»Magi – The Labyrinth of Magic« Box 3 – DVDonTest

Magi-Fans dürfen frohlocken, denn Kazé hat sich, wie zu erwarten war, die Rechte an der zweiten Staffel Magi – The Kingdom of Magic gesichert. In Japan ist die 25. und damit abschließende Folge der Season am 20. März über die Bildschirme geflimmert. Nun heißt es warten, bis die Handlung des zugrunde liegenden Mangas von Shinobu Ohtaka wieder weit genug fortgeschritten ist, um das nächste knapp doppelte Dutzend an Episoden zu produzieren. Hierzulande gibt es seit Ende des letzten Monats die dritte von insgesamt vier Boxen der ersten Staffel auf DVD sowie Blu-ray zu ergattern. Wir befinden uns mitten im »Balbadd«-Zyklus. Zuletzt musste Ali Baba erfahren, dass sein Bruder, König Ahbmad, die Bevölkerung versklaven will. Kassim plant, alle Menschen zu einem gewalttätigen Angriff aufzurufen. In dieser Zeit ist Rat teuer, besonders da Aladin nach dem Kampf gegen Judar das Bewusstsein verloren hat. So macht sich Ali Baba allein zum Palast auf und schlägt sich mit der Kraft seines Dschinns Amon bis zum Thronsaal vor.

Mit Sahbmads Hilfe gelingt es Ali Baba, den König von Balbadd zu stürzen, doch schon steht das nächste Problem an. Prinzessin Kogyoku verlangt, dass der nächste Regent schnell gekürt wird. Aber da hat die Adelige aus Kou die Rechnung ohne Ali Baba gemacht. Dieser möchte nämlich die Monarchie abschaffen sowie alle bisherigen Verträge mit dem militärisch starken Land im Osten für null und nichtig erklären. Balbadd soll als klassenlose Republik neu erstehen. Unterstützung bei diesem Vorhaben erhält der heißblütige Blondschopf von Sindbad.

Als endlich ein erster Hoffnungsschimmer für Balbadd erkennbar ist, erscheint Kassim mit der Nebel-Bande und hetzt die Bevölkerung zu einem Blutbad gegen das Königshaus auf. Ali Baba möchte seinen Freund stoppen. Mit der Kraft seines magischen Gefäßes und seinem Leben als Opfergabe verwandelt sich Kassim jedoch in einen schwarzen Dschinn, der Ali Baba inklusive dessen Gefährten schwer zu schaffen macht. Aladins Seele wurde in der Zwischenzeit von Ugo in den Heiligen Tempel zurückgerufen, damit der kleine Magi dort die Weisheit Salomons erlangt.

Die dritte Box enthält die Episoden 14 bis 19. Diese umfassen das Ende des Balbadd-Arcs und geben erste Einblicke in den nächsten Abschnitt in Sindbads Inselkönigreich Sindria. Der Abschluss rund um die gewaltigen Missstände in Ali Babas Heimat ist gefüllt mit Emotionen. Die Schlüsselfiguren des Wandels sind dabei unser blonder Dungeon-Bezwinger und dessen Kindheitsfreund Kassim, welche auch die finale Auseinandersetzung bestreiten. Freiheit, Gleichheit und ein hoffnungsvoller Blick Richtung Zukunft prallen auf den Hass eines verfluchten Schicksals im Elend, lodernde Wut über den Geld verfressenen Adel sowie der Begierde nach Macht, um sich von den Fesseln der Vergangenheit zu lösen. Indessen ziehen in Wahrheit dunkle Gestalten im Hintergrund die Fäden, um den Lauf der Dinge ins Gegenteil zu kehren, den Fluss des Lebens zu stören und Verderben über die Menschheit zu bringen. Ohne es zu wissen, dient Kassim diesen geheimnisvollen Gestalten als Marionette. Der Name der mysteriösen Organisation lautet »Al Thamen« und die schwarzen Dschinns zählen zu ihren Werken.

Der Kampf in Balbadd ist das Hauptaugenmerk dieser Box – und vielleicht sogar von der gesamten Staffel, da dieser Handlungsbogen wichtige Charaktere sowie Grundideen in der Welt von Magi – The Labyrinth of Magic einführt beziehungsweise näher erklärt. Beim Ablauf halten sich das Studio A-1 Pictures und die Drehbuchschreiber sehr nah an den Manga, dennoch gelingt es dem Anime teilweise nicht, mich so mitzureißen, wie es das Original tut. Ähnlich zu den Episoden zuvor fehlt mir in manchen Momenten die musikalische Untermalung der Szenen. Ebenfalls hätte ein besseres Augenmerk auf den schwarzen Dschinn gut getan, da dieser sogar kurzzeitig mehrere Minuten aus dem Bild verschwindet, ohne dass der Zuschauer weiß, ob er noch lebt oder bereits außer Gefecht gesetzt wurde. Was für mich dagegen eine angenehme Überraschung darstellt, ist das endgültige Aufeinandertreffen zwischen Ali Baba und Kassim nach der Dschinn-Umwandlung. Regisseur Koji Masunari spielt vorzüglich mit Licht und Schatten. Bei den Soundtracks reihen sich hier leise, sanfte Klänge aneinander, welche das Geschehen hervorheben, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Wieder einmal sind es in Magi – The Labyrinth of Magic die ruhigeren, emotionalen Momente, welche mehr zu überzeugen wissen als die actionreichen Kampfszenen.

Die letzten zwei von den sechs enthaltenen Folgen spielen bereits auf Sindria. Fans dürfen sich auf viele neue Charaktere freuen. Passend zur neuen Gegend gibt es auch frisch komponierte Musik, was ich mir schon früher für den Aufstand in Balbadd gewünscht hätte. Dennoch verlieren die neuen, orientalischen Klänge nicht an Reiz und laden besonders in einer Fest-Szene zum Mittanzen ein. Bei der Handlung fällt auf, dass sich die Macher nun an wenigen Stellen dafür entschieden haben, vom Manga abzuweichen, aber der grundsätzliche Handlungsstrang bleibt derselbe. Negativ ins Auge stechen dagegen die verwendeten CGI-Effekte. Während sie bei der Gestaltung des Palasts in Balbadd noch halbwegs in die restliche Szenerie hineinwachsen, gibt es besonders bei den Meeraufnahmen und den Schiffen eine unharmonische Diskrepanz. Die computeranimierten 3D-Grafiken wirken zu simpel sowie grobschlächtig und hinterlassen beim Betrachter dadurch einen schlechten Nachgeschmack.

Bei den deutschen Stimmen im Balbadd-Abschnitt gibt es im Großen und Ganzen nichts auszusetzen. Selbst wichtige Nebencharaktere wie Sahbmad, Ahbmad, Barkak und Ugo haben mich überzeugt. Die vier Charaktere sind von Lars Falinski, Dieter Maise, Thomas Balou Martin und Tobias Brecklinghaus synchronisiert. Besonders Ersterer weiß sich in seine Rolle des sozialphobischen Sahbmads hineinzuversetzen. Wer an dieser Stelle ebenfalls erwähnt und gelobt werden muss, ist Daniel Käser, welcher seiner Figur Kassim in den richtigen Momenten eine vor Wut brodelnde Stimme verleiht, an anderen Stellen aber auch beweist, wie sanft und traurig der hasserfüllte Rebell sein kann.

Anfangsprobleme gab es für mich damals in den ersten Episoden mit Corinna Riegner als Morgiana. Die Sprecherin ist technisch in ihren Emotionen sehr professionell und berührend unterwegs. Eine gewisse Eingewöhnungsphase bedurfte es für mich jedoch trotzdem wegen der zum japanischen Original erwachsenen Auslegung. Während ich mittlerweile nun Gefallen an Corinna Riegners Interpretation finde, bedarf es bei Kerstin Kramer als Kogyoku noch an Überzeugungskraft, auch wenn sie in der letzten Episode schon einen großen Pluspunkt von mir kassiert. Auf Anhieb sympathisch erscheinen mir dagegen Birte Baumgardt und Lars Schmidtke als Magierin Yamraiha beziehungsweise Schwertmeister Sharrkan, welche man auf Sindria kennenlernt. Das Duo hat sich mühelos in mein Herz gestritten.

Disc

Die sechs Episoden verteilen sich zu gleichen Teilen auf zwei Discs. Insgesamt dürfen sich Fans auf eine Laufzeit von 150 Minuten gefasst machen. Wie gewohnt präsentiert sich die Serie aus dem Hause A-1 Pictures im 16:9 Format und sowohl auf Deutsch wie auch Japanisch mit DD 2.0 Ton. Untertitel sind in ersterer Sprache dazuschaltbar.

Passend zur finalen Szene des Balbadd-Handlungsbogen sind auf den Discs Ali Baba und Kassim abgebildet. Angelehnt an den Anime gibt es auch hier ein deutliches Hantieren mit Licht und Schatten. Das Menü besteht jeweils aus einem leider eher langweiligen Standbild. Kazé hat ein paar Trailer zu anderen Titeln draufgepackt. Mehr Grund zur Freude verleiht da schon das Extra auf der zweiten Disc, denn diese hält für euch ein Clear Opening und Ending bereit. Seit Episode 13 erklingen nämlich schon Matataku Hoshi no Shita de von Porno Graffitti am Anfang und Supercells The Bravery am Schluss.

Bonus

Neben der gerade erwähnten Songauswahl auf der zweiten Disc kommt auch diese Box mit einem Booklet daher. Das dünne Heftchen umfasst 20 Seiten. Diese enthalten Inhaltsangaben zu den einzelnen Episoden und Interviews mit Takahiro Sakurai (Jafar), Yoshimasa Hosoya (Masrur) und dem Serienproduzent Hiroyuki Yoshino. Sindbads beide Diener werden im Deutschen von Markus Haase und Ben Steinhoff gesprochen.

Verpackung

Ein Digipack und ein großer Schuber heißt die Devise bei Magi – The Labyrinth of Magic. Dieses Mal hat es Magi Aladin aufs Cover geschafft. Auf seiner Stirn leuchtet ein achtstrahliger Stern, ein Symbol für Sonne, Kraft der Erneuerung, aber vor allem – und in diesem Fall am herausragendsten – für Wissen, da es versinnbildlicht, dass Aladin Salomons Weisheit besitzt. Das Digipack kommt wie üblich mit zwei Motiven daher. Ein Drittel der Oberfläche widmet sich Ali Baba und Kassim mit Balbadd im Hintergrund. Die andere, doppelt so große Szene zeigt Sindbad mit seinen acht Generälen vor Sindria. Sehr schlicht fällt dagegen die Innenseite mit einem türkisfarbenen Grundton und weißen Rukh aus.

Hoffnung, Hass, Wut, Angst, Freude, Verzweiflung, Trauer – in der dritten Box von Magi – The Labyrinth of Magic wird dem Zuschauer eine große Palette an verschiedensten Emotionen geboten. Der Abschluss des Balbadd-Zyklus hält nicht nur schwarze Dschinns und Al Thamen bereit, sondern droht, auf die Tränendrüse des Zuschauers zu drücken. Wo es Pluspunkte für die Handlung an sich gibt, verliert die Produktion Boden bei den Actionsequenzen, die kaum fesseln. CGI-Effekte stoßen eher ab, als sich harmonisch ins Gesamtbild einzugliedern. Unterm Strich halten sich die positive und negative Seite in Waage. Mit einem satten Preis von 40,95 Euro für die DVD und 42,95 Euro für die Blu-ray schlägt der Titel gehörig zu Buche, ein Kauf sollte daher wohl überlegt sein. Die vierte und abschließende Box der ersten Staffel gibt es voraussichtlich ab Ende Mai zu ergattern.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Magi – The Labyrinth of Magic, Box 3.

Details

Titel: Magi – The Labyrinth of Magic, Box 3
Originaltitel: マギ The labyrinth of magic (Magi The labyrinth of magic)
Produktionsjahr: 2012
Genre: Action, Abenteuer, Fantasy, Drama, Shonen, Comedy
Animationsstudio: A-1 Pictures
Regisseur: Koji Masunari
Publisher: Kazé
Länge/Episoden: 150 Minuten, Folge 14-19/2 Discs
Sprachen: Japanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Ton: DD 2.0
FSK: ab 12
Preis: circa 40,95 Euro
Bestellen: [amazon text=ASIN: B00IEY9QOA&chan=animey&asin=B00IEY9QOA]

© Shinobu Ohtaka/SHOGAKUKAN, Magi Committee, MBS
© 2014 VIZ Media Switzerland SA

2 KOMMENTARE

  1. In dieser Box bekommt man nicht die Episoden 8-13 sonder 14-19 geboten 😉 Bitte verbessern.

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