bizarren Geschöpfe in den tieferen Ebenen um einiges verstörender ausschauen als die generischen Untoten und an den Horror von Iqura Sugimotos Variante erinnern. Dabei müssen sich die Adepten jeder auf sich allein gestellt gegen diese Monster behaupten. Wird sich die Gruppe rechtzeitig durchschlagen, um Izumo vor ihrem drohenden Unheil zu bewahren?

Kazé Manga hat mit Blue Exorcist nun den japanischen Stand eingeholt. Während die neuen Kapitel im Jump Square erscheinen, veröffentlichte Shueisha den 14. Sammelband erst im Januar dieses Jahres. Also müssen sich die hiesigen Fans noch lange bis zur nächsten Ausgabe gedulden, gerade wo wir uns mitten in einer spannenden Auseinandersetzung befindet. Die Fortsetzung ist vorraussichtlich für August 2015 angesetzt.

In Volume 13 von Blue Exorcist verschlägt es uns in die Tiefen eines geheimen Laboratoriums, in dem die Illuminaten furchtbare Experimente an Menschen ausführen. Unsere Helden müssen sich ihren Weg durch eine Heerschar von Untoten bahnen, bei denen die herkömmliche Dämonenaustreibung wirkungslos ist. Doch die Zeit rennt, denn wenn die Transplantation des Fuchsdämons erst mal eingeleitet ist, gibt es für ihre Freundin keine Rettung mehr. Enttäuschend fällt bei diesem Handlungsabschnitt der Antagonist aus. Der verrückte Wissenschaftler wirkt ziemlich abgedroschen. Dafür punktet diese Ausgabe gerade mit dem dramatischen Schicksal rundum Izumo, deren Gefühlswelt hier wirklich gut porträtiert ist. Doch neben dem untoten Gesocks steht ihnen ihr alter Kamerad im Weg. Derweil hat Luzifer ein Auge auf die Okumura-Zwillinge geworfen …

Freundlicherweise wurde uns von Kazé ein Rezensionsexemplar zu Blue Exorcist, Band 13 zur Verfügung gestellt.

Details

Titel: Blue Exorcist, Band 13
Originaltitel: 青の祓魔師 (Ao no Exorcist)
Mangaka: Kazue Kato
Erscheinungsjahr: 2014 (JP) 2015 (DE)
Verlag: Shueisha (JP) Kazé Manga (DE)
Genre: Fantasy, Action, Mystery, Comedy
Altersempfehlung: 14+ Jahren
Preis: 6,50 €
Bestellen: [amazon text=Amazon&chan=animey&asin=2889210375]

AO NO EXORCIST © 2009 by Kazue Kato / SHUEISHA Inc.
BLUE EXORCIST © 2015 VIZ Media Switzerland SA

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