Popkultur Magical DoReMi Vol. 1 – DVDonTest

Magical DoReMi Vol. 1 – DVDonTest

»Ich bin das unglücklichste Mädchen auf der ganzen Welt!« Mit diesen Worten lernten wir die aufgeweckte Zauberschülerin Doremi aus dem Anime Magical DoReMi hierzulande 2001 auf RTL2 kennen.

Die Serie umfasst vier Staffeln mit insgesamt 201 Folgen, welche in Japan von 1999 bis 2003 ausgestrahlt wurden. Ins deutsche Fernsehen schafften es jedoch leider nur die ersten beiden Staffeln Ojamajo Doremi(#) (zu Deutsch etwa »Lästige Hexe Doremi«). KSM Anime bringt daher nun via DVD-Release ein Stück Nostalgie zurück in unsere Wohnzimmer und ich selbst schwelge in Erinnerungen an meine Schulzeit …

Worum geht es?

Die junge Schülerin Doremi wünscht sich nichts sehnlicher als zaubern zu können. Denn mit Magie ließen sich ganz bestimmt einige ihrer Probleme leichter lösen. Zum Beispiel müsste es doch möglich sein, sich damit ein wenig Mut anzuzaubern, um dem heimlichen Schwarm endlich seine Liebe gestehen zu können. Und so steckt die Nase des Mädchens auch während der Unterrichtszeit lieber in Büchern über Hexen statt Schulstoff.

Eines Tages verirrt sich Doremi auf dem Nachhauseweg zufällig in den unheimlichen Magic Shop von Rika Makirama. Prompt entlarvt das Mädchen, das aus ihrer Literatur »alles« über Hexen weiß, die Besitzerin als solche, woraufhin diese sich unfreiwillig in einen Frosch verwandelt. Es nützt alles nichts: Um ihre Gestalt wieder zu erlangen, braucht es eine Schülerin, die allein den Zauber rückgängig machen kann. Aus diesem Grund beschließen die unglückselige Majorca (Rika Makiramas Name in der Hexenwelt) und ihre Elfe Lala, die leicht verängstigte Doremi zur Hexe auszubilden. Jene schaltet schnell und ist natürlich hellauf begeistert.

Wie schade aber, dass Zauberkraft-verleihen nicht gleich Zaubern-können impliziert. Denn nun muss Doremi erst einmal lernen, mit ihren neuen Fähigkeiten umzugehen, sowie einige Hexenprüfungen bestehen. Allerdings ist sie dabei nicht allein: Ihre Freundinnen Emilie und Sophie werden ebenfalls zu Majorcas Schützlingen. Zusammen drücken die drei fortan die (Hexen-)Schulbank und entdecken die Welt der Magie.

Umsetzung

Die tollpatschige Schülerin mit dem Beulenkopf – an wen erinnert uns das nur? – ist zunächst ein ganz normales Mädchen mit typischen Problemen. Sie hat ein nerviges, neunmalkluges Geschwisterchen. Ihre Eltern zanken daheim ständig. In der Schule wird Doremi als Schussel »gefeiert«. Und auch in der Liebe ist ihr das Glück nicht hold. Wer würde sich da nicht theatralisch für »das unglücklichste Mädchen auf der ganzen Welt« halten? Diese Art an ihr ist es, welche Doremis Charme ausmacht. Hier spielt mit hinein, dass die Schülerin natürlich eine ideale Identifikationsfigur und Sympathieträger für junge Zuschauerinnen darstellt. Sowohl ihre Strahlemomente als auch ihre Pleiten lassen einen mit ihr mitfühlen und -fiebern. Gleichzeitig ist sie deshalb auch wie eine Begleiterin und gute Freundin für den Animefan durch dessen Jugend.

Der Anime ist grundsätzlich sehr lebensbejahend. Allein schon aus dem (deutschen) Songtext des Openings heraus kann man die Grundgedanken gut zusammenfassen: Freundschaften schließen, Zeit miteinander verbringen, Spaß haben, Freizeit genießen, Abenteuer bestehen, die Welt erkunden, Probleme meistern, positiv denken und sich gegenseitig ermutigen.

Die Musikalität der gesamten Serie unterstützt diese Stimmung ungemein. Schon am Titel (Magical DoReMi) macht sich bemerkbar, dass Musik hier eine große Rolle spielt. Die lateinischen Tonsilben wurden übrigens auch in den Namen der nach und nach auftretenden Elfen verwurstet (Dodo, Mimi, Rere, Lala, Fafa). Die Verwandlung sowie das Zaubern werden stets von Musiknoten begleitet und als Zauberstab dient den Magical Girls ein Musikinstrument namens Krakordeon. Wer von der deutschen Musik übrigens nicht genug kriegen kann, dem empfehle ich die CD Magical DoReMi, die 2002 erschienen ist und fast alle Lieder aus der Serie enthält (nicht in der Anime-Box inbegriffen!).

Auf visueller Ebene werden in der Regel schlichte Charakterdesigns mit griseligen Hintergründen kombiniert, was mir persönlich sehr gefällt. Beim Einsatz von Magie kommen leuchtende Farben ins Spiel. Die gummiartigen Körper der Charaktere sind bezeichnend für den Witz in der Serie und tragen daher zum Wiedererkennungswert bei.

Dass aber das Leben nicht nur aus Spaß bestehen und Zauberei eben nicht alle Probleme lösen kann, müssen die Hexenschülerinnen erst noch lernen. Vor allem Doremi wittert von Anfang an ungeahnte Möglichkeiten. Gleich zu Beginn zögert sie nicht, ihre Magical Balls, die Zauberkraft verleihenden Kugeln in ihrem Krakordeon, recht naiv und verschwenderisch zu gebrauchen. Diese kindliche Blauäugigkeit ist auch der Grund dafür, dass Majorca permanent an die Decke geht.

Die erfahrene Hexe und ihre Elfe bringen den Kids den bewussten, verantwortungsvollen Umgang mit Magie bei sowie reflektiert über die Anwendung dieser Kraft zu entscheiden – gerade dann, wenn die Magical Balls mal knapp werden oder es um Tabus des Zauberns geht. So entwickeln die Freundinnen ein Verständnis dafür, welche Geschehnisse sie nicht mittels Magie beeinflussen sollten oder gar dürfen und auch die Konsequenzen eines Eingriffs in den normalen Werdegang der Menschenwelt zu tragen. Deshalb ist es schön zu beobachten, wenn sogar die ganz kleinen Zauber ausreichen, um beispielsweise zum Happy End zu führen.

KSM Anime veröffentlicht die ersten zwei Staffeln von Magical DoReMi verteilt auf je zwei Volumes. Daher erwarten uns gleich mit der ersten DVD-Box fünf Discs und etwa 10 Stunden (26 Folgen) geballte Magical-Girl-Power. Bei der deutschen Synchronisation dürfen wir uns über die Sprecher von damals freuen, die, wie ich finde, hervorragend auf die jeweiligen Charaktere passen. Als Stimme der kleinen Chaotin Doremi Harukaze hören wir Simone Brahmann (Nico Robin in One Piece). Die gute Seele Emily/Hazuki Fujiwara wird gesprochen von Christine Stichler (Kasumi in Ranma ½). Anke Kortemeier (Nausicaä in Nausicaä aus dem Tal der Winde) verleiht Sophie/Aiko Seno, der dritten Schülerin im Bunde, ihre Stimme. Und Bunny-Tsukino-Sprecherin (in Sailor Moon, ab der zweiten Staffel) Inez Günther interpretiert die mürrische Hexe Majorca.

Fazit

© ABC · Toei Animation
© 2015 KSM Anime

Magical DoReMi ist ein Anime, der ganz klar auf junge Zuschauer abzielt. Ich vermute aber, er wird die aktuelle Teenie-Generation nicht mehr verzaubern können. Wie auch andere alte Klassiker wird die Serie höchstwahrscheinlich nur die Herzen der älteren Fans höher schlagen lassen. Für mich persönlich bedeutet sie Kindheitserinnerung genau wie Sailor Moon, Dragon Ball und Pokémon, wenn man damals nach der Schule heimkam und den Fernsehr anschaltete.

Im Vergleich zu anderen ist Magical DoReMi weit davon entfernt, ein Spitzenanime zu sein (zum Beispiel visuell gesehen). Ich persönlich aber liebe diese unausgereifte Optik sowie auch die positive Stimmung und die Story, die viel lehrreiches in Sachen Erwachsenwerden, allem voran Freundschaft, vermittelt. Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, einmal reinzuschauen und sich vielleicht selbst wiederzuentdecken – oder um mit Doremis Worten abzuschließen: »Viel Spaß, viel Glück für dich und denk das nächste Mal an mich!«

Wir bedanken uns bei KSM Anime für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Magical DoReMi.

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