Kunst, Spiel und Kampf: der Sport Check

Dieses Special ehrt Manga und Anime, die Sportarten highlighten! »Sport« ist natürlich ein dehnbarer Begriff und wir lassen Gehirnjogging hier mal außen vor.

Wir preisen Serien, die sich physischen Sportarten verschrieben haben. Dabei belohnen wir Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Technische Ausführung, Taktik und Teamgeist kommen ebenfalls nicht zu kurz. Ok, Grazie und Anmut könnten die Schiedsrichter vielleicht auch beeinflusst haben. Genauso wie die Leidenschaft, Besessenheit, Dramatik etc., die hartes Trainung und Wettkämpfe immer so mit sich bringen. Ob die Vollkommenheit eines Tänzers (Subaru), das kameradschaftliche Miteinander bei Spielsportarten wie Fußball (Captain Tsubasa) oder die Willensstärke eines Boxers (One Pound Gospel) – sie alle leben für den Sport.

Da es einfach zu viele Serien gibt: Hier ist unsere kleine unvollständige Auswahl an Titeln, die dem deutschsprachigen Publikum besonders bekannt sein dürften oder uns einfach sehr gefallen. Die Reihenfolge ist wieder zufällig gewählt. Bei Gesundheitssport (bspw. Yoga, Pilates) müssen wir leider passen. Kampfsport-Serien (Ranma 1/2, Dragonball) haben wir aussortiert.

Nice to know: Die erste Anime-Serie, die im deutschen Fernsehen 1971 von ARD ausgestrahlt wurde, war übrigens Speed Racer (Mach Go Go Go) – also ein Vertreter des Sport-Genres.

Hikari – Die kleinen Superstars (Rhythmische Gymnastik)

© KSM Anime

Der Konkurrenzdruck unter den Turnerinnen der Anime-Serie ist sehr hoch.

Das ist aber auch kein Wunder. Denn die Punktdifferenzen unter den Favoriten sind so minimal, dass jeder kleine Fehler den Sieg kosten kann. Geschicklichkeit, Körperspannung und Konzentration sind das A und O. Wir begleiten Hikari bei ihren Küren mit Gymnastikband, -ball, Keulen und Seil durch die Serie.

Wenn so viel von einem einzigen Moment abhängt und die Perfektion so hart umkämpft ist, lauern natürlich auch Saboteure und gesundheitliche Risiken. Die Turnerinnen müssen streng auf ihr Gewicht achten und ein umgeknickter Fuß kann das Aus der Karriere bedeuten. Hikari muss mit einigen argen Patzern und Neidern kämpfen, behält aber immer ihre fröhliche Ausstrahlung bei. Und bei einer spontanen Performance im Stadtpark begeistert das Mädchen damit auch die Fußgänger.

Die in Deutschland bekanntere Anime-Serie adaptiert Izumi Asos Manga, der von 1985 bis 1988 bei Shueisha veröffentlicht wurde. KSM Anime erwarb die Lizenzrechte hierzulande.

Free! (Schwimmen)

Free! / © peppermint anime

Der Titel des Anime beschreibt es ziemlich gut: das Gefühl, sich wie ein Fisch im Meer zu bewegen.

Dieses Gefühl ist auch der Grund für die Faszination, die Haruka gegenüber dem Wasser hegt. Der Teenager und seine Jugendfreunde sind leidenschaftliche Schwimmer mit jeweils eigenen bevorzugten Schwimmstilen. Im Zuge ihres Wiedersehens an der Oberschule gründen sie den Iwatobi-Schwimmclub, um erneut gemeinsam zu schwimmen – Wettkämpfe inklusive.

Der Zuschauer ist bei all dem hautnah dabei und sieht viele Einstellungen aus der Perspektive der ambitionierten Sportler. Die Animationen unterstützen das Erlebnis beim Schwimmen ausgezeichnet und zeigen mittels Lichtreflexion, Wellengang, Strömung, Blubberbläschen und vielem mehr die Schönheit des Wassers auf. Dass sich diese erst recht in der Weite des Meeres entfaltet und die Jungen daher den Sommer und den Strand herbeisehnen, ist umso verständlicher.

Peppermint Anime hat 2015 die Lizenzrechte an der Serie erworben (Review).

Kickers (Fußball)

© Kickers published by VIZ Media Switzerland SA (German Version)

Die Anime-Serie Kickers (im Japanischen Ganbare! Kickers) appeliert ganz besonders an den Teamgeist.

