• Popkultur
Home Popkultur »Schlaflose Nächte« - Manga-Test
Anzeige

»Schlaflose Nächte« – Manga-Test

Mit Schlaflose Nächte findet erstmals ein Werk von Kotetsuko Yamamoto in die deutschen Bücherregale. TOKYOPOP veröffentlichte im Mai den ersten von insgesamt drei Bänden hierzulande. In Japan starteten die Einzelkapitel 2012 unter dem Originaltitel Konya mo Nemurenai in Gentoushas Rutile-Magazin. Was das Werk für euch parat hält, dem geht Sumikai anhand von Volume 1 in diesem Artikel auf dem Grund.

Rikiya Higuchi ist 18 Jahre alt und sucht zum ersten Mal über eine Internetseite einen Freund. Er lebt allein in einem Apartment und freundet sich schnell mit den Sechstklässler Sora an. Relativ schnell bekommt Rikiya die erste Mail und schreibt sich nun mit Yuji Ikegame. Nach zwei Wochen wollen sie sich zum ersten Mal treffen und so verabreden sich die beiden zu Karaoke. Die Dinge entwickeln sich nun sehr schlagartig. Rikiya erwacht ahnungslos, liegt nackt mit Yuji über ihn auf dem Bett und mit einem Kamera-Team im Hintergrund.

Wie sich nun herausstellt, ist dies eine Masche Yujis, um Sexfilme zu drehen. Rikiya versucht zu fliehen, wird aber davon abgehalten. Bevor etwas Schlimmes passiert, erscheint plötzlich jemand – aus der Wand!? Rikiya stand nämlich direkt vor einer Beschwörungspforte und aufgrund seines Hilferufs kam der Dämon Endo sowie dessen Gefolgsmann Mark Deckenschiefacker, welcher momentan als Vogel unterwegs ist, zum Vorschein. Da Rikiya nun einen Wunsch frei hat, möchte er diesen nutzen, um sein Verlangen nach einem festen Freund zu stillen. Doch diese Bitte kann der Dämon nicht so einfach erfüllen.

Endo und Mark wohnen nun bei Rikiya. Das wiederum sorgt für Unannehmlichkeiten in dessen Privatleben …

Das Storykonzept von Kotetsuko Yamamotos Schlaflose Nächte ist sicherlich einfach gestrickt, hat aber zumindest einen lehrreichen Fakt für den Leser – die Mangaka greift nämlich die kleinen Tücken von Online-Dating-Portalen auf. Das Rezept der Erzählung ist leicht erklärt: Man nehme den naiven, unerfahrenen sowie schüchternen Rikiya, der nach einer derben Dating-Panne einen frechen, kleinen Dämon namens Endo an der Backe hat und schmücke diese Kombination mit unterhaltsamen Interaktionen, die großteils durch Endos direktes sowie freies Mundwerk zustande kommen. Wer nun denkt, dass Rikiya durchweg der Unterworfene ist irrt sich. Mit Endo kommt ein Seme ins Spiel, der trotz seiner großen Klappe zumindest im Startband noch kein direktes Liebesinteresse an dem Jungen zeigt. Dem Leser erwarten demzufolge lediglich süße Knistermomente zwischen den beiden. »Süß« deshalb, weil die Kombination zwischen dem weitaus kleineren sowie vorlauten Endo und dem größeren naiven Rikiya irgendwo putzig ausschaut.

Wo sich Rikiya schon nahezu verzweifelt nach Liebe und Zuneigung sehnt, stellt sich bei Endo heraus, dass er Rikiyas Hilferuf gleichzeitig als Fluchtweg genutzt hat, da diesem eine Zwangshochzeit im Dämonenreich bevorsteht. Eine Problematik, die es in der Handlung zu lösen gilt und an die Volume 2 anknüpft. Der erste Band stellt insgesamt betrachtet die beiden Hauptcharaktere vor und sorgt für reichlich Comedy, welche allerdings nicht nur dank des Zusammenspiels von Rikiya sowie Endo entsteht, sondern ebenso durch Nebenfiguren – wie beispielsweise der Sechstklässler Sora, der gerne Blicke in die Pornos seines Vaters wirft. Des Weiteren kommt mit Goro ein Junge ins Spiel, der offensichtlich Interesse an Rikiya hat. Genug Anreize bietet die Handlung demzufolge, auch zum zweiten Band zu greifen.

Kotetsuko Yamamotos Charakterdesigns entpuppen sich als attraktiv und verfügen Wiedererkennungswert, wobei die Protagonisten weitaus jünger aussehen, als vorgegeben. Im Fokus der Zeichnungen steht die Ausarbeitung der Figuren sowie dessen Ausdruck. Hintergründe sind dagegen dezent gestaltet worden oder gar nicht vorhanden, was aber bei einem Werk, in dem das Zusammenspiel der Charaktere ehe in den Vordergrund gerückt wird, nicht ins Gewicht fällt.

TOKYOPOPs deutsche Publikation kommt mit zwei matten Farbseiten als Extra. Der Startband inkludiert die Kapitel 1 bis 6 sowie den Bonus Schlafloses Extra. Wer übrigens nach der Veröffentlichung aller drei Volumes zu Schlaflose Nächte – was im September 2015 der Fall sein wird – Appetit auf mehr hat, der sollte darauf hoffen, dass sich TOKYOPOP künftig ebenso den noch laufenden Spin-off Kimi to Kore kara sichert, zu dem bis dato vier Kapitel existieren, die in Japan noch nicht als Band publiziert wurden.

Kotetsuko Yamamotos Schlaflose Nächte kommt mit einer seichten, fantasievoll angehauchten Liebesgeschichte. Aber die Mischung macht´s! Die Charaktere entpuppen sich als äußerst attraktiv und wissen den Leser mit ihrem spritzigen Humor zu unterhalten. Des Weiteren legt Yamamoto-sensei den Fokus nicht auf sexuelle Aktivitäten, sondern vielmehr auf das Zusammenspiel von Rikiya und dem Dämon Endo im Alltag. Dadurch baut der Leser eine Bindung zu den beiden Figuren auf. Wer humorvolle Boys-Love-Geschichten mit Fantasy-Elementen mag, der sollte einen Blick in Schlaflose Nächte riskieren.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Schlaflose Nächte, Band 1.

Details

Titel: Schlaflose Nächte, Band 1
Originaltitel: 今夜も眠れない 1 (Konya mo Nemurenai 1)
Mangaka: Kotetsuko Yamamoto
Erscheinungsjahr: 2012 (J)  2015 (DE)
Verlag: Gentousha (JP) TOKYOPOP (DE)
Genre: Boys Love, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: 15-17
Preis: 6,95 €
Bestellen: [amazon text=ISBN 3842013000&chan=animey&asin=3842013000]

Konya mo Nemurenai © 2012 by Kotetsuko Yamamoto/Gentousha
Schlaflose Nächte © TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2015

Unser Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück