Magical-Girl-Woche: Codename Sailor V

Beim Thema Magical Girl nicht auf Naoko Takeuchis Pretty Guardian Sailor Moon zu kommen wäre wohl fatal. Aber nein, dieser Artikel widmet sich Codename Sailor V, der Vorgeschichte des Magical-Girl-Klassikers. Hierzulande erschien das Werk 2012 bei Egmont Manga in der zweiten Neuauflage. In Japan existiert bereits eine dritte aus dem Jahr 2014.

Minako Aino – von ihren Freunden auch Mina genannt – ist eine ganz normale Schülerin. Sie ist ein Ass im Volleyball und ihr großer Schwarm ist aktuell der Basketballspieler Higashi. Diesem möchte Minako unbedingt einen Liebesbrief überreichen.

Ihr gewöhnliches Leben bekommt einen Wendepunkt, nachdem ein weißer sprechender Kater namens Artemis dem Mädchen zu verstehen gibt, dass sie Sailor Venus ist, deren Heimatplanet die Venus ist. Ihre Aufgabe sei es, die Erde zu beschützen.

Was der Kater damit meint, wird schnell deutlich. Minakos Schwarm Higashi entpuppt sich als der Dämon Narkissors, welcher im Auftrag von Fluorite Mädchen zu Sklaven macht, damit das Böse bald über die Welt regieren kann. Minako alias Sailor Venus kämpft nun unter dem »Codename Sailor V« gegen dämonische Wesen und muss so nebenbei ihr normales Leben im Griff bekommen, was nicht immer einfach ist.

Codename: Sailor V Vol. 2 © 2014 Naoko Takeuchi/Kodansha

Naoko Takeuchis Codename Sailor V widmet sich der Protagonistin Minako Aino alias Sailor Venus und ist eine Vorgeschichte zu ihrer Erfolgsserie Pretty Guardian Sailor Moon, in welcher »Sailor V« bereits eine Berühmtheit ist und ihre Pflichten als Kriegerin schon ausübt, bevor Usagi Tsukino zur Heldin »Sailor Moon« wird. Doch auch im Codename Sailor V-Manga bekommt Usagi als normale Schülerin einen Gastauftritt. Der Leser wird noch weitere Charaktere entdecken, die in Pretty Guardian Sailor Moon ebenso auftreten – beispielsweise Motoki, Rei, Naru und natürlich Mondkater Artemis.

Die Geschichte enthält sicherlich keine Besonderheiten und Tiefe. Sie ist typisch für das Genre – eine ganz normale Schülerin wird mit Zauberkräften ausgestattet, um gegen das Böse zu kämpfen. Euch erwarten Spaß, Magical-Girl-Elemente und Dramatik. Codename Sailor V macht in dem Sinne Appetit auf die Hauptserie Pretty Guardian Sailor Moon, in der Takeuchi durchaus mehr Spannung, Romantik und Fantasy einbaute. Der Zeichenstil der Mangaka ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, besitzt jedoch eine gewisse Eigennote, wodurch ihr spezielles Charakterdesign Wiedererkennungswert bekommt.

Naoko Takeuchis Codename Sailor V wurde 1993 erstmalig in Japan in drei Bänden veröffentlicht. 2003 publizierte Kodansha eine Neuauflage der Serie, die in zwei Volumes zusammengefasst wurde. Hierzulande erschienen die drei Originalbände bereits bei Egmont Manga galten allerdings lange als vergriffen. Im Dezember 2012 brachte der deutsche Verlag die Re-Edition heraus. Darin erwarten euch eine überarbeitete Übersetzung, neue Cover-Images sowie Farbseiten in Hochglanz. Japanische Leser durften sich 2014 auf eine dritte, abermals überarbeitete Neuauflage freuen.

Naoko Takeuchis Codename Sailor V kann unabhängig von Pretty Guardian Sailor Moon gelesen werden. Wer jedoch mehr Details zu Sailor Venus und der Mondkatze Artemis in Erfahrung bringen möchte, dem ist geraten, sich auch die zwölfbändige Neuauflage der Hauptgeschichte zu besorgen. Die Erzählung von Codename Sailor V bietet Dramatik, Spaß – der aus Minakos Eigenarten resultiert – und Magical-Girl-Elemente. Der Manga ist all jenen zu empfehlen, die begeisterte Sailor Moon-Fans werden möchten beziehungsweise es schon sind und ihre Sammlung vervollständigen wollen.

Anzeige