Gregor gelingt es mit seinem Kampfgeist, Enthusiasmus und sonnigen Gemüt, die Auflösung der mittlerweile sehr erfolglosen Kickers zu verhindern und die Mannschaft wieder zum Spielen zu motivieren. Das Team ist ein recht bunt zusammengewürfelter Haufen: Da haben wir z. B. einen Streber, zwei Zwillinge, einen Raufbold und einen Dicken. Doch sie alle, wie unterschiedlich die Kids auch sein mögen, vereint die Freude am Fußballspielen. Nur muss Energiebündel Gregor sie erst einmal aus ihrem Trott herausholen und dazu bewegen, sich zusammenzuraufen.

Klar macht es keinen Spaß, sang- und klanglos zu verlieren, aber wer eine Chance haben will, muss dafür eben auch trainieren, trainieren, trainieren. Angefangen damit, dem Bus hinterherzudribbeln …

Hierzulande lernten wir die Kickers in den 90ern durch u. a. RTL2 kennen. Der Anime, ab 1986 produziert, basiert auf Noriaki Nagais 20-bändiger Manga-Serie, die von 1985 bis 1989 bei Shogakukan erschien. KSM Anime vertreibt die Discs.

The Cherry Project (Eiskunstlauf)

The Cherry Project © 1992 Noako Takeuchi / Kodansha Ltd.

Naoko Takeuchis The Cherry Project von 1990 trägt den Titel des Eiskunstlauf-Projekts, auf welches die vier Hauptcharaktere der dreibändigen Serie hinarbeiten.

Für Protagonistin Chieri geht ein Traum in Erfüllung, denn ihr Idol, der junge Eiskunstlaufchampion Tsuzuki, möchte mit dem Mädchen zusammen beim Paarlaufen antreten. Dafür müssen die zwei jedoch erst einmal mit der Unterstützung ihrer Freunde ein hartes Training absolvieren und unsere »Cherry« muss zudem ihre Liebesrivalin sowie Juniorenweltmeisterin Canty übertrumpfen.

Bei all dem Drang zur Perfektion entwickelt sich Cherry jedoch unbeabsichtigt zur Kopiermaschine, die nicht nur die Choreografien von ihrem Schwarm Tsuzuki sondern auch von Eisprinzessin Canty unwillkürlich imitiert. Von ihrem Vorbild fallen gelassen, verfällt sie in eine Blockade und traut sich nicht mehr aufs Eis zurück.

Die Geschichte bekommt also eine gehörige Portion Dramatik. In Verbindung mit Takeuchi-senseis traumhaften Zeichnungen und der anmutigen Sportart des Eiskunstlaufs wird der bei Feest Comics/EMA verlegte Manga damit zu einem kleinen Juwel neben der großen Schwester Sailor Moon.

Haikyuu!! (Volleyball) (Redakteur: Tohya)

© Haruichi Furudate, Shueisha/Haikyuu!! Production Committe

In Furudate Haruichis Haikyuu!! gibt es neben Sieg auch schmerzende Niederlagen, die zeigen wie wichtig es ist, zusammen mit seinem Team zu trainieren.

Ein jeder hat mal einen Wunsch und spürt die ihm in den Weg gelegten Steine, um diesen zu erreichen. So auch die Hauptfigur Hinata Shoyou in Haikyuu!!. Seinem Vorbild, dem »Little Giant«, nacheifernd, einer der besten, wenn auch kleinsten Volleyball-Spieler der Region zu werden, und mit seinen Team zu den Landesmeisterschaften zu gehen, beginnt er, seine Liebe zu Volleyball zu entwickeln.

Die Charaktere erleben neben Siegen auch Niederlagen und bauen Freundschaften auf. Neben Teamfreundschaften bilden sich aber auch Feindschaften. Der Manga und seine Anime-Adaption handelt dementsprechend nicht nur von zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch von der Wichtigkeit eines Teams und beinhaltet spektakuläre Wettkampfeinlagen. Er zeigt auch auf, dass man sich stets verbessern kann, wenn man fest daran glaubt.

Der Zuschauer ist bei Haikyuu!! mitten im Geschehen und erlebt die Geschichte des Karasuno Teams quasi im Auge der vier Neulinge in diesem. Ihm wird durch die Erklärungen vieler Volleyball-Regeln nebenher auch theoretisches Wissen vermittelt. Zudem macht die Animation der Anime-Adaption wirklich Lust, einmal selbst einen Ball über ein Netz zu spielen.

Haikyuu!! ist in Japan recht populär. Neben der Anime-Adaption (Review) des Shonen-Jump-Manga gibt es auch eine Theater Adaption. Zudem hat in Harajuku ein Haikyuu!! Store eröffnet, in welchem man Merchandise zur Serie erwerben kann.

Kuroko’s Basketball (Basketball)

© Tadatoshi Fujimaki/Shueisha, Kuroko no Basuke Production Committee

Die Jungs von Kuroko’s Basketball sind enorme Fighter. Sie besitzen einen starken Siegeswillen.

