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Magazin-Talk: Shonen Jump, Ausgabe 42

Seit 17. September ist die diesjährige 42. Ausgabe der Shonen Jump im japanischen Handel erhältlich. Diese steht voll im Zeichen von Kochikame. Erneut berichtet die Sumikai-Redaktion über serienspezifische Highlights oder Tiefpunkte.

Achtung! Wer weiterlesen möchte, sollte sich der Spoiler im Klaren sein.

Kochikame (Kapitel 1)

Nach 40 Jahren und mit 200 Bänden endet in der Shonen Jump Osamu Akimotos legendärer Comedy-Manga Kochira Katsushika-ku Kameari-kōen Mae Hashutsujo. Diesen kennt man hierzulande eher unter der einfacheren Abkürzung Kochikame. Im Magazin ist jedoch nicht nur das letzte, sondern auch das erste Kapitel abgedruckt. Dieses erzählt den Beginn einer 40-jährigen Ära.

Kankichi Ryotsu ist der hauptverantwortliche Streifenpolizist des Kouban (kleines Polizeihaus in Japan) vor dem Kameari Park. An seinem Pflichtbewusstsein im Dienst besteht jedoch eindeutig Verbesserungsbedarf. Verirrten Passanten soll er eigentlich den Weg erklären und sie nicht verscheuchen, weil diese ihn beim Pferderennen stören. Ryotsus hitziges Temperament beschwört bei ihm schnell Wutausbrüche herauf. Wenn sich da eine Katze an seinem Essen vergreift, kommt gleich mal der Revolver zum Einsatz. Mit Keiichi Nakagawa erhält Ryotsu einen jungen, etwas naiven Streifenpolizisten zur Seite gestellt, der von seinem Vorgesetzten gleich einmal in die „richtige Arbeitsmoral“ eingewiesen wird.

Es ist ein wenig ironisch, dass mein erster wirklicher Kontakt mit Kochikame erst jetzt stattfindet, wenn der Manga sein Finale feiert. 200 Bände und fast 2000 Kapitel – das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Mit Kochikame hat Mangaka Osamu Akimoto Ausdauervermögen bewiesen – und ebenso seine japanischen Leser. Im deutschsprachigen Raum ist die Reihe eher unbekannt und höchstens aufgrund ihrer enormen Länge im Gedächtnis mancher Köpfe.

Es ist so weit eine sehr humorvolle Geschichte, die sich auf den ca. 30 bis 40 Seiten von Kapitel 1 abspielt. Diese beruht vor allem auf simpler Alltagscomedy, angestachelt vom überspitzt überhitzten Charakter-Design von Protagonist „Ryo-san“. Er ist ein Unsympath, der durch seine größtenteils selbst verursachten Missgeschicke an Sympathie gewinnt. Dennoch würde ich ihm keine Katze anvertrauen wollen. (fallenshadow)

One Piece

Wir erleben Sanji sowie dessen vier Geschwister und Vater beim Essen. Sie unterhalten sich über die Tatsache, dass sie offiziell noch als Partner der Weltregierung gelten, es wiederum dazu kommen mag, dass sie an der baldigen ‚Reverie‘ nicht teilnehmen dürfen.

Der Leser erlebt in dem Kapitel doch sehr schockierende Charakterzüge von Sanjis Familie. So gefällt Niji das Essen nicht. Eine junge, hübsche Köchin entschuldigt sich, soll allerdings bestraft werden. Sanji beschützt sie vor weiteren Ärger und weiß ihre Mühe sowie das Essen zu schätzen, während der Rest seiner ‚royalen‘ Familie das Mädchen als „niedere“ Person betrachtet. Ist natürlich eine Situation, die passt zu Sanji: Er beschützt nun mal das weibliche Geschlecht um jeden Preis und Kochen ist einfach seine Leidenschaft. Oda betreibt so nebenbei in den Dialogen auch ein bisschen Aufklärung um den Verzehr von Kartoffeln.

Für den One Piece-Leser erscheint die aktuelle Lage im Geschehen sowieso schon heikel. Doch Sanjis Vater legt eine Schippe oben drauf und setzt Sanji noch mehr unter Druck, da er dessen Vorgeschichte um das Restaurant Baratié in Erfahrung gebracht hat. Sanji muss demnach um das Leben seines früheren Meisters bangen, wenn er nicht gehorsam ist. Zugegeben, dies in Kombination mit dem Baratié-Rückblenden aus Sanjis Kindheit erweckt beim Leser ein sehr beklemmendes Gefühl.

Und es kommt noch bedrückender: Sanjis vorheriger Einsatz gegenüber der Köchin half dieser im Endeffekt gar nichts. In Sanjis Abwesenheit richten dessen Brüder sie schlimm zu, was den Koch zurecht wütend macht. Yonji gibt Sanjis Verhalten die Schuld dafür und zeigt ihm schließlich die Forschungseinrichtung der Germa 66. Zugegeben, das Ganze sieht stark nach Massen-Cyborg-Herstellung aus. Ich hab die Vermutung, dass das eventuell der Ursprung der Pacifista sein könnte, aber wer weiß :). Die genauen Details rollen sich erst in den kommenden Kapiteln auf.

So nebenbei: Eiichiro Oda widmet Kochikame das Kapitelcover. Der Manga fand nach 40 Jahren Publikation in der aktuellen Ausgabe der Shonen Jump seinen Abschluss. (Gina)

Black Clover

In Black Cover 78 begegnen sich Asta und Yuno. Während die beiden die Stärke des anderen anerkennen, geraten Charmy und Yunos Elementargeist Bell in einen Streit. Noch unfreundlicher gestaltet sich das Aufeinandertreffen von Finral und seinem kleinen Bruder Rangils, Vizekapitän von Golden Dawn. Rangils macht keinen Hehl daraus, wie wenig er von Finral und seinen Teamkollegen hält. Die Unterhaltung wird jedoch jäh unterbrochen, als einer der feindlichen Generäle sich nochmals aufrichtet.

Der Anfang des Kapitels erweist sich als eher ruhig und spannungsniedrig. Die Dialoge zwischen Asta, Yuno, Charmy und Bell möchte ich aber damit gar nicht abwerten. In einem Manga muss es auch mal ruhige Momente geben. Der Begegnung der beiden Brüder habe ich bereits entgegengefiebert, bin mit der Ausführung aber ein wenig unzufrieden. Es ist in der Vergangenheit schon durchgesickert, dass Rangils wahrscheinlich von seinem großen Bruder nicht viel hält und dass auch Finral keinen Kontakt zur Familie sucht. Es wirkt jedoch mehr als klischeehaft, wenn Rangils in einer Gefahrensituation das Leben normaler Bürger aufs Spiel setzt, während Finral mit seinen Kameraden einen Weg findet, alle zu retten. Yuuki Tabata zwingt Leser regelrecht, Rangils als „Bösen“ anzusehen.

Mehr Spannung verspricht dagegen das Ende des Kapitels, welches wieder das Gespräch zwischen Yami und William aufgreift. (fallenshadow)

Toriko

In Toriko 387 opfert sich Stör, um seinen Bruder Toriko vor Akazies Attacke zu retten. In seinen letzten Atemzügen enthüllt er Toriko ihre Herkunft. Sie sind die Kinder von Frohze und Akazie. Noch in der Schwangerschaft entfernte die begnadete Köchin ihre Gebärmutter inklusive den ungeborenen Söhnen und präparierte diese so, dass es 500 Jahre bis zur Geburt dauerte. Mit seiner letzten Kraft hilft Stör Toriko, dessen Menü-Hauptgang und damit seinen Appetitdämon zu vervollständigen.

Es ist eine sehr tragische Handlung, welche im aktuellen Kapitel präsentiert wird. Stör war in der Vergangenheit ein beliebter Antagonist, und die plötzliche Zusammenarbeit mit Toriko in der Gourmet-Welt zeigte allerhand Potential, was leider überhaupt nicht ausgeschöpft wurde. Auch die Enthüllung, dass die beiden Charaktere Brüder sind, kam plötzlich und ihr fehlte es letztendlich an emotionaler Tiefe.

Ich habe mich schon beim letzten Kapitel über Störs Ende beschwert. Toriko 387 stimmt mich nicht versöhnlich. Vielmehr drängt die Handlung unangenehm schnell voran. Schon ist die Todesszene von Stör, wenn auch dialogreich über die Bühne gebracht, vergessen. Stattdessen bricht Toriko in Tränen aus, weil er seinem personifizierten Appetit begegnet. Und das ist tatsächlich der emotionalste Moment im Kapitel. Das Ende wirkt dagegen übertrieben göttlich-philosophisch. Power-up inklusive. (fallenshadow)

Die 42. Shonen Jump-Ausgabe erscheint am 26. September.

Line-up für die Shonen Jump-Ausgabe 41, 2016: |1| Kochikame (Finale) |2| Kochikame (Kapitel 1) |3| One Piece |4| Black Clover |5| Boku no Hero Academia |6| Hinomaru Zumou |7| Haikyuu!! |8| Yuragi-sou no Yuuna-san |9| Red Sprite
Saiki Kusuo no PSI nan |10| World Trigger |11| Tokubetsu Kokka Koumuin Kaizousha Taisaku-ka Tanaka Seiji  |12| Food Wars!: Shokugeki no Souma |13| Love Rush! |14| Gintama |15| Yakusoku no Neverland |16| Kimetsu no Yaiba |17| Samon wa Summoner |18| Seshiji o Pin! to – Shikakou Kyougi Dance-bu e Youkoso |19| Toriko |20| Takuan to Batsu no Nichijou Enma-chou |21| Isobe Isobee Monogatari
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