»Lightning Returns: Final Fantasy XIII« GameTest

Lightning Returns ist der dritte und somit abschließende Teil aus der Fabula-Nova-Crystallis-Saga der berühmten Final Fantasy-Reihe. Seit dem 14. Februar ist das japanische Rollenspiel aus dem Hause Square Enix in Europa mit englischer Sprachausgabe erhältlich. In Japan hatte der Titel bereits im November 2013 den Release-Termin für Playstation 3 und Xbox 360. Wie man bei dem Namen vermuten kann, dreht sich dieser Teil der Final Fantasy XIII-Trilogie rund um die beliebte Protagonistin Lightning. Was euch diesmal in Grand Pulse erwartet, lest ihr im folgenden Abschnitt.

500 Jahre nach dem Ausbruch des Chaos auf Grand Pulse leben die Menschen in Erwartung des nahestehenden Weltuntergangs. Als Noel gemeinsam mit Serah die Zukunft in Final Fantasy XIII-2 veränderte, führte dies zum Tod der Göttin Etros und somit zur Verschmelzung von Grand Pulse mit dem Zeitlosen Reich Valhalla, woraus eine neue Welt namens Nova Chrysalia entstand. Durch dieses Ereignis wurde die Zeitlinie erneut verschoben, weshalb Serah an den Folgen ihrer Gabe als Medium verstarb. Lightning verfiel in einen Kristallschlaf auf dem Thron der verstorbenen Göttin und die Welt stürzte ins völlige Chaos, was dazu führte, dass Menschen nicht mehr alterten oder krank wurden, aber auch keine Kinder mehr geboren werden. Nach 500 Jahren wird Lightning von einer göttlichen Macht aus ihrem Schlummer gerissen, um die Bewohner von Nova Chrysalia zu retten. Die Gottheit Bhunivelze verleiht ihr die Kraft des »Befreiers«, was Lightning ermöglicht, die Seelen der Menschen zu reinigen und somit vor dem Ende der Welt, welches in 13 Tagen nach Spielbeginn prophezeit wird, zu schützen.

In den 500 Jahren, welche Lightning in ihrem Kristallschlaf verbrachte, hat sich so einiges getan. Da die Menschheit nicht alterte, findet sich unter den Bewohnern von Nova Chrysalia das ein oder andere bekannte Gesicht. Chocolina bietet uns erneut ihren Shop an, Snow wird als Herrscher auf einem der vier Kontinente verehrt und auch Vanille, Fang, Sazh sowie Noel kann man erneut antreffen. Allerdings sind 500 Jahre eine lange Zeit, so ein umfangreiches Leben verändert die Personen natürlich, weshalb der eine oder andere auch seine Einstellung geändert oder sogar den Willen weiterzukämpfen verloren hat. Um die Menschheit nun wieder auf den rechten Pfad zu lenken und dadurch abermals eine völlig neue Welt zu ermöglichen, macht sich Lightning auf Befehl der Gottheit Bhunivelze auf, die Seelen der Bewohner reinzuwaschen. Jedoch gibt es auch eine Partei, die dies verhindern möchte. So taucht das Mädchen Lumina auf, welche Serah zum Verwechseln ähnlich sieht, um sich Lightning in den Weg zu stellen.

Mit Lightning Returns bringt Square Enix einige Änderungen in das Final Fantasy XIII Universum. Alleine durch den Umstand nur noch einen Charakter zu steuern, weicht dieser Titel von üblichen Ablegern der Reihe ab. Ein völlig neues Kampfsystem wurde ebenfalls eingeführt. Zwar basiert dieses erneut auf dem ATB-System, welches aus den beiden Vorgängern bekannt sein dürfte, hat aber einen enormen Unterschied. Dadurch, dass man keine Gruppe mehr steuert, fällt der Paradigmenwechsel weg und macht Platz für den Kostümtausch. Dieser funktioniert ähnlich wie bereits bei Final Fantasy X-2, wo durch die getragene Kleidung die Rolle des Charakters bestimmt wird. Drei Kampfgarnituren können im Quickslot abgelegt werden, wodurch diese im Kampf auswählbar sind. Die Kostüme lassen sich aus den gesammelten Kleidungsstücken frei zusammensetzen, was dazu führt, dass man sich selbst seine Rolle so zusammenstellen kann, wie man es für sich möchte.Eine Kampfgarnitur besteht aus dem Kostüm sowie einem Waffenset, was bestimmt, welchen Kampfstil unsere Protagonistin wählt. So führt das Tragen eines Rapiers beispielsweise automatisch zu einem Fechtstil in den Fights. Jedes Kostüm besitzt außerdem eine eigene Siegespose, was besonders bei dem von Yuna aus Final Fantasy X (dieses bekommt man durch den Kauf des Final Fantasy X/X-2 HD remaster Spiels) auffällt, da mit diesem sogar die Siegesmelodie aus dem bekannten Ableger rund um Sin sowie Tidus nach Kampfende abgespielt wird. Jedem Kleidungsstück werden vier Fähigkeiten zugeteilt, welche man im Kampf einsetzen kann.

