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»Magi – The Kingdom of Magic« Box 1 – Blu-ray Test

Am 30. Mai 2014 erschien hierzulande bei Kazé das vierte und letzte Volume von Staffel eins der Anime-Adaption zu Shinobu Ohtakas beliebtem Shonen-Manga Magi – The Labyrinth of Magic. Zuvor verkündete der Publisher, sich auch die Rechte an der darauffolgenden Season Magi – The Kingdom of Magic gesichert zu haben, welche zu dem Zeitpunkt im japanischen Fernsehen ihrem Ende entgegenstrebte. Einen Simulcast bekamen deutsche Fans zwar nicht geboten, doch seit 27. Februar 2015 können sie das erste Volume mit sieben von insgesamt 25 Episoden in Händen halten. Wir werfen für euch einen Blick in die Blu-ray-Variante, welche mit 42,95 Euro gerade einmal um zwei Euro teurer ausfällt als die DVD-Version.

Aladin, Ali Baba, Morgiana und Hakuryu sind sicher nach Sindria zurückgekehrt, doch schon macht sich Aufbruchsstimmung breit. Prinzessin Dunya leidet unter den Nachwirkungen des dunklen Metallgefäßes und wird von Tag zu Tag schwächer. Anzeichen deuten darauf hin, dass Magnostadt, Yamraihas alte Heimat, bei der Herstellung dieser gefährlichen Waffen seine Finger im Spiel hat. Aladin beschließt, dorthin zu reisen, um einerseits herauszufinden, was das kleine Land im Schilde führt, und andererseits an der Schule für Magier zu lernen.

Auch Ali Baba, Morgiana und Hakuryu verlassen Sindria, um eigene Ziele auf getrennten Wegen zu verfolgen. In See stechen sie jedoch zu viert und werden auf dem Meer von Piraten – selbst noch Kinder – mit magischen Utensilien angegriffen, welche im Namen Om Madoras, ihrer »Mutter«, Schiffe kapern. Aladin wird dabei entführt.

In Japan lief Staffel eins der Anime-Adaption in der Erstausstrahlung von Anfang Oktober 2012 bis Ende März 2013. Dasselbe Schema, nur um ein Jahr verschoben, spielte sich für Magi – The Kingdom of Magic ab. Dieses Mal entschied sich Studio A-1 Pictures ebenfalls für eine Gesamtlänge von 25 Episoden. Während die japanische Originalversion auf elf Volumes aufgeteilt wurde, geht Kazé für die deutsche Veröffentlichung, wie schon bei Magi – The Labyrinth of Magic, humaner vor und bringt die Folgen auf vier Volumes heraus.

Ein halbes Jahr lag zwischen dem Ende der ersten und dem Beginn der zweiten Staffel im japanischen Fernsehen. Deutsche Fans, die auf einen weiterführenden Heimvideorelease warteten, mussten gar länger ausharren. Statt aber die ersten Minuten der zweiten Season auf eine kleine Zusammenfassung der letzten Geschehnisse hinauslaufen zu lassen oder zumindest den Handlungsstrang an dem Punkt aufzunehmen, wo er einst endete, werden Zuschauer von Regisseur Koji Masunari und Drehbuchautor Hiroyuki Yoshino ins eiskalte Wasser geworfen. Vollkommen überrumpelnd wird einem ein fremder Ort mit vielen neuen Charakteren und einem gewaltigen, aber zugegeben spannungsvollen Kampf ausgebreitet.

Wer sich davon verwirrt fühlt: Diese kleine Vorschau auf Kommendes endet mit dem Opening-Song. Danach dreht sich das Rad der Zeit zurück und greift den Faden in Sindria wieder auf. Hier beginnt die eigentliche Story mit den altbekannten, lieb gewonnenen Gesichtern. Viel Action dürfen sich Fans im ersten Volume nicht erwarten. Stattdessen werden die Episoden genutzt, um einerseits auf die bevorstehende Abreise hinzuarbeiten und letzte Interaktionen auf Sindria abzuhaken. Zudem erhält der Zuschauer dadurch eine gute Zusammenfassung, wie die einzelnen Verhältnisse zwischen den Charakteren aktuell aussehen. Andererseits trennen sich die Wege der vier Gefährten nicht sofort.

Für Manga-Fans recht interessant: Das erste Volume deckt die Bände zwölf bis vierzehn ab, welche bereits alle auf Deutsch erwerbbar sind. Nur der erwähnte Einstieg mit einem Blick in die Zukunft spielt sich zu einem späteren Zeitpunkt ab. Schon in Staffel eins gab es im Vergleich zwischen Vorlage und Adaption Abänderungen. Die sicherlich größte war am Ende das Abenteuer rund um Dungeon Zagan sowie die Parallelgeschehnisse auf Sindria, um der Season ein gebührendes Feuerwerk aus Spannung und Action als Abgang zu bereiten. Auch in Magi – The Kingdom of Magic müssen Fans des Mangas damit rechnen, dass die Story streckenweise modifiziert wurde. Dabei geht Studio A-1 Pictures sehr vorsichtig und wohlwollend vor. Man merkt den Szenen an, dass es eine Priorität war, Shinobu Ohtakas Manga möglichst treu zu bleiben. So werden besonders Gag-Einlagen eins zu eins übernommen. Manche Ereignisse sind dagegen in der Reihenfolge vertauscht oder gar umgeschrieben, ohne die Kernaussage zu verlieren, um den Ablauf verständlicher abzurunden und so eine gleitendere Dynamik im Storyfluss zu erzeugen.

Das Opening Anniversary mit Ohrwurm-Charakter für die erste Hälfte der zweiten Staffel stammt von SID, die bereits V.I.P. für Magi – The Labyrinth of Magic beisteuerten. Aqua Timez sind dagegen neu ins Boot geholt worden und liefern das ruhige Ending Eden ab. Die Episoden enthalten abwechselnd Romaji-Transkriptionen und deutsche Übersetzungen der Original-Liedtexte, welche durchaus Parallelen zum Inhalt des Animes aufweisen. Beim Soundtrack hat erneut Shiro Sagisu das Sagen und setzt beim Wesen der Musik dort an, wo er zuvor aufgehört hat. Aus der ersten Staffel sind mir besonders die rockigen Töne in Erinnerung geblieben. In den Folgen eins bis sieben lassen sich Ansätze erkennen, dass das bestehende Repertoire erweitert wird. Aber auch die sanften Klänge mit melancholischer Untermalung, welche dieses Volume überwiegen, schmeicheln dem Ohr.

Disc

Insgesamt dürfen sich Käufer auf eine Laufzeit von 175 Minuten einstellen. Die Folgen liegen standardmäßig in 1080p (1920*1080 Pixel) vor. Den Betrachter erwarten wundervoll klare Bilder im Flair von 1001 Nacht. Da es sich um eine TV-Serie handelt, tauchen so einige Standbilder auf. Das Produktionsteam schafft es jedoch gekonnt, aus einer Not eine Tugend zu machen. So finden sich an ein paar Stellen absichtlich in Szene gesetzte Abfolgen von statischen Momentaufnahmen. Etwas Übung sollten die Macher dagegen in die eine oder andere Animation vom Meer, Schiffen und Wiesen stecken, welche sich oft aufgrund einer grobschlächtigen Darstellung schlecht ins Gesamtbild einfügt.
Neben der deutschen Synchronisation kann der japanische Originalton mit Untertiteln ausgewählt werden. Beides steht in DTS-HD MA 2.0 zur Verfügung. Bei den Sprechern trifft man sowohl im Deutschen als auch Japanischen auf alte Bekannte. So schlüpfen Katrin Heß, Sunke Janssen und Corinna Dorenkamp erneut in die Rollen von Aladin, Ali Baba beziehungsweise Morgiana. Trotz der Pause verkörpern sie ihre Figuren auf gewohnt hoher Qualität. Besonders Sunke Janssen als Ali Baba ist stets ein willkommener Anblick, ob nun als hitzköpfiger Kämpfer, der von Leidenschaft und Gerechtigkeit getrieben wird, oder als Ziel von so mancher Comedy-Einlage, in die er sich meisterhaft als Opfer hineinsteigert. Corinna Dorenkamps Stimme fällt besonders in emotionalen Momenten ins Gewicht, aber auch wenn Morgiana ihre kindlich mädchenhafte Seite hervorkehrt, ist sie zur Stelle, um diesem Gebären Ausdruck zu verleihen. Als Aladin hat Katrin Heß trotz Kampfszenen meist ruhige Sequenzen zu sprechen, die sie mit ihrer sanften Stimme ohne Probleme voranschreiten lässt. Nur beim Aufrufen von Zaubersprüchen wünsche ich mir eine größere Portion Passion, was ebenfalls ein kleiner Kritikpunkt an so manch anderem Charakter ist.
Natürlich darf man neben den drei Protagonisten die vielen Nebencharaktere nicht vergessen. Unbedingt hier Erwähnung finden sollte Sindbad alias Simon Roden. Der König gibt sein politisches Feingeschick mit einer Facette von schauspielerischen Leistungen zum Besten. Kerstin Kramer darf als Prinzessin Kogyoku neue Saiten aufziehen und die in vielerlei Hinsicht emotionale junge Frau auch in der zweiten Staffel dem Publikum näherbringen. Im Wesentlichen leisten die Synchronsprecher einen guten Job. Die jeweilige Stimmung wird stets übermittelt. Woran man sich eher stoßen könnte, sind die gewählten Stimmfarben. So stören mich immer noch der übertrieben raue Klang von Masrur (Ben Steinhoff), der zum Glück nur wenig Text hat, und ein viel zu alt klingender Hakuryu (Arne Obermeyer), wo nur in entspannten Momenten beim Herumalbern mit Ali Baba erkennbar ist, dass es sich um zwei Gleichaltrige handelt.
A-1 Pictures fährt in Magi – The Kingdom of Magic mehr auf, als bloß altbewährte Synchronsprecher ins Studio zurückzurufen. Auch neue Figuren treten auf. Ein interessanter Charakter ist etwa Om Madora, die im Japanischen von Aya Hisakawa Leben eingehaucht bekommt und im Deutschen ihre Stimme von Michaela Kametz erhält. Letztere hat schon in ein paar Animes kleinere Nebenrollen übernommen. In beiden Versionen bekommen Zuschauer eine hinterlistige Piraten-Anführerin geboten, die mit ihren schönen, aber gelogenen Worten und magischer Unterstützung die Welt an sich reißen möchte. Zu ihren Kämpfern zählt der kleine Olba, der wie Aladin im Deutschen von einer Frau gesprochen wird, nämlich Maximiliane Häcke, welche ebenfalls auf so einige Anime-Synchronisationen zurückblicken kann. Da fällt es ihr nicht schwer, den jungen Olba, der so großes Vertrauen in seine Mutter Om Madora hegt, zu verkörpern. Im Japanischen ist an dieser Stelle übrigens Kei Shindou zu hören. Zuletzt möchte ich Dennis Saemann erwähnen, den so mancher eventuell als Rin Okumura aus Blue Exorcist oder Nisekois Raku Ichijou kennt. In der ersten Staffel von Magi sprach er Dorji vom Koga-Klan. Für Magi – The Kingdom of Magic kehrt er als Prinz Koha Ren (im Original Tetsuya Kakihara) zurück. Da der Charakter im Volume sehr spät auftaucht, sei an dieser Stelle nicht verraten, wie sich Dennis Saemann in seiner neuen Position anstellt.

Extras und Verpackung

Wie bei der ersten Staffel sind bei Magi – The Kingdom of Magic die einzelnen Volumes als Digipack im schmalen Schuber erwerbbar. Das Cover präsentiert Aladin in seiner gewohnten, arabisch anmutenden Kleidung. Auf dem Digipack ist auf der einen Hälfte der kleine Magi dagegen in neuer Kleidung abgebildet, welche ihn dank des langen, schwarzen Stoffs und des großen, schlapprigen Huts, welchen auch Yamraiha trägt, mehr wie einen Magier erscheinen lässt. Den anderen Teil beansprucht Ali Baba, ebenfalls in einem frischen Look. Das Digipack inkludiert neben der Disc, auf welche ein Ausschnitt des Schuber-Covers gepresst wurde, drei Postkarten mit Magi-Motiven. Eines zeigt etwa Morgiana, Pisti und Yamraiha im Bikini. Auf der Disc selbst liegen ein Clear Opening und Ending vor.
Endlich geht es mit Aladins, Ali Babas und Morgianas Reise weiter, auch wenn sich ihre Wege trennen. Das erste Volume von Magi – The Kingdom of Magic ist der Auftakt zu neuen Herausforderungen und enthält einerseits sehr traurige sowie andererseits überaus lustige Momente. Etwas Action in Form von Kämpfen schleicht sich bereits ins Geschehen, die großen Highlights bleiben aber noch aus. Da hoffe ich für das zweite Volume umso mehr, dass dort die Handlung mit festem Ruder etwas mehr an Fahrt aufnimmt. Einen Vorgeschmack auf Kommendes ließ A-1 Pictures schon durchsickern. Für Fans der ersten Staffel heißt es jedenfalls: Unbedingt zugreifen!
Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Magi – The Kingdom of Magic, Box 1.

Details

Titel: Magi – The Kingdom of Magic, Box 1
Originaltitel: マギ The kingdom of magic (Magi The kingdom of magic)
Produktionsjahr: 2013
Genre: Action, Abenteuer, Fantasy, Drama, Shonen, Comedy
Animationsstudio: A-1 Pictures
Regisseur: Koji Masunari
Publisher: Kazé
Länge/Episoden: 175 Minuten, Folge 1-7/1 Disc
Sprachen: Japanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD MA 2.0
FSK: ab 12
Preis: circa 42,95 Euro
Bestellen: [amazon text=ASIN: B00Q8RQS96&chan=animey&asin=B00Q8RQS96]

© Shinobu Ohtaka/SHOGAKUKAN, Magi2 Committee, MBS
© 2015 VIZ Media Switzerland SA

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