»Brynhildr in the Darkness« Band 2 – Manga-Test

Inzwischen ist Ryouta hinter Nekos Geheimnis gekommen, denn die Jugendliche stammt aus einem Forschungslabor, wo sie mit anderen jungen Frauen als Versuchskaninchen herhalten musste, bis ihnen gemeinsam die Flucht gelang. Hinter ihrem normalen Aussehen stecken größtenteils tödliche Kräfte, welche die Trägerinnen zu gefährlichen Waffen machen können. Lynn Okamotos Fortsetzung zu Brynhildr in the Darkness, welche von TOKYOPOP publiziert wird, fand Mitte Januar 2014 in die deutschen Buchläden und durchleuchtet den Hintergrund zu Neko sowie ihren Mitstreiterinnen.

Im vorherigen Band gelang es dem aufstrebenden Schüler Ryouta, erste Einblicke hinter die wahre Existenz von Neko zu bekommen, die seiner Kindheitsfreundin Kuroneko zum Verwechseln ähnlich sieht. So erfährt der Jugendliche, dass seine neue Mitschülerin in einem verlassenen Dorf gemeinsam mit Kana lebt, um sich vor den Männern der Forschungsinstitution zu verstecken. Beide Mädchen besitzen Fähigkeiten, die alles andere als normal sind. Zum Beispiel verfügt Neko über eine immense körperliche Kraft, mit der sie Objekte zerstören kann. Kana erscheinen des Öfteren Zukunftsvisionen, sobald eine Person in der näheren Umgebung auf unnatürliche Weise stirbt. Aufgrund dieser Begabungen nennt man die zwei Geflohenen auch »Magierinnen«.

Da die jungen Frauen ohne eine bestimmte Medizin nicht überleben können, aber kaum mehr welche bei sich haben, unterstützt Ryouta die beiden, um neue Medikamente zu bekommen, indem er und Neko in eine Pharma-Fabrik einbrechen, die diese Pillen produziert. Bei der Planung der Mission hat Kana eine Vision, in welcher der Musterschüler und ihre Freundin von einem anderen Testobjekt mit einer sehr gefährlichen Kraft getötet werden. Mithilfe einer weiteren Magierin namens Kazumi, welche mit ihrer speziellen Fähigkeit Computersysteme manipulieren kann, dringen Ryouta sowie Neko vorerst ohne Vorkommnisse in die Fabrik ein.

Doch wie Kana voraussah, erwartet die beiden Eindringlinge die übermächtige Saori, welche ein Hybrid ist. Sie kann einen lebensgefährlichen Schlitzangriff im Umkreis von sechs Metern ausführen und in diesem Bereich alles niedermetzeln. Bei der Konfrontation mit Saori wird Neko in Stücke gerissen und Ryouta glaubt, in dem Moment erneut seine Freundin verloren zu haben. Was er jedoch in der Hinterhand hält, ist das Wissen über eine zweite Fähigkeit der Tötungsmaschine. Denn sie kann in die Zeit eingreifen und eine Minute zurückdrehen. So ist der Hybrid beim Schlitzangriff auf Neko abgelenkt, und der Jugendliche schleicht sich von hinten an ihn heran, um die Auftragskillerin mit einer Metallstange zu verletzen. Dementsprechend zwingt er Saori, die Zeit zu manipulieren, bevor sie in Ohnmacht fällt. Durch den Einsatz dieser außergewöhnlichen Kräfte können sich die Harnesse der Magierinnen aufhängen, wodurch jene Fähigkeiten für eine kurze Zeit außer Gefecht gesetzt werden. Diese Objekte, welche im Nacken der Mädchen eingepflanzt wurden, sind die Quelle ihrer außergewöhnlichen Begabungen.  Daraufhin erinnert sich Saori an nichts mehr, was noch vor wenigen Sekunden geschah. Ryouta sowie Neko erfahren, dass ihre Gegnerin unter der Beobachtung der Wissenschaftler aus dem Versuchslabor steht und sie von ihnen geschickt wurde, die beiden umzubringen. Deshalb kann das Mädchen jederzeit aus der Ferne mit einem Sender getötet werden. Letztlich wird die Tötungsmaschine entladen und schmilzt vor den Augen der Eindringlinge. Dadurch werden Ryouta und die Magierin Zeugen, was sich im Harness im Nacken des Versuchskaninchens aus der ominösen Forschungseinheit befindet, nämlich eine Art Parasit, der nur mit seinem Wirt überleben kann. Geschockt von den Ereignissen kehren sie samt zwei Packungen Medizin zurück in Ryoutas Sternwarte und finden Kana in einem schrecklichen körperlichen Zustand vor. Sind die zwei Überlebenden in der Lage, Nekos Freundin zu helfen?

Nachdem das Ende des ersten Bandes von Brynhildr in the Darkness große Erwartungen an die Fortsetzung legte, wird der Leser keinesfalls enttäuscht. Im zweiten Volume geht es ohne Unterbrechung direkt in das Kampfgeschehen in der Pharma-Fabrik weiter, was der allgemeinen Atmosphäre Action bringt sowie aufgrund des Todes von Saori Dramatik und Entsetzen auslöst. Insgesamt bleibt das mysteriöse Labor, von dem die Magierinnen verfolgt werden, weiterhin im Hintergrund. Trotzdem spürt man immer wieder die Präsenz dieser Einrichtung, was zur Spannung der Handlung beiträgt. Im Verlauf lernt man weitere Testobjekte kennen, die Ryoutas Hochschule besuchen und später in der Sternwarte bei ihm auftauchen. Allmählich erfährt der junge Erwachsene, was die Magierinnen sind, was sie ausmacht, aber auch, dass die Mädchen ganz normale menschliche Charakterzüge in sich tragen und Emotionen spüren. Neben der ernsten Lage gibt es zwischendrin ein paar kurze Ecchi-Einlagen, welche die Stimmung etwas auflockern und so manchen Schmunzler beim Betrachter hinterlassen. Zudem versucht Ryouta, weiterhin hinter Nekos Vergangenheit zu kommen, denn er ist immer noch der festen Überzeugung, dass sie seine ehemalige Freundin aus Kindertagen ist.

Mangaka Lynn Okamoto bleibt im zweiten Volume auf demselben zeichnerischen Niveau wie im Debütband. Nach wie vor behalten die Hauptprotagonisten ihr kindliches Aussehen, das im Gegensatz zur sehr brutalen und erwachsenen Story steht. Leser können gespannt sein, ob im dritten Band, welcher für April 2014 bei TOKYOPOP angekündigt ist, die Handlung immer noch eine derartige Atmosphäre aufweist und die Entwicklung der Charaktere voranschreitet.

Der emotionsgeladene Mystery-Titel Brynhildr in the Darkness ist weiterhin ab 18 Jahren zu empfehlen. In dieser Fortsetzung steigern sich die Gewalt- sowie Blutszenen im Gegensatz zum ersten Band, welche nichts für schwache Nerven sind. Wer schon bei Elfen Lied Gefallen gefunden hat, kann bei Brynhildr in the Darkness zuschlagen. Mag sein, dass der ein oder andere Parallenen zu Lynn Okamotos Erstlingswerk findet. Trotzdem setzt das zweite Volume zu Brynhildr in the Darkness seine sehr rätselhafte und gleichzeitig dynamische Erzählweise fort. Demnach kommen sowohl Thriller-, Mystery als auch Drama- und Science-Fiction-Fans bei diesem Werk auf ihre Kosten.

Wir bedanken uns herzlich bei TOKYOPOP für das Rezensionsexemplar zu Brynhildr in the Darkness, Band 2.

Details

Titel: Brynhildr in the Darkness Band 2
Originaltitel: 極黒のブリュンヒルデ (Gokukoku no Brynhildr, Vol. 2)
Mangaka: Lynn Okamoto
Erscheinungsdatum: 17.08.2012 (JP), 13.01.2014 (DE)
Verlag: SHUEISHA Inc. (JP), TOKYOPOP GmbH (DE)
Genre: Action, Drama, Ecchi, Mystery
Altersempfehlung: 18 Jahre
Preis: 6,95 €
Bestellen: ISBN-10: 3842009259

Gokukoku no Brynhildr © 2012 Lynn Okamoto, SHUEISHA Inc., Tokyo
Brynhildr in the Darkness © 2014 TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014

1 KOMMENTAR

  1. Optisch schaut der schon mal um fünf Ecken ansprechender aus als Elfen Lied, gefällt mir sogar mehr als die Anime-Umsetzung (was für mich nicht oft der Fall ist)

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