And we do Love – Manga-Review

Kazumi Ohya ist hierzulande längst keine Unbekannte mehr. Unter anderem erschien Dream Kiss bei EMA und CARLSEN MANGA! publizierte ihre Werke Takumi-kunLove Hour sowie Love Incantation. Aktuell veröffentlichte der Verlag ebenso And we do Love von der Mangaka. Seit  25. Februar steht der Einzelband in den deutschen Bücherläden. Der Leser darf sich darin auf zwei Hochglanzfarbseiten freuen. In Japan ist das Werk unter dem Originaltitel Soshite Bokura wa koi o Suru bekannt und die jeweiligen Kapitel erschienen 2012 in Kadokawa Shotens Asuka Ciel-Magazin. Was And we do Love sonst noch parat hält, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Tomoya Kurata arbeitet bei einem Hausmeisterservice. Aufgrund dessen lernte er die alte Dame Kaname Tsukiyama kennen. Beide verstanden sich sehr gut und es wirkte wie eine Oma-Enkel-Beziehung. Kurz vor ihrem Tod versprach sie ihm sogar, dass er ihr Haus bekommen würde. Die Frage ist allerdings, ob das ernst gemeint war. Denn schon bald kommt es zu einem Konflikt.

Nach Kanames Tod kümmerte sich Tomoya stets um das Haus. Eines Tages taucht ihr richtiger Enkel, Hikaru Tatsui, dort auf. Dieser hatte nicht viel Kontakt zu seiner Großmutter und bekam nach ihrem Tod überraschend einen Brief in dem stand, dass er das Haus erben würde und sie ihm eine Familie schenken wolle. Tomoya ist natürlich enttäuscht, dennoch geraten beide ins Gespräch, in dem Hikaru erfährt, dass Tomoya keine Familie mehr hat. Des Weiteren bekommt dieser durch einen versehentlich für Hikaru abgefangenen Anruf mit, dass der Junge an irgendeine Krankheit leidet. Dann stellt Hikaru Tomoya auch noch als Hausmeister ein, damit er bei ihm bleibt. Die Umstände sorgen dafür, dass die beiden Protagonisten allmählich zueinanderfinden. Schließlich kommt auch ans Licht, an welcher Krankheit Hikaru leidet. Doch dann taucht plötzlich Kazuma – der Mann am Telefon – auf und bringt so einiges durcheinander …

Kazumi Ohya stellt in And we do Love eine realistische Liebesgeschichte mit zwei männlichen Protagonisten dar, greift aber auf typische Facetten zurück. Mit Tomoya bekommt der Leser einen ruhigen Typen, der sich leicht zu etwas überreden lässt und pessimistische Denkweisen aufweist, gerade weil er keine Familie mehr hat und oft alleine sein musste. Hikaru dagegen trägt seit seinem Unfall auch eine große Last mit sich, ist aktuell mit seinem Leben unzufrieden und war noch nie richtig verliebt. Auch er neigt dazu, negative Gedanken zu haben. Die Probleme der beiden Charaktere sorgen dafür, dass sie sich nur langsam annähern. Boys-Love-Fans, die auf sexuelle Tätigkeiten hoffen, erwartet lediglich eine einzige derartige Szene. Die persönliche Entwicklung der Protagonisten ist äußerst gering, der Grund dafür mag aber die Kürze des Werkes sein.

Kazumi Ohya legt in ihren Zeichnungen einen großen Fokus auf das Design der Charaktere, welches jedoch kaum Wiedererkennungswert besitzt, da viele Künstler mit ähnlichen Figuren kommen. Die Hintergründe sind weniger detailliert und auch die einzelne Sexszene fällt sehr harmlos aus. Ohya-senseis And we do Love beinhaltet neben fünf Kapiteln zur Hauptgeschichte eine Bonuserzählung, die Kurz nach Mittag lautet. Im Nachwort gibt die Mangaka noch ein paar Details zu den Charakteren preis, sie beschreibt diese in ihrer Schulzeit.

Kazumi Ohyas Boys-Love-Einzelband And we do Love bietet eine realistische Liebesgeschichte mit attraktiven Protagonisten, beides bewegt sich aber eher im durchschnittlichen Rahmen im Bezug auf andere Werke dieses Genres. Neues präsentieren die Charaktertypen und Story also nicht. Die Figuren entwickeln sich auch nur gering weiter, was aber wohl an der Kürze des Titels liegt. Boys-Love-Fans, die unkomplizierte und realistische Liebesgeschichten für zwischendurch mögen, dürften sich mit And we do Love keinen Fehlgriff leisten.

Wir bedanken uns bei CARLSEN MANGA! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu And we do Love.

Soshite Bokura wa koi o Suru © 2012 Kazumi Ohya / Kadokawa Shoten
And we do Love © Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2014