»Magi – The Labyrinth of Magic« Box 2 – DVDonTest

In Japan neigt sich die aktuelle Magi-Staffel The Kingdom of Magic langsam ihrem Ende zu. Hierzulande erschien bei Kazé am 31. Januar 2014 die zweite Box der ersten Season The Labyrinth of Magic. Auf zwei Discs verteilt liegen die Episoden acht bis dreizehn vor. Die Folgen präsentieren den großartigen Auftakt des »Balbadd«-Zyklus, nachdem wir bei der ersten Box nur einen kleinen Vorgeschmack davon erhielten. Das Abenteuer vom Magi Aladin, seinem Freund und Dungeon-Bezwinger Ali Baba sowie der Sklavin Morgiana weiß zu begeistern, ob nun als Manga oder Anime-Adaption. Bei Ersterem kündigte Kazé Manga im Januar an, den Monatsrhythmus bis zum zehnten Teil beizubehalten. Im März dürfen sich aber nicht nur die Leseratten unter euch freuen. Am Ende des Monats folgt voraussichtlich auch die dritte Box des Animes.

Ali Baba ist der Anführer der berühmt-berüchtigten Nebel-Bande, die in Balbadd Adlige ausraubt. Beim Aufeinandertreffen mit Aladin geht er an diesem gleichgültig vorbei. Eine Aussprache zwischen den beiden kommt nur dank Morgiana zustande, die den ehemaligen Kutschfahrer aus dem Bandenlager entführt. In der Unterhaltung thematisiert Ali Baba seine Vergangenheit mit dem Slum-Jungen Kassim. Dieser ging schon in jungen Jahren kriminellen Tätigkeiten nach und überfiel letztendlich sogar den Palast, nachdem Ali Babas wahre Identität als dritter Prinz des Landes enthüllt wurde.

Um Balbadd steht es schlecht gestellt. König Ahbmad hat im Ausgleich gegen Geldkredite fast alle wirtschaftlichen Rechte seines Reichs an das Kou-Imperium abgetreten. Um weiterhin im Luxus zu schwelgen, möchte er als Nächstes sein Volk in Form von Sklaven an die mächtige Dynastie übergeben und die Prinzessin Kougyoku, welche über die Kraft des Wasser-Dschinns Vinea verfügt, heiraten. Ali Baba fühlt sich mit der Situation überfordert. Niemandem kann er helfen, weder dem Volk von Balbadd noch Aladin, als dieser von Judar, dem Magi von Kou, angegriffen wird und letztendlich vollkommen erschöpft zusammenbricht. In diesen dunklen Zeiten versucht Ali Baba alles, um aus seiner machtlosen Ohnmacht auszubrechen und das Land zu retten, welches ihm am Herzen liegt.

Die in dieser Box enthaltenen Folgen umfassen ungefähr die Kapitel 35 bis 61 der Manga-Reihe und bleiben der darin beschriebenen Handlung grob betrachtet sehr treu. Unterschiede fallen nur im kleinen Rahmen aus. Wer sich zuerst die Printversion auf Deutsch zu Gemüte ziehen will, muss sich noch bis zum siebten Band gedulden, der nach dem bleibenden Monatsrhythmus nun voraussichtlich am 3. April erscheint, also kurz nach der nächsten Anime-Box.

Nach der Handlung rund um den Koga-Stamm sind Aladin, Ali Baba sowie Morgiana endlich wieder zusammen, und das erste Abenteuer zu dritt beginnt. Eine starke Betonung liegt dabei auf dem bisher so fröhlichen Blondschopf, der unter der vorherrschenden Armut sowie dem Chaos in Balbadd stark unter Druck steht und sein Selbstvertrauen verloren hat. Sindbad reißt kurzerhand das Ruder an sich und fungiert fortan Ali Baba als Vorbild. Das Geschehen zeigt den ehemaligen, leichtlebigen Kutschfahrer, welcher nun in der Position eines Rebellenanführers und Prinzen auftritt, in einem vollkommen neuen, erwachseneren Licht. Große Verantwortungen ruhen auf den Schultern des unerfahrenen Jugendlichen. Als Zuschauer fiebert man unversehens mit, wie Ali Baba mit seiner vermeintlichen Machtlosigkeit ringt und mit der Zeit tatsächlich erste Erfolge erzielt.

Während der Prinz einen Kampf gegen sich selbst bestreitet, sollte man den Blick auch umherschweifen lassen und den Turbulenzen im Land Beachtung schenken. Erneut hat das mysteriöse Kou-Imperium seine Finger im Spiel, nachdem wir bereits beim Koga-Stamm mit der schönen, warmherzigen Hakuei Ren ein Mitglied des Kaiserhauses kennenlernten. Nun streckt die chinesisch anmutende Dynastie ihre Krallen nach der Hafenstadt Balbadd aus, die ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für den Handel ist. Wenn auch das Ziel, die Vereinnahmung eines Reichs, dasselbe ist, so verwendet Kou dieses Mal doch vollkommen andere Mittel. Als Grundrezept dient dabei die Einschleusung der eigenen Währung, welche im Gegensatz zu den üblichen Silber- und Goldmünzen aus billigem Papier besteht. Obwohl Magi – The Labyrinth of Magic eine 1001 Nacht-Atmosphäre ausstrahlt, kann niemand die vielen Andeutungen an die reale Geschichte der Welt und Menschheit verleugnen. Heutzutage sind der Umgang mit Papiergeld sowie die Inflation gang und gäbe. Im Anime ist diese Idee Neuland, welche die Wirtschaft eines fremden Landes in kürzester Zeit in sich zusammenbrechen lässt.

Wissen ist Macht – ein bekannter Spruch, der die Lage in nur wenigen Worten gut betitelt. Einerseits verflucht man das Kou-Imperium dafür, Ali Babas Heimat an die Grenzen seiner Existenz zu stoßen – wobei die größere Schuld beim unfähigen König Ahbmad liegt –, andererseits kann ich eine gewisse Bewunderung für diesen strategischen, gewaltlosen Schachzug nicht bestreiten. Kou und seine höchsten Vertreter bleiben ein großes Fragezeichen, das Neugierige anzieht wie Licht Motten.

Die Episoden bestechen hauptsächlich durch die Handlung und die darin involvierte Charakterentwicklung. Während die Atmosphäre von Mal zu Mal immer spannungsvoller knistert, bleibt die visuelle Darbietung eher zurück. Die Szenarien sind schlicht gestaltet, was zwar der heruntergekommenen Stadt mehr Glaubwürdigkeit verleiht, aber dem Auge auch an Reiz nimmt. Auf der musikalischen Seite stoßen Zuschauer auf viele melancholische bis theatralische Klänge, welche in Kampfsituationen zu rockigen Beats wechseln. Die dreizehnte und damit letzte Episode der Box präsentiert Zuschauern ein neues Opening sowie Ending. Matataku Hoshi no Shita de von Porno Graffitti läutet die Folgen der zweiten Staffelhälfte ein, während Supercells The Bravery jeweils am Ende zu hören ist.

Zu den aufmerksamkeitserregendsten Charakteren in diesem Abschnitt zählen neben den drei Protagonisten und Sindbad Ali Babas Freund Kassim, die Kou-Prinzesinn Kougyoku und der Magi Judar. Bei Letzterem gab es im Deutschen einen Stimmwechsel von Lars Falinski, der nun Ali Babas Bruder und Vize-König Sahbmad spricht, auf Louis Friedermann Thiele. Im Original verleiht Ryouhei Kimura dem kampflustigen Magi die Stimme. Bei Kassim tritt mit Daniel Käser im Deutschen und Jun Fukuyama im Japanischen eine Kombination auf, die manche eventuell bereits aus Arcana Famiglia kennen, wo beide die Rolle von Libertà innehaben. Im Falle von Kougyoku verraten weder die Credits noch die Deutsche Synchronkartei die hiesige Stimme. Im Original können Zuschauer hier Kana Hanazawa hören.

Disc

150 Minuten Laufzeit weisen die sechs Folgen insgesamt auf. Für die Sprache stehen Japanisch mit Untertiteln und Deutsch in jeweils DD 2.0 zur Verfügung. Zu welcher Option man nun greift, ist reine Geschmackssache. Persönlich bevorzuge ich das Original. Da ich diese zuerst gehört habe, erscheinen mir die deutschen Stimmen manchmal ungewöhnlich, technisch sind die meisten Sprecher aber gut unterwegs. Besonders an Sunke Janssen als Ali Baba konnte ich bereits von Anfang an Gefallen finden. Auch in diesen Folgen, wo sein Charakter sehr gefragt ist, macht er fast immer eine gute Figur. Nur in den Abschnitten, wo Ali Baba sowie Kassim als Kinder dargestellt werden, klingen Sunke Janssen und Daniel Käser mit ihren verstellten Stimmen fehl am Platz.

Die Folgen sind genau halbiert auf zwei Discs aufteilt. Das Geschehen strahlt im 16:9-Format über den Bildschirm. Viel mehr als die Episoden entdecken Käufer auf den Discs aber nicht. Bloß die obligatorischen Trailer zu anderen Kazé-Titel sind wieder einmal mit dabei.

Bonus

Der zweiten Box liegt, wie bereits bei der ersten, ein kleines Booklet mit sechszehn Seiten bei, wobei vier unnötigerweise für Notizen freigehalten wurden. Enthalten sind neben kurzen Inhaltsangaben der einzelnen Episoden Interviews mit Ryohei Kimura (Judar) und Daisuke Ono (Sindbad).

Verpackung

Wie von der ersten Box bekannt, kommt dieses Volume ebenfalls in einem dicken Schuber, welcher als Cover den Magi Judar mit einem hell leuchtenden Vollmond im Hintergrund zeigt. Das enthaltene Digipack präsentiert zwei Szenarien auf der Außenfläche. Rechts haben wir Kassim mit seinen Gefolgsleuten Zaynab und Hassan vor einem nächtlichen Himmel. Das linke, größere Bild wartet mit mehr Charakteren auf. Dort befinden wir uns im Thronsaal von Balbadd. Im Hintergrund erkennt der Betrachter Ahbmad und Sahbmad. Davor stehen Ali Baba und Morgiana Prinzessin Kougyoku mit ihrem Diener Koubun Ka gegenüber. Die Innenseite ist dagegen in einem schlichten Lila mit schwarzen Rukh als Motiv gehalten. Auf den Discs sind Aladin und Judar abgebildet.

Die zweite Box von Magi – The Labyrinth of Magic dreht richtig auf. Auch wenn die erste Episode darauf etwas langatmig wirken mag mit einem Rückblick, steigert sich die Spannung in den kommenden Folgen, um letztendlich in einem gut gesetzten Cliffhanger auszulaufen, sodass ich das dritte Volume kaum erwarten kann. Es ist großartig zu beobachten, wie sich der Protagonist Ali Baba weiterentwickelt, charakterlich wie auch im Kampf mit der Unterstützung seines Feuer-Dschinns Amon. Die Erwartungen für die nächsten Folgen sind hoch. Einziger Wermutstropfen des Volumes ist der Preis, der mit 40,95 Euro für die DVD-Version schwer zu Buche schlägt. Die Blu-ray-Variante kostet zwei Euro mehr. Je nachdem, wo ihr einkauft, könnten manche auch billiger davonkommen.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Magi – The Labyrinth of Magic Box 2.

Details

Titel: Magi – The Labyrinth of Magic, Box 2
Originaltitel: マギ The labyrinth of magic (Magi The labyrinth of magic)
Produktionsjahr: 2012
Genre: Action, Abenteuer, Fantasy, Drama, Shonen, Comedy
Animationsstudio: A-1 Pictures
Regisseur: Koji Masunari
Publisher: Kazé
Länge/Episoden: 150 Minuten, Folge 8-13/2 Discs
Sprachen: Japanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Ton: DD 2.0
FSK: ab 12
Preis: circa 40,95 Euro
Bestellen: [amazon text=ASIN: B00H1T06G6&chan=animey&asin=B00H1T06G6]

© Shinobu Ohtaka/SHOGAKUKAN, Magi Committee, MBS
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