Das angepasste System namens Style-Change Active Time Battle sorgt dafür, dass ein flüssiger Wechsel zwischen den einzelnen Garnituren während der Auseinandersetzungen möglich ist. Mit R1 beziehungsweise L1 wird das Kostüm ausgewählt, während die X-, Kreis-, Viereck- und Dreieck-Taste jeweils eine Fähigkeit pro Gesamtoutfit zugeordnet bekommt. Die Kämpfe selbst setzen in Lightning Returns weniger auf taktisches Denken, dafür mehr auf schnelle Reflexe des Spielers, um gegnerische Angriffe rechtzeitig blocken zu können. Anfangs gestaltet sich dieses neue System etwas schwierig, da man ständig den Eindruck hat, ein zu niedriges Level zu besitzen. Wenn man bei einem Angriff nicht schnell genug eine defensive Fähigkeit wie Blocken oder Ausweichen benutzt, endet es meist Fatal. Bei Boss-Fights reicht oftmals bereits ein Treffer aus, um flach auf dem Boden zu liegen. Mit dem Stufensystem haben die Entwickler leider einen Schritt in die falsche Richtung genommen. Das Kristarium ist völlig aus dem Spiel entfernt worden, was dazu führt, dass man Attributs-Verbesserungen nur noch durch das Abschließen von Missionen bekommt. Selbst dann werden vorgegebene Punkte von selbst erhöht, was dem Spieler neben dem Erstellen von Kampfgarnituren keine Möglichkeit der individuellen Aufbesserung des Charakters lässt.

Das Spielsystem selbst ist ein riesiger Wettlauf gegen die Zeit. Mit Beginn eines neuen Spielstandes startet auch die tickende Zeitbombe namens Chaos, welche in 13 Tagen die Welt vernichten soll. Nachdem die erste Tutorial-Quest abgeschlossen wurde, liegt es dem Spieler frei, wie er die Zeit nutzt, um dieses dem Untergang geweihte Universum zu retten. Auf insgesamt vier Kontinenten kann man sich frei bewegen, um Neben- sowie Hauptmissionen in beliebiger Reihenfolge abzuschließen. Es gibt keinerlei Vorgabe, was wann gemacht werden muss, dafür sollte der Spieler selbst darauf achten, die verbleibenden 13 Tage richtig zu nutzen, um so viele Seelen wie möglich vor dem Untergang zu bewahren. Bestimmte Bereiche oder Personen können nur zu gewissen Zeiten betreten beziehungsweise aufgefunden werden. So läuft im Spiel permanent die Uhr, was den Spieler ein wenig unter Zeitdruck setzen könnte. Verlorene Kämpfe werden mit dem Verlust einer Stunde bestraft. Falls man um 13:00 In-Game Zeit ein Duell verliert, so wird die Uhr auf 14:00 gesetzt, bevor man weiterspielen kann. Lightning besitzt jedoch ein nettes kleines Gimmick namens Glorienpunkte, womit die Uhren kurzweilig gestoppt werden können und ihr somit wieder etwas Zeit zurückgewinnt. Im Spielverlauf können weitere Aktionen mit diesen Punkten freigespielt werden, die in den Kämpfen aber auch in der freien Welt nützlich sind.

Die Zeit ist in Lightning Returns ein wichtiger Faktor. So bestimmt zum Beispiel die Tageszeit auch das Auftreten von Gegnern sowie deren Stärke. Nachts sind die Monster wesentlich aggressiver sowie zahlreicher anzutreffen als tagsüber. Viele Aufträge können auch nur zu bestimmten Zeiten erfüllt oder angenommen werden, was dazu führt, dass man die Gebiete je nach Uhrzeit unter Umständen mehrmals abklappern muss, falls ihr alle Nebenmissionen erfüllen möchte. Da zu gewissen Zeitpunkten mehrere Ereignisse gleichzeitig stattfinden können, ist es nicht möglich alle in einem einzigen Spieldurchlauf mitzuerleben. Um das Game also zu 100% abzuschließen, sind mehrere Durchläufe nötig.

Optisch bietet Lightning Returns eine glorreiche Kulisse, jedoch wurde dabei etwas zu sehr auf die Hintergründe geachtet, was die Personen, die gerade nicht ehemalige Protagonisten sind, ein wenig blass dastehen lässt. Im Vergleich zu der detailliert ausgearbeiteten Hauptfigur Lightning rücken die Bewohner der einzelnen Städte oder Dörfer extrem in den Schatten und wirken alle gleich detailarm. Leider schwächelt das Spiel ein wenig bei der Story. Durch das Wiederverwenden von alten Charakteren, welche ohne genauere Begründung mehrere hundert Jahre bis zum Ausbrechen des Chaos gelebt haben, wirkt das ganze Game ein wenig recycelt. Spielerisch muss man sich bei dem neuen Kampfsystem erst mal einleben, wenn ihr den Dreh raus habt macht dies aber beinahe mehr Spaß als die Version mit dem Paradigmenwechsel der Vorgänger. Natürlich ist dies auch Geschmacksache, mir persönlich hat die mehr auf Strategie setzende Variante besser gefallen als das auf Reflexe zählende Knopfdrücken bei Lightning Returns. Dafür ist mit diesem System für weitaus mehr Abwechslung gesorgt, was für einen längeren Spielspaß sorgt.

Wir bedanken uns herzlich bei Square Enix für ein Rezensionsexemplar zu Lightning Returns: Final Fantasy XIII.

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