Im Mittelpunkt der Serie stehen die fünf bzw. sechs Spieler, welche auch die »Generation der Wunder« genannt werden. Jeder von ihnen besitzt eine besondere Fähigkeit, die beim Basketball von Vorteil ist. Nachdem sich das einstige Team mit dem Eintritt ins Highschool-Leben auf verschiedene Schulen verstreut hat, bilden sie nun die Trümpfe der jeweiligen Teams. Für die Spieler ist das einzige, was zählt, der Sieg. Sport ist für sie weniger ein Spiel sondern ein Kampf.

Die Serie handelt davon, dass das junge Duo Kagami und Kuroko (das sechste Wunderkind, auch Phantom genannt) die Talente dieser Asse im Spiel bezwingt und Team um Team besiegt. Charakterisiert man die Sportler, lässt sich im Allgemeinen folgendes feststellen: Sie lieben Herausforderungen und fühlen sich durch starke Gegner angespornt. Im Gegensatz dazu geben sich die Spieler teilweise recht hochnäsig und geradezu herablassend, wenn sie einen vermeintlich schwachen Gegner erwarten oder einfach vor Selbstbewusstsein nur so strotzen.

Das Original, der Manga Kuroko no Basuke von Tadatoshi Fujimaki, lief von 2008 bis 2014 in der Shonen Jump und umfasst 30 Bände (First View). 2012 erhielt die Serie eine erste Anime-Adaption und zählt aktuell bereits drei Seasons.

Mila Superstar (Volleyball)

© KSM Film

Bei Mila Superstar (Attack No. 1) ist es wohl v. a. das erbarmungslose Training, welches einem im Gedächtnis bleibt.

Schon im Intro wurde die Protagonistin regelrecht von den kontinuierlich geschlagenen Bällen vernichtet. Doch nicht nur mit harten Ball-Attacken sondern auch Zickenterror haben die noch sehr jungen – Mila ist anfangs erst zwölf Jahre alt – Schülerinnen zu kämpfen. Auch hier wird wieder vermittelt, dass Teamgeist unerlässlich ist und alle an einem Strang ziehen müssen. Bei einer Sportart wie Volleyball geht es auch einfach nicht, dass nur einer sein Ding durchzieht, da das Team sonst bei so manchen Angriffen hoffnungslos aufgeschmissen ist. Dieser Sport lebt vom Zuspiel, denn kein Angriffsschlag ohne Abspiel.

Ein wenig gerät bei der Serie der Spaß am Spiel in Vergessenheit, denn sowohl Training als auch Wettkampf setzen den Spielerinnen ganz schön zu. Freude an der Sportart wird dem Zuschauer hier wenig vermittelt. Eher sind es der Kampfgeist und der Druck, die die Serie transportiert. Den Mädchen wird über die acht Staffeln hinweg diszipliniertes Trainieren beigebracht, jedoch sind die Trainings-Methoden mit Handgreiflichkeiten und Ohrfeigen häufig fragwürdig. Der Leser/Zuschauer verfolgt die Entwicklung der Sportler, die viele Hürden nehmen müssen. Dieses Schema wird auch »spo-kon« genannt.

Chikako Uranos Manga Attack No. 1 wurde bereits von 1968 bis 1970 in Shueishas Margaret publiziert, womit die Serie einer der ersten an Mädchen gerichteten Sport-Manga ist, und zählt insgesamt zwölf Bände. Das Alter der Serie sieht man ebenso der Anime-Adaption an, die 1969 bis 1971 produziert sowie erstausgestrahlt wurde und die RTL2-Zuschauer noch aus den 90ern kennen.

Die tollen Fußballstars / Captain Tsubasa (Fußball)

Captain Tsubasa – Super Kickers
© Yōichi Takahashi / Madhouse

Der wichtigste Fußball-Vertreter, der die Sportart in Japan überhaupt erst populär gemacht hat, ist die Serie Captain Tsubasa.

Der junge Tsubasa mausert sich hier nicht nur sehr schnell zum Stürmer sondern auch zum Mannschaftskapitän. Die Spieler lernen verschiedene Techniken und das Zuspiel untereinander. Das Konkurrenzverhalten ist auch hier sehr ausgeprägt, da einige eine große internationale Karriere anstreben. Dabei gehört es natürlich auch dazu, dass Mannschaften für Wettkämpfe neu gebildet werden oder Kollegen einfach wechseln. So werden ehemalige Mitspieler zu Gegnern und andersherum.

Yōichi Takahashis Originalmanga lief von 1981 bis 1988 in der Shonen Jump und wurde u. a. für mehrere Anime-Serien adaptiert. Den ersten 128-Folgen-Anime kennt das deutsche Publikum noch aus den 90ern. KSM hält die Lizenzrechte hierzulande und Carlsen Comics verlegte den 37 Bände umfassenden Manga zwischen 2002 und (passend zur Fußball-WM in Deutschland) 2006.

Subaru (Ballett)

Subaru Vol. 5 © 2001 Masahito Soda/Shogakukan

Auch Tanzen ist Sport. Der Manga zeigt die Entwicklung der Ballerina/Tänzerin Subaru und ihren Weg voller Höhen und Tiefen.

Ursprünglich für ihren kranken Bruder mit dem Tanzen begonnen, begeistert sie bald Kollegen sowie Publikum. Der ausdrucksstarke Zeichenstil wie auch die inneren Monologe transportieren Subarus Emotionen beim Tanzen, welche die Zuschauer neben der akuraten Ausführung so fesseln. Durch die Gedanken der Protagonistin fühlt der Leser mit, wie die Profi-Ballerina auf der Bühne zur dargestellten Rolle wird.

Die Figuren wirken immer etwas dramatisch, grazil und trotzdem kantig sowie körperlich stark. Dem recht androgynen Körper von Subaru sieht man das Training an. Neben dem einzelnen Tanzen trainiert Subaru auch hart für den Pas de Deux, den Paartanz, der vom Abnehmen für Hebefiguren bis hin zum harmonischen Miteinander ebenfalls viel von ihr abverlangt.

Masahito Sodas Erwachsenen-Serie debütierte 1999 im Magazin Big Comic Spirits. Egmont Manga verlegte die elf Bände hierzulande von 2003 bis 2005.

Prince of Tennis (Tennis)

Tennis no Ouji-sama © 1999 Takeshi Konomi/Shueisha – The Prince of Tennis © Tokyopop GmbH, Hamburg 2006

»Spiel, Satz und Sieg« heißt es für Ryoma Echizen und seine Tennis-Kollegen.

Der Protagonist der Serie ist bereits ein Tennis-Genie und mehrmaliger Champion. Mangaka Takeshi Konomi war selbst Mitglied eines Tennisclubs an seiner Schule und lässt sein Wissen über den Sport in den Manga einfließen.

Die Spieler beweisen ihr Können mit verschiedenen Angriffs-Techniken. Wenn sie es auf die Spitze treiben wollen, wird gern auch mal mit mehreren Bällen gleichzeitig gespielt. Diese werden durch die Spezial-Attacken und mit dem richtigen Wumms zu regelrechten Geschossen. Währenddessen fachsimpln die Zuschauer am Spielrand über das Match und analysieren Strategien, Vorteile und was immer sich ihnen bietet.

Der 42-Bände-starke Manga The Prince of Tennis erschien von 2006 bis 2010 bei Tokyopop. Dem Original von 1999 folgt seit 2008 ebenfalls bei Shueisha ein Sequel mit dem Titel The New Prince of Tennis. Beide Manga-Serien bekamen bereits Anime-Adaptionen.

Kamikaze Kaito Jeanne (Rhythmische Gymnastik)

Kamikaze Kaito Jeanne Vol.1 © 1998 Arina Tanemura / Shueisha Inc. © Egmont vgs verlagsgesellschaft mbH, Köln 2001

Eine kleine Ausnahme in unserer Auflistung, aber dennoch erwähnenswert: Unsere Marron Kusakabe ist nicht nur ein Magical Girl, sondern auch ein athletisches Sport-Ass.

Ihre Sportlichkeit und das Gymnastik-Band setzt sie spielerisch bei ihren Missionen, d. h. der Jagd auf Dämonen, ein. Die Kombi ist schlau gewählt, denn als Magical Girl kommt es im Kampf nicht ungelegen, neben Zauberkräften auch über ein paar sportliche Fähigkeiten (Ausdauer, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Treffsicherheit etc.) zu verfügen.

Im zweiten Band der Serie erlebt der Leser die Schönheit auch kurz bei einem Wettbewerb. Marron muss nach der letzten Mission ihre Kür mit einem verstauchten Knöchel absolvieren, ist aber natürlich stark und anmutig wie eh und je. Der Story-Abschnitt endet leider recht schnell. Der Sport steht bei Kamikaze Kaito Jeanne also nicht im Vordergrund.

Arina Tanemuras Manga von 1998 erschien in Deutschland ab 2001. EMA spendierte seinem Lizenz-Titel inzwischen eine neuere »Perfect Edition«, welche nur noch sechs statt sieben Bände umfasst. Die Anime-Adaption gab es zu Beginn der 2000er im deutschen TV auf RTL2 und später Dank Kazé Anime auch auf Disc